DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Abschnitt 8.8, 8.8 Informationsgestaltung für Smartphones un...
Abschnitt 8.8
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.8 – 8.8 Informationsgestaltung für Smartphones und Tablets

Bei der Nutzung von Apps (Anwendungen) auf Smartphones oder Tablets sind wichtige ergonomische Vorgaben für die Informationsgestaltung zu beachten.

8.8.1
Anpassung der Darstellung von Informationen an die Bildschirmgröße

Damit die Schrift noch eine ausreichende Größe auf dem relativ kleinen Bildschirm eines Smartphones hat, muss bei der Gestaltung von Apps darauf geachtet werden, dass die Informationen optimal auf dem Bildschirm verteilt und angeordnet sind. Der Navigationsaufwand sollte möglichst gering gehalten werden.

Bei browserbasierten Anwendungen ist häufig ein sogenanntes "responsive Design" möglich, das automatisch je nach Bildschirmgröße die Informationen optimiert anordnet, z. B. ist bei einem Smartphone dann nur noch ein vertikales Scrollen nötig. Dies ist in der Regel bei Apps mit einer erweiterten Funktionalität und mit einer Reihe unterschiedlicher Elemente wie Eingabefelder oder sogar Tabellen nur schwer möglich. Deshalb müssen Apps programmseitig speziell für diese Bildschirmgrößen gestaltet werden. Wenn mit derselben App auf einem großen und kleinen Bildschirm gearbeitet werden soll, ist dennoch Konsistenz zu gewährleisten.

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Abb. 46
Ungünstige Statusanzeige

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Abb. 47
Günstige Statusanzeige

8.8.2
Bedienbereiche und Navigation optimieren

Grundsätzlich sollte klar sein, welche Informationen und Bildschirmbereiche über Berührung (Touch) aktiviert werden können. Wird über mehrere Bildschirme navigiert, ist sicherzustellen, dass eine aufgabenangemessene Orientierung bereitgestellt wird. Bereiche oder Elemente, die mit Touch aktiviert werden können, sind so zu gestalten, dass sie gut anwählbar sind. Typischerweise ist ein Bereich von ca. 5 mm um die Auswahlfläche inaktiv, vorzusehen, um ein unbeabsichtigtes Auslösen benachbarter Auswahlflächen zu verhindern. Hyperlinks in Fließtexten sind häufig zu klein für Touchbedienung per Hand. Das gleiche gilt für die Gestaltung des Scrollbars.

8.8.3
Icongestaltung

Häufig werden Symbole eingesetzt, um auf den kleinen Bildschirmen Platz zu sparen. Gerade bei Touchbedienung ist es wichtig, selbstbeschreibungsfähige Icons anzubieten und Label auf Wunsch anzeigen zu können, da der Einsatz von Tooltips und Ähnlichem hier nur schlecht umzusetzen ist.

string Hinweis
Zur Gestaltung von Touchscreens wird auf Ausführungen in der DIN EN ISO 9241-410 (Gestaltungskriterien für physikalische Eingabegeräte) sowie VDI/VDE 3850 Blatt 3 (Gebrauchstaugliche Gestaltung von Benutzungsschnittstellen für technische Anlagen - Merkmale, Gestaltung und Einsatzmöglichkeiten von Benutzungsschnittstellen mit Touchscreens) verwiesen.