DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Anhang 4, Beispielhafte Methoden zur formativen Evaluation v...
Anhang 4
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

Anhangteil

Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 4 – Beispielhafte Methoden zur formativen Evaluation von Gebrauchstauglichkeit

Methode Beschreibung Ziel Testgegenstand Einsatzphase Ergebnis Hinweise zum Einsatz
Alternativen-VergleichstestZwei Versionen der Software werden anhand von Merkmalen direkt miteinander verglichenvergleichende BewertungNutzung durch Benutzerinnen/BenutzerEntwicklung und Prüfungrelative Präferenzen oder Vergleiche einzelner MerkmaleGefahr, dass eine bessere Alternative als gute Lösung deklariert wird, selbst wenn sie erhebliche Gestaltungsmängel hat
Analyse des NutzungskontextsAnalyse eines (zukünftigen) Nutzungskontexts und möglichst systematische und detaillierte DokumentationNutzungskontext beschreibenArbeitssystemAnalyse von Aufgaben und Erfordernissenspezifizierter Nutzungskontextdurch Beobachtungschema systematisieren, wiederholte Durchführung auch von anderen Personen
AufgabenanalyseNutzungsszenarien erstellenBeschreibung von Arbeitsprozessen in einer organisatorischen EinheitArbeitssystemPlanung und Konzeption, Entwicklung und PrüfungAufgaben und Erfordernisse 
Befragung (schriftlich, mündlich)Formen: Interview, Fragebogen. Personen antworten auf offene oder geschlossene und vorab festgelegte Fragen. Standardisierte schriftliche Befragungen beziehen sich auf festgelegte MerkmaleAnregungen erhalten, Meinungen abfragen, Bedürfnisse ermitteln, Einstellungen erheben, Bewertungen in angeleiteter Form ermittelnEinschätzungen durch Expertinnen/Experten oder Benutzerinnen/BenutzerPlanung und Konzeption, Entwicklung und Prüfung, Einführung, Nutzung und Pflege, AblösungSpektrum an Meinungen, Einschätzungendient bei nicht standardisierten Befragungen der Exploration
Cognitive WalkthroughExpertin/Experte handelt als Benutzerin/Benutzer während der Inspektion eines Software-PrototypenEntwicklung alternativer LösungsmöglichkeitenAusprobieren und Benutzung durch Expertinnen/ExpertenPlanung und Konzeption, Entwicklung und Prüfung, EinführungIdentifikation von Gestaltungsmängeln 
Dokumentenanalysegestaltungsrelevante Informationen in vorhandenen Dokumenten findenBeschreibung von Erfordernissen und Anforderungen und ermitteln von Begründungenvorhandene DokumentePlanung und KonzeptionErfordernisse, AnforderungenPhase im Einsatzzyklus, Testtyp, Screeningdetail, Einsatzvoraussetzungen, Durchführungsaufwand, Aussagekraft
Eye TrackingErfassung und Dokumentation von Blickverläufen und Verweildauern der Benutzerin/des Benutzers während der Benutzung von SoftwareBlickpunkte, -verläufe und Verweildauern im KontextNutzung durch Benutzerinnen/BenutzerEntwicklung und Prüfungmit Aufgaben- und Nutzungskontext interpretierbar 
Fokusgruppe, Gruppendiskussionmoderierte themenzentrierte Gruppendiskussion zu einem vorab festgelegten Thema (Fokus)Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten für aufgedeckte Mängel; Abstimmung des weiteren Vorgehens für die EntwicklungEinschätzungen von Benutzerinnen/Benutzern und Expertinnen/ExpertenEntwicklungsprozess, Analyse von Aufgaben und Erfordernissen, Entwicklung von Prototypen, Nutzung im KontextZwischenergebnisse bewerten, Maßnahmen ableiten, DokumentationFokusgruppen werden für sehr viele verschiedene Themen angewendet. Detaillierte Anleitungen können recherchiert werden.
Heuristische EvaluationFachleute analysieren Software anhand von Heuristiken und typischen bzw. spezifizierten Nutzungsszenarien Ausprobieren und Benutzung durch Expertinnen/ExpertenNutzung im Kontext  
Lautes DenkenWährend der Interaktion mit einem Software-Prototypen spricht eine Benutzerin/ein Benutzer alle Überlegungen, Gedanken und Handlungsabläufe laut ausUnklarheiten während Benutzung identifizieren und Anregungen für Verbesserungsmaßnahmen gewinnenNutzung durch Benutzerinnen/BenutzerEntwicklung von PrototypenMängel, Fehler, Unklarheiten, fehlende Informationen 
PersonasBenutzerinnen/Benutzer werden anhand ihrer sogenannten Charaktereigenschaften und ihrer Verhaltensweisen mit Software durch Experten typisierttypische Benutzer/Benutzerinnen identifizierenBenutzer-/BenutzerinneneigenschaftenPlanung und KonzeptionNutzertypenSoftwaregestaltung orientiert sich an erfassten Nutzereigenschaften und nicht an ergonomischen Prinzipien der Gestaltung
Prototyping (mit Papier oder Software)Benutzerinnen/Benutzern werden Entwürfe der Software vorgelegt, die benutzt und nach Merkmalen bewertet werden sollenSammlung von Verbesserungsvorschlägen und Identifikation von MängelnBenutzung von PrototypenEntwicklung und PrüfungGestaltungsmängel, Verbesserungsvorschläge 
StoryboardDer Arbeits- und Interaktionsprozess wird als Kurzgeschichte illustriert.Arbeits- und Interaktionsabläufe lebendig, aber strukturiert beschreibenArbeits- und InteraktionsabläufePlanung und Konzeption, Entwicklung und PrüfungWesentliche Schritte in den Arbeits- und Interaktionsabläufen 
SUMI (Software Usability Measurement Inventory)Standardisierter Fragebogen mit 50 Fragen, der Beeinträchtigungen durch die Arbeit mit Software erhebt.Beeinträchtigungen werden allgemein und spezifisch bewertet auf den fünf Dimensionen Affekt, Effizienz, Hilfestellung, Steuerbarkeit und Lernförderlichkeit.Nutzung durch Benutzerinnen/BenutzerEntwicklung und Prüfung, Nutzung und PflegeIdentifikation von Beeinträchtigungen durch die Arbeit mit Softwaremindestens zehn hinreichend qualifizierte Nutzerinnen/Nutzer
SzenarienBeschreibung von Situationen wann Benutzerinnen/Benutzer wie warum mit welchem Ergebnis mit Software interagieren.Einsatz- und Testszenarien entwickeln; Nutzungskontexte ableitenNutzung durch Benutzerinnen/BenutzerPlanung und Konzeption, Entwicklung und Prüfung, Einführung, Nutzung und Pflege, AblösungNutzungskontexte, Einsatz- und Testszenarien 
Use CasesNutzungsablauf verschiedener Benutzerinnen/Benutzer ermitteln und dokumentierenKonzeption für die NutzerführungAbläufe für AufgabenbearbeitungPlanung und KonzeptionAblaufmodell für einzelne Benutzungsgruppen