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Anhang 3 EMFV, Thermische Wirkungen: Expositionsgrenzwerte u...
Anhang 3 EMFV
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (Arbeitsschutzverordnung zu elektromagnetischen Feldern - EMFV)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (Arbeitsschutzverordnung zu elektromagnetischen Feldern - EMFV)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: EMFV
Gliederungs-Nr.: 805-3-15
Normtyp: Rechtsverordnung

Anhang 3 EMFV – Thermische Wirkungen: Expositionsgrenzwerte und Auslöseschwellen für zeitveränderliche elektromagnetische Felder im Frequenzbereich von 100 kHz bis 300 GHz

1 Expositionsgrenzwerte

Tabelle A3.1
Expositionsgrenzwerte der spezifischen Absorptionsrate SAR für gesundheitliche Wirkungen von elektromagnetischen Feldern im Frequenzbereich von 100 kHz bis 6 GHz

Expositionsgrenzwerte für gesundheitliche WirkungenSpezifische Absorptionsrate SAR (W/kg)
Ganzkörpermittelwert der SAR 0,4
Lokale SAR-Wärmebelastung für Kopf und Rumpf10
Lokale SAR-Wärmebelastung für Gliedmaßen20
Anmerkung 1:Die SAR-Werte sind über ein Sechs-Minuten-Intervall zu mitteln.
Anmerkung 2:Lokale SAR-Werte sind über 10 g eines beliebigen zusammenhängenden Körpergewebes zu mitteln.

Tabelle A3.2
Expositionsgrenzwert der Leistungsdichte S für gesundheitliche Wirkungen bei Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern im Frequenzbereich von 6 GHz bis 300 GHz

FrequenzbereichExpositionsgrenzwert der Leistungsdichte S (W/m2)
6 GHz ≤ f ≤ 300 GHz50
Anmerkung:Die Leistungsdichte wird über jedes Flächenelement von 20 cm2 gemittelt. Die maximale örtliche Leistungsdichte, gemittelt über 1 cm2, darf das 20-fache des Wertes von 50 W/m2, also 1 kW/m2, nicht überschreiten. Leistungsdichten im Frequenzbereich von 6 GHz bis 10 GHz werden über Sechs-Minuten-Intervalle gemittelt. Oberhalb von 10 GHz wird die Leistungsdichte über ein beliebiges Zeitintervall von jeweils 68/f 1,05-Minuten gemittelt (wobei f die Frequenz in GHz ist).

Tabelle A3.3
Expositionsgrenzwert der lokalen spezifischen Energieabsorption SA für sensorische Wirkungen von gepulsten elektromagnetischen Feldern im Frequenzbereich von 0,3 GHz bis 6 GHz (Mikrowellenhören)

FrequenzbereichExpositionsgrenzwert der lokalen
spezifischen Energieabsorption SA (mJ/kg)
0,3 GHz ≤ f ≤ 6 GHz10
Anmerkung 1:Die zu mittelnde Gewebemasse für lokale SA beträgt 10 g.
Anmerkung 2:Die sensorische Wirkung des Mikrowellenhörens kann nur bei Pulsbreiten kleiner als 30 µs auftreten.

2 Auslöseschwellen

Tabelle A3.4
Auslöseschwellen für elektromagnetische Felder im Frequenzbereich von 100 kHz bis 300 GHz

FrequenzbereichEffektivwert der elektrischen Feldstärke E (V/m)Effektivwert der magnetischen Feldstärke H (A/m)Mittelwert der Leistungsdichte S (W/m2)
100 kHz ≤ f < 1 MHz6141,63 106 / f -
1 MHz ≤ f < 10 MHz614 106 / f 1,63 106 / f -
10 MHz ≤ f < 400 MHz61,40,16310
400 MHz ≤ f < 2 GHz3,07 10-3f 8,14 10-6f 25 10-9 f
2 GHz ≤ f < 300 GHz137,30,36450
Anmerkung 1: f ist die Frequenz in Hertz (Hz).
Anmerkung 2:Die Auslöseschwellen für E, H und S werden bis 10 GHz über ein Sechs-Minuten-Intervall gemittelt. Über 10 GHz werden die Auslöseschwellen für E, H und S über ein beliebiges Zeitintervall von jeweils 68/f 1,05-Minuten gemittelt (wobei f die Frequenz in GHz ist).
Anmerkung 3:Die Leistungsdichte wird über ein beliebiges exponiertes Flächenelement von 20 cm2 gemittelt. Die maximale örtliche Leistungsdichte, gemittelt über 1 cm2, sollte das 20-fache des Wertes von 50 W/m2, also 1 kW/m2, nicht überschreiten.
Anmerkung 4:Bei Hochfrequenzpulsen im Frequenzbereich zwischen 100 kHz und 10 MHz berechnen sich die Spitzenwerte für die elektrischen Feldstärken E durch Interpolation des 1,5-fachen Wertes der Auslöseschwelle bei 100 kHz und des 32-fachen Wertes bei 10 MHz in Tabelle A3.4. Bei Frequenzen über 10 MHz überschreitet die über die Impulsbreite gemittelte Leistungsdichte S eq nicht das Tausendfache der Auslöseschwellen oder die Feldstärken nicht das 32-fache der entsprechenden Auslöseschwellen.
Anmerkung 5:Zur Vereinfachung der im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 durchzuführenden Bewertung der Exposition können Mess- oder Berechnungsverfahren mit definierter räumlicher Mittlung nach dem Stand der Technik angewendet werden.

Tabelle A3.5
Auslöseschwellen für stationäre Kontaktströme I K und induzierte Ströme durch die Gliedmaßen I G im Frequenzbereich von 100 kHz bis 110 MHz

FrequenzbereichEffektivwert des stationären zeitveränderlichen Kontaktstroms I K (mA)Effektivwert des induzierten Stroms durch eine beliebige Gliedmaße I G (mA)
100 kHz ≤ f < 10 MHz40-
10 MHz ≤ f ≤ 110 MHz40100
Anmerkung:Die Auslöseschwellen I K und I G werden jeweils über ein Sechs-Minuten-Intervall gemittelt.