DGUV Regel 109-602 - Branche Galvanik (DGUV Regel 109-602)

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Abschnitt 4.3, 4.3 Verfahrensbeschreibung der Nachbehandlung...
Abschnitt 4.3
Branche Galvanik (DGUV Regel 109-602)
Titel: Branche Galvanik (DGUV Regel 109-602)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-602
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – 4.3 Verfahrensbeschreibung der Nachbehandlungsverfahren

4.3.1 Passivieren/Chromatieren

Passivieren und Chromatieren sind häufig nach dem Verzinken eingesetzte Nachbehandlungsverfahren, bei denen auf der Zinkoberfläche stromlos eine Passivierungsschicht erzeugt wird. Eine Passivierungsschicht kann die Korrosion des Zinks (Weißrost) sehr lange hinauszögern. Sie dient somit als Korrosions- und Anlaufschutz und verbessert die Lackhaftung bei nachträglicher Lackierung. Durch das Passivieren werden u. a. transparente, glänzende, gelbe, olivfarbene, blaue und schwarze Deckschichten erzeugt.

Die meist schwefelsauren Chromatierlösungen (pH-Wert ca. 3,5) enthalten 1 bis 30 g/l Chromtrioxid. Beim Blau-/Schwarzpassivieren werden dreiwertige Chromverbindungen (Chromsulfat), ggf. unter Zusatz von Cobaltsulfat, eingesetzt (pH-Wert ca. 2).

Die Elektrolyttemperaturen betragen ca. 20 C, eine relevante Wasserstoff- bzw. Aerosolentwicklung findet nicht statt.

Das Verfahren ist gekennzeichnet durch einen geringen Standardisierungsgrad. Es handelt sich um manuelle, halbautomatische und vollautomatische Prozesse (automatische, programmierte Beschickungseinrichtungen), dabei werden verschiedene Lastaufnahmemittel (z. B. Gestelle) an offenen bzw. halboffenen Prozessbehältern eingesetzt.

4.3.2 Entmetallisieren (Entchromen)

Das Entmetallisieren ist notwendig, um eingesetzte Gestelle bzw. Gestellkontakte von Metallschichten zu befreien.

Das Entfernen einer oder mehrerer Metallschichten vom Grundwerkstoff erfolgt aber auch, wenn aufgebrachte Beschichtungen fehlerhaft sind, ein Werkstück aufgearbeitet werden soll oder Edelmetalle gezielt in Lösung gebracht werden sollen, um sie zurückzugewinnen.

Die chemische und auch die galvanische Entmetallisierung basieren auf der Oxidation des zu entfernenden Metalls, entweder durch ein Oxidationsmittel oder (mit Strom) durch die Anodenreaktion.

Je nach Grundwerkstoff und zu entfernenden Metallschichten werden beim chemischen Entmetallisieren unterschiedliche Oxidationsmittel (u. a. Nitrobenzolsulfonsäure), Komplexbildner (u. a. Cyanide) bzw. Mineralsäuren eingesetzt, z. B.: Lösungen aus Nitrobenzolsulfonsäure/Natriumcyanid oder Nitrobenzolsulfonsäure/Schwefelsäure oder ausschließlich Salzsäure bzw. Salpetersäure.

Nachteilig beim chemischen Entmetallisieren ist die Entwicklung von gefährlichen Gasen und Dämpfen, z. B. giftige Nitrose Gase (Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid) beim Einsatz von Salpetersäure.

Das Prinzip der elektrolytischen Entmetallisierung besteht in der Umkehrung der galvanischen Metallabscheidung. Die Entmetallisierungslösungen entsprechen hierbei den Lösungen, aus denen die Metalle vorher abgeschieden wurden. Das Verfahren wird in der Praxis benutzt, wenn eine schnelle und saubere Ablösung gewünscht ist und danach erneut galvanisiert werden soll.

Die angewendeten Verfahren sind gekennzeichnet durch einen geringen Standardisierungsgrad. Es handelt sich in der Regel um manuelle Prozesse, dabei werden verschiedene Lastaufnahmemittel (z. B. Gestelle) an offenen oder halboffenen Prozessbehältern eingesetzt.