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Anhang 2 TRBA 260, Hinweise für die Erstellung eines Hygiene...
Anhang 2 TRBA 260
Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Veterinärmedizin und bei vergleichbaren Tätigkeiten (TRBA 260)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Veterinärmedizin und bei vergleichbaren Tätigkeiten (TRBA 260)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRBA 260
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anhang 2 TRBA 260 – Hinweise für die Erstellung eines Hygieneplans

Allgemeine Hinweise zum Hygieneplan

Ziel eines Hygieneplanes ist es, die Übertragung von Biostoffen, das heißt Infektionserregern (Viren, Bakterien, Pilzen, Parasiten) möglichst zu verhindern. Die Übertragung von Tier zu Beschäftigten, Tier zu Tier und auf Dritte auch indirekt über Flächen und Gegenstände ist durch Beschreibung der erforderlichen Maßnahmen so gering wie möglich zu halten. Vorsorglich sind daher geeignete Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsmaßnahmen zu bestimmen sowie Regelungen zur Ver- und Entsorgung zu treffen. Damit soll auch die Ausbreitung allergenisierender Biostoffe, sowie weiterer allergenisierender organischer Stoffe (Haare, Hautpartikel etc.) oder toxischer Bestandteile eingegrenzt werden.

Entsprechend erforderliche Hygienemaßnahmen sind in Abhängigkeit von den spezifischen Risiken festzulegen. Es muss deutlich werden, wer die jeweilige Maßnahme durchzuführen hat sowie wer die sach- und fachgerechte Ausführung überwacht.

Ein Hygieneplan muss eindeutig und leicht verständlich sein. Nachfolgend ist beispielhaft die Vorgehensweise zur Erstellung eines tätigkeitsbezogenen Hygieneplans aufgeführt.

Hinweis: Auch die Übertragung von Infektionserregern von Tier zu Tier stellt in der Folge eine mögliche Ansteckungsquelle für Beschäftigte im Umgang mit kolonisierten bzw. neu erkrankten Tieren dar, so dass die Transmission von auf den Menschen übertragbaren Krankheitserregern auch zwischen Tieren durch geeignete Maßnahmen verhindert werden sollte.

Die möglichen Tätigkeitsbereiche in der Veterinärmedizin sind grundsätzlich sehr breit gefächert und selbst in bestimmten Teilgebieten derart vielfältig, dass die erforderlichen Abschnitte sowie Inhalte eines einrichtungsspezifischen Hygieneplans durch kein universelles Muster ausreichend berücksichtigt werden können. Das nachfolgende Beispiel adressiert daher häufige Abschnitte und Inhalte, die bei der Zusammenstellung eines einrichtungsspezifischen Hygieneplans hilfreich sein können.

Beispiele für mögliche Inhalte eines einrichtungsspezifischen Hygieneplans

Abschnitt Inhalt
Basishygiene Präambel, Allgemeines Geltungsbereich, Gültigkeitsdauer, Kenntnisnahme der Mitarbeiter (Datum, Unterschrift)
Organisation der Hygiene Struktur des Hygienemanagements, Benennung von verantwortlichen Personen ("verantwortlich für Hygiene", oder "Hygienebeauftragter")
Händehygiene Indikationen für die Desinfektion der Hände
Hygienische Händedesinfektion
Chirurgische Händedesinfektion
Kontamination der Hände/Haut
Händewaschung, Hautschutz
Waschplatz, Spender, Desinfektionsmittel, Seife, Pflege
Persönliche Hygiene Haare, Fingernägel, Schmuck
Arbeitskleidung, Schuhe, Stiefel
Bereichskleidung
Schutzkleidung, Schutzhandschuhe bei besonderen Tätigkeiten
Schutz der Mitarbeiter Maßnahmen zum Infektionsschutz gemäß Risikoanalyse
Sofortmaßnahmen bei Kontamination/Kontakt mit infektiösen oder sensibilisierenden Stoffen (z. B. Se- und Exkrete von Tieren, Probematerialien)
Probenaufbereitung, Probenversand
Umgang mit möglichweise infektiösem Material
Spezielle Hygiene Reinigungsmaßnahmen Allgemeine Grundsätze zu Reinigungsmaßnahmen
Reinigung von Oberflächen und Fußböden
Reinigung von besonderen Räumen und Abteilungen (Käfige, Boxen, Aufwachraum, Röntgenraum, Operationsraum, Sektionsraum, Untersuchungsraum etc.)
Maßnahmen an Patienten Abscheren des Fells
Hautdesinfektion, Schleimhaut-Antiseptik
Injektionen und Punktionen, Operationen
Infusionssystemkomponenten und Infusionslösungen
Venenkatheter
Blasenkatheter
Wunden und Hautdefekte, Wundantiseptik
Verbände und Verbandswechsel
Augen- und Ohruntersuchungen, Fieber messen
Tierwaschungen
Patientenmanagement Ankunft der Patienten, Ampelsystem für stationäre Unterbringung (Staffelung nach Infektionsrisiko), Information von Patientenbesitzern und Mitarbeitern über Infektionsgefahren (z. B. Warnschild: "Hygiene")
Operationsabteilung Allgemeine Hygieneregeln, Regelungen für das Tagesprogramm
Kleidung, Mundschutz
Händehygiene im OP
Prä- und postoperative Maßnahmen am Patienten
Präoperative Vorbereitung der Instrumente und Materialien
Isoliermaßnahmen Nosokomiale Infektionserreger
Übertragbare Infektionskrankheiten
Material und Geräte Material- und Instrumentenreinigung und -desinfektion
Umgang mit Gegenständen für Fütterung und Tränke, Geschirre, Leinen, Stricke
Wärmelampen, Wärmflaschen, Decken, Unterlagen, Körbe, Bauchgurte
Schermaschinen, Otoskope, Thermometer, Fadenmesser etc.
Medizinische Geräte und Instrumente, Spezialräume Ultraschallgeräte/Ultraschallraum, Endoskope
Röntgenraum/Röntgenanlage/Lagerungshilfen
Transportwagen/Transporttragen, -tücher
Lagerung und Entsorgung Wäsche, Abfälle, Abwurfbehälter für scharfe und spitze Instrumente, Abfallpläne
Tierkörper, -teile, Proben
Desinfektion, Allgemeine Grundsätze zur Desinfektion
Flächendesinfektion
Sterilisation Dampfsterilisation, Heißluftsterilisation, Sterilgutverpackung, Lagerung
Arzneimittel Medikamentenschrank, Kühlschrank für Medikamente, Schnelltests u. ä.
Kontrolle vor der Anwendung, Mehrfachentnahmen, Aufbewahrung von angebrochenen Medikamenten für stationäre Patienten
Anlagen Anzeigepflichtige Tierseuchen, Meldepflichtige Tierseuchen Reinigungs- und Desinfektionspläne