DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Abschnitt 13.2, 13.2 Extreme Programming (XP)
Abschnitt 13.2
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 13.2 – 13.2 Extreme Programming (XP)

Extreme Programming ist eine "agile" Methode des Softwareentwicklungsprozesses. Diese begreift sich als Gegenentwurf zu traditionellen Softwareentwicklungsprozessen, welche Entwicklerinnen und Entwickler oft als zu schwerfällig und bürokratisch empfinden. Formellen Abstimmungen und intensiver Dokumentation wird folglich wenig Bedeutung beigemessen.

Extreme Programming geht davon aus, dass die Anforderungen an die zu erstellende Software zu Beginn nicht vollständig bekannt sind bzw. sich mit fortschreitender Entwicklungszeit ändern oder ganz entfallen können. Anders als bei den traditionellen Methoden, bei denen das fertige Produkt erst zum Ende des Entwicklungsprozesses zur Verfügung steht, versucht Extreme Programming möglichst schnell einen funktionsfähigen Prototypen zur Verfügung zu stellen und diesen dann sukzessive, gemeinsam mit dem Kunden um die gewünschten Funktionalitäten zu erweitern.

Extreme Programming kann folglich als "modellgetrieben" charakterisiert werden.

Die ständige Rückkopplung der Kundin bzw. des Kunden während des Entwicklungsprozesses soll verhindern, dass ihr/ihm nach einer langen Entwicklungszeit ein fertiges Produkt übergeben wird, das sie/er nicht in der gewünschten Weise nutzen kann.

So schlüssig diese Vorgehensweise theoretisch erscheint, so schwierig gestaltet sich häufig die praktische Umsetzung. Insbesondere die Kundin bzw. der Kunde muss für die Möglichkeit, die Software jederzeit im Entwicklungsprozess an ihre/seine aktuellen Anforderungen anpassen zu können, Einschränkungen und Forderungen auf sich nehmen. So kann zu Beginn des Projektes kein genauer Leistungsumfang festgelegt werden und somit auch kein fester Preis oder Auslieferungstermin für das "fertige" Produkt. Zudem muss die Kundin bzw. der Kunde den entwickelnden Personen zutrauen, in einem derart dynamischen Prozess nicht den roten Faden zu verlieren. Und letztlich muss sie/er selbst erhebliche, hochqualifizierte eigene Ressourcen in das Projekt einbringen.

Abb. 65 Das V-Modell™