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Abschnitt 6.3, 6.3 Schallabsorbierende Auskleidung
Abschnitt 6.3
Geräuschminderung durch Kapselung Hinweise zur Gestaltung von Kapseln einfacher Bauart (IFA-LSA 01-243)
Titel: Geräuschminderung durch Kapselung Hinweise zur Gestaltung von Kapseln einfacher Bauart (IFA-LSA 01-243)
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: IFA-LSA 01-243
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – 6.3 Schallabsorbierende Auskleidung

Da die Schalldämmung der Kapselwandung den Abfluss der Schallenergie behindert, erhöht sich im Kapselinneren der Schalldruckpegel (reflexionsbedingte Pegelzunahme), so dass sich die Wirksamkeit der Kapsel entsprechend reduziert. Um diesem Effekt zu begegnen und die Dämmwirkung der Kapselwandung besser auszunutzen, sollten die Innenseiten der Kapsel nach Möglichkeit schallabsorbierend ausgekleidet sein. Im Vergleich zu einer Kapsel ohne Absorptionsmaterial lassen sich um bis zu ca. 10 dB(A) höhere Dämmwerte erreichen.

Bild 6 zeigt ein Beispiel für den Aufbau einer Kapselwand mit schallabsorbierender Innenseite. Die erforderliche Dicke des Absorptionsmaterials hängt von der Frequenzzusammensetzung der Geräuschquelle ab. In der Regel ist eine Materialstärke von 50 mm ausreichend. Bei relativ hochfrequenten Geräuschen eignen sich auch dünnere Materialien von z. B. 30 mm Dicke. Nur bei Kapseln für sehr tieffrequente Geräuschquellen sind dickere Materialien von z. B. 70 mm oder 100 mm Dicke erforderlich.

Bild 6:Aufbau einer Kapselwand mit schallabsorbierender Auskleidung
  1. 1

    Stahlblech (1,5 - 2 mm dick);

  2. 2

    Mineralfasermaterial (50 mm dick);

  3. 3

    Stahlprofil (50 50 2 mm);

  4. 4

    Schutzfolie (≤ 0,02 mm dick);

  5. 5

    Lochblech (Lochflächenanteil mind. 30%);

  6. 6

    Bodenspaltabdichtung und Körperschallisolierung (Zellkautschuk 40 10 mm2)

In Tabelle 3 ist der Schallabsorptionsgrad beispielhaft für einige Materialien unterschiedlicher Dicke in Abhängigkeit von der Frequenz zusammengestellt. Der Schallabsorptionsgrad beschreibt das Verhältnis der vom Material absorbierten Schallenergie zur auftreffenden Schallenergie. Ein Absorptionsgrad von 1 bedeutet, dass die auf das Material auftreffende Schallenergie zu 100% absorbiert, d.h. vollständig in Wärme umgewandelt wird.

Nach der Tabelle 3 weisen Mineralfaser- und Schaumstoffmaterialien bei gleicher Dicke vergleichbare Schallabsorptionsgrade auf und sind somit beide für eine schallabsorbierende Auskleidung von Kapseln geeignet. Zum Schutz gegen Verschmutzung empfiehlt es sich, das Material mit einer dünnen Kunststofffolie (ca. 0,02 mm dick) locker abzudecken (siehe Bild 6) oder ein entsprechend beschichtetes Material (z. B. aus Schaumstoff) einzusetzen. Die dünne Kunststofffolie wirkt sich nur in geringem Maße auf das Absorptionsvermögen des Materials aus. Bei Mineralfasermaterialien ist eine entsprechende Abdeckung durch Folie oder Vlies vielfach auch deshalb erforderlich, um ein Ausrieseln des Materials zu vermeiden.

Zusätzlich kann ein mechanischer Schutz des Absorptionsmaterials notwendig sein, falls die Kapseln oder Kapselteile häufig von Hand bewegt werden, z.B. bei Toren oder Klappen. Dazu eignet sich die in Bild 6 gezeigte Lochblechverkleidung (1,0 bis 1,5 mm dick) mit einem Lochflächenanteil von mindestens 30%. Soll das Lochblech lackiert werden, so muss dies vor der Anbringung erfolgen, da die Wirksamkeit des Absorptionsmaterials nicht durch ein aufgetragenes Anstrichmittel beeinträchtigt werden darf. Alternativ zum Lochblech lassen sich gegebenenfalls Streckmetall oder - bei geringen Ansprüchen an die Festigkeit - auch Drahtgeflecht einsetzen.

Schaumstoffmaterialien werden von verschiedenen Herstellern bereits mit einer Schmutz und Feuchtigkeit abweisenden Folienabdeckung angeboten. Einige Materialien sind auch mit einem mechanischen Oberflächenschutz versehen, z. B. bestehend aus einer festen Lochfolie oder einer Gewebeschicht, so dass sich der Aufbau der Wandkonstruktion vereinfacht. Diese Materialien bieten sich z. B. für eine nachträgliche Auskleidung einer vorhandenen Maschinenkapselung an. Das Material muss nur entsprechend zugeschnitten und eingeklebt werden. Wie bereits erwähnt, verspricht diese schallabsorbierende Nachrüstung einer Kapselung Pegelminderungen bis zu ca. 10 dB(A).

MaterialDicke dAbsorptionsgrad α
in mmbei der Oktavmittenfrequenz in Hz
1252505001.0002.0004.000
Mineralfaserplatte mit Kaschierung aus Faservlies (p ≈ 30 - 50 kg/m3)300,150,30,60,91,01,0
500,250,650,851,01,01,0
1000,351,01,01,01,01,0
Weichschaumstoffplatte
(p ≈ 10-15 kg/m3)
350,10,250,650,91,01,0
500,150,350,70,91,01,0
1000,350,80,91,01,01,0

Tabelle 3:Schallabsorption unterschiedlicher Materialien