DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Abschnitt 11.4, 11.4 Nutzungsanforderungen spezifizieren
Abschnitt 11.4
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 11.4 – 11.4 Nutzungsanforderungen spezifizieren

Aus jedem Nutzungskontext (mit allen Komponenten des Arbeitssystems) werden Nutzungserfordernisse und -anforderungen abgeleitet.

  1. 1.

    Identifizieren von Erfordernissen aus Nutzungskontext, Wünschen und Zielen von Kundinnen/Kunden und Benutzerinnen/Benutzern,

  2. 2.

    Ableiten von Nutzungsanforderungen aus Erfordernissen,

  3. 3.

    Abgleich von Anforderungen mit Erfordernissen durch Bewerten von Unterschieden und Ableiten von Maßnahmen.

Erforderlich ist das, was für eine ergonomische Aufgabenbearbeitung notwendig ist, und das, was notwendig ist, die Aufgaben im Nutzungskontext angemessen bearbeiten zu können (Was ist wie und wann mit welchem Ergebnis zu tun?). Darauf bezieht sich eine Anforderung als das technisch Machbare (Was kann wie und wann mit welchem Ergebnis getan werden?).

Anforderungen beschreiben Funktionen, Abläufe und Vorgaben, die technisch umgesetzt werden können. Damit sollen Erfordernisse ausgefüllt und Aufgaben der Nutzergruppen im Nutzungskontext tatsächlich unterstützt werden. Anforderungen sollen aus der Perspektive der Nutzeraufgabe und nicht aus der der Softwarefunktionalität beschrieben werden.

Aus der Aufgabe "Zusammenfassen von Einzelgutachten zu einer Stellungnahme und formale und inhaltliche Endkontrolle durch die Benutzerin bzw. den Benutzer" ergeben sich verschiedene Erfordernisse und Anforderungen. Es kann erforderlich sein, Textpassagen aus Einzelgutachten zusammenzufassen oder Teile direkt in die Stellungnahme zu übernehmen. Dies erfordert Vergleiche zwischen den Einzelgutachten und der Stellungnahme, bei der eine parallele Informationsdarstellung zu empfehlen ist. Als Anforderung kann eine parallele Darstellung auf nebeneinander liegenden Bildschirmen ausreichender Größe und Auflösung abgeleitet werden. Eine Darstellung in unterschiedlichen Fenstern eines Bildschirms könnte dazu führen, dass zwischen unterschiedlichen Ansichten seriell gewechselt werden muss und/oder Informationen zu klein oder nur unvollständig dargestellt werden können.

Nutzungsanforderungen sind so weit zu spezifizieren und zu dokumentieren, dass eine Unterstützung der Benutzerinnen und Benutzer bei der Informationsaufnahme, -verarbeitung und -umsetzung durch die Software nachvollzogen werden kann. Als Ergebnis werden Interaktionsmöglichkeiten für Eingaben, Auswahlen und Ausgaben und die Darstellung von Informationen vor, während und nach der Interaktion beschrieben. Über Anforderungen hinweg werden Konflikte oder Widersprüche ermittelt. Abschließend wird überprüft und bewertet, inwieweit Anforderungen mithilfe von Benutzungsschnittstellen erfüllt werden können.

Da in dieser Prozessstufe viele Detailinformationen anfallen, ist eine systematische Analyse und Dokumentation von Ergebnissen wichtig. An der Spezifizierung von Nutzungsanforderungen sind auch die Benutzerinnen und Benutzer beteiligt.