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Abschnitt 6.2, 6.2 Kapselwand
Abschnitt 6.2
Geräuschminderung durch Kapselung Hinweise zur Gestaltung von Kapseln einfacher Bauart (IFA-LSA 01-243)
Titel: Geräuschminderung durch Kapselung Hinweise zur Gestaltung von Kapseln einfacher Bauart (IFA-LSA 01-243)
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: IFA-LSA 01-243
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.2 – 6.2 Kapselwand

Die Ausführung der Kapselwand hat einen wesentlichen Einfluss auf die erreichbare Schalldämmung der Kapsel. Bei einschaligen Konstruktionen wird das Schalldämmmaß hauptsächlich durch die flächenbezogene Masse m' (Masse je Flächeneinheit) bestimmt. Mit zweischaligen Konstruktionen lassen sich besonders hohe Schalldämmmaße bei mittleren Frequenzen erreichen (oberhalb der Resonanz der zweischaligen Wand). Die Schalldämmung der Wandung ist frequenzabhängig und nimmt in der Regel mit der Frequenz zu. In der Tabelle 2 sind beispielhaft die Schalldämmmaße R verschiedener Materialien für die Oktavbänder von 125 Hz bis 4.000 Hz zusammengestellt. Zusätzlich ist jeweils das bewertete Dämmmaß RW angegeben, das sich aus dem Vergleich der ermittelten Dämmkurve (Dämmwerte in Abhängigkeit von der Frequenz) mit einer Bezugskurve errechnet.

Bei Kapseln einfacher Bauart lässt sich mit Stahlblech von 1,5 bis 2 mm Dicke eine ausreichende Schalldämmung erreichen (flächenbezogene Masse m' ca. 12 bis 16 kg/m2). Größere Wanddicken sind in der Regel nicht erforderlich, weil die Wirksamkeit der Kapsel ohnehin durch unvermeidbare Nebenwegübertragungen (z. B. über Öffnungen) begrenzt ist. Außerdem können sich bei dickeren Blechen auf Grund der höheren Biegesteifigkeit bei höheren Frequenzen Einbrüche in der Schalldämmkurve ergeben (Koinzidenzeffekt). Bild 5 zeigt Beispiele für die Schalldämmmaße von drei Stahlblechen unterschiedlicher Dicke.

Bei unvermeidbaren Körperschallbrücken zwischen der Geräuschquelle und der Kapsel und dadurch bedingter Schwingungsanregung der Kapselwand (siehe Abschnitt 6.6) empfiehlt es sich, ein Verbundblech (Sandwich-Aufbau) oder ein mit einer Dämpfungsschicht belegtes Blech zu verwenden.

Alternativ zu Stahlblech lassen sich auch Holzspanplatten ab ca. 20 mm Dicke als Kapselwandung einsetzen (siehe Tabelle 2). Für erforderliche Fensterflächen empfiehlt sich Glas in mindestens 4 mm Dicke oder Acrylglas in mindestens 7 mm Dicke (siehe Abschnitt 6.4.1).

Bild 5:Schalldämmmaße von Stahlblechen unterschiedlicher Dicke:
a) 1 mm; b) 3,5 mm; c) 8 mm

Baustoff/
Material
Dicke dflächenbez.
Masse m'
Schalldämmmaß R in dBBewertetes Dämmmaß
Oktavmittenfrequenz in Hz
 in mmin kg/m21252505001.0002.0004.000RW in dB
Stahlblech1817233032353831
3,52829333639413139
Holzspanplatte221522222728222426
Gipskartonplatte12,51121262831303230
Vollziegel (beidseitig verputzt)7017031393937495342
Bauglas3,5919222731323430
Acrylglas4515182128313326

Tabelle 2:Schalldämmmaße R für unterschiedliche Materialien