DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Abschnitt 13.4, 13.4 Das iterative Modell
Abschnitt 13.4
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 13.4 – 13.4 Das iterative Modell

Die DIN EN ISO 9241 Teil 210 beschreibt ein benutzerinnen-/benutzerorientiertes Vorgehen bei der Softwareentwicklung.

Im Unterschied zu den klassischen Softwareentwicklungsprozessen der vorhergehenden Abschnitte liegt der Fokus nicht auf der technischen Qualität der zu entwickelnden Software. DIN EN ISO 9241 Teil 210 ist ein iteratives Modell zur Entwicklung einer gebrauchstauglichen, menschzentrierten Software (Usability Engineering, UE). Bei sogenannten iterativen Entwicklungsmodellen ist die Aufteilung des Projektes in Iterationen (dt. Wiederholungen) bzw. Kleinst-Projekte vorgesehen.

In der Praxis stehen die Modelle der Softwareentwicklung (SE) und des Usability Engineering (UE) nebeneinander, auch, was die handelnden Akteurinnen und Akteure betrifft. Spätestens seit dem großen Erfolg von Handheldprodukten setzt sich jedoch auch in Kreisen der Entwicklerinnen und Entwickler die Erkenntnis durch, dass sich das rein technische System der Gebrauchstauglichkeit unterordnen muss, um Erfolg zu haben.

Am Anfang eines neuen Entwicklungsprozesses müssen sich Anwendende und Entwickelnde mit der Frage beschäftigen, wie sich die beiden Sichtweisen und Prozesse miteinanderverbinden lassen. Ein pragmatischer Ansatz besteht darin, vor dem eigentlichen Entwicklungsprozess einen systematischen Prozess des Usability Engineering durchzuführen und so qualitativ hochwertige und präzise formulierte Nutzungsanforderungen zu entwickeln. Diese bilden die grundsätzlichen Leitplanken der Softwareentwicklung. Durch die weiteren Iterationen besteht zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung die Möglichkeit zum Abgleich der Software mit den ursprünglichen Anforderungen und zu ggf. erforderlichen Nachbesserungen, die hier noch mit relativ vertretbarem Aufwand realisiert werden können.

Abb. 66 Wechselseitige Abhängigkeit menschzentrierter Gestaltungsaktivität (Quelle: DIN EN ISO 9241-210)