DGUV Information 215-210 - Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstät...

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Abschnitt 5.6, 5.6 Schatten
Abschnitt 5.6
Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten (DGUV Information 215-210)
Titel: Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten (DGUV Information 215-210)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-210
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.6 – 5.6 Schatten

ASR A3.4 Beleuchtung
5.6 Schatten

Schatten ermöglicht die räumliche Wahrnehmung. Durch angemessene Schattigkeit können Gegenstände in ihrer Form und Oberflächenstruktur leichter erkannt werden. Schatten, die Gefahrenquellen überdecken, dürfen nicht zu Unfallgefahren führen. Sie können z. B. durch Anordnung mehrerer Leuchten, die aus verschiedenen Richtungen Licht abgeben, minimiert werden.

Körperwiedergabe (Schattigkeit)

Um eine gute Körperwiedergabe (Schattigkeit) zu erreichen, sollte ein der Sehaufgabe entsprechendes Verhältnis von diffusem (indirektem) zu gerichtetem (direktem) Lichtanteil realisiert werden.

Hierdurch wird die räumliche Wahrnehmung unterstützt. Oberflächenstrukturen und -fehler können durch angemessene Schattigkeit erkannt werden.

Für gute Körperwiedergabe von Gegenständen und Personen ist neben einem ausgewogenen Verhältnis von gerichteten zu diffusen Lichtanteilen auch eine eindeutig erkennbare Lichtrichtung wichtig. Bei den meisten Sehaufgaben haben sich Lichtrichtungen seitlich von oben bewährt. Direkt (nach unten) strahlende Leuchten können z. B. bei Menschen tiefe Schatten unter den Augen erzeugen und sollten sich daher nicht unmittelbar über dem Kopf eines Beschäftigten befinden. Zu flach einstrahlendes Licht kann zu Blendung führen und lange störende Schatten werfen.

Schattenarmut erschwert die räumliche Wahrnehmung, erzeugt einen monotonen Raumeindruck und wird deshalb vielfach als unangenehm empfunden. Sie wird durch eine diffuse Beleuchtung hervorgerufen, z. B. durch eine reine Indirektbeleuchtung mit gleichmäßiger Deckenleuchtdichte.

Abb. 29 Räumliche Wahrnehmung von Objekten bei unterschiedlicher Schattigkeit
A) Schattenarmut
B) ausgewogene Schattigkeit
C) lange, störende Schatten

Vermeidung störender Schatten

Schatten, die stören oder zu Unfallgefahren führen können, sind zu vermeiden.

Schatten (Schlagschatten) können Gefahrenquellen (Abb. 29 C) überdecken und damit zu Unfallgefahren führen. Um dies zu verhindern, sollte der Schatten durch zusätzliches Licht aufgehellt und/oder die richtige Lichtrichtung gewählt werden.

Hart abgegrenzte Schatten treten auf, wenn bei offenen Leuchten punktförmige Lampen eingesetzt werden, z. B. Strahler oder Downlights mit Niedervolt-Halogenglühlampen, Halogen-Metalldampflampen, LEDs. Dies kann durch den Einsatz von geeigneten Leuchtenabdeckungen vermieden werden, z. B. durch satinierte Gläser, Prismenscheiben.

Jedoch ist bei einigen Sehaufgaben z. B. an Anreißplätzen oder bei der Qualitätskontrolle ein hart abgegrenzter Schatten erforderlich, damit der Anriss- oder Oberflächenfehler durch Schattenwurf besser erkannt werden kann.

Abb. 30 Diffuse Beleuchtung ohne Schattenbildung (A) kann die Erkennbarkeit der Stufen genauso vermindern wie harte Schlagschatten, erzeugt durch kleine starke Lichtquellen (B). Die beste Erkennbarkeit wird durch eine Beleuchtung mit großflächigen direktstrahlenden Leuchten erzeugt (C). Die Markierung der Stufenkanten durch Farben oder Materialien, die den Kontrast verstärken, kann das Erkennen der Stufen zusätzlich verbessern.