DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Abschnitt 8.6, 8.6 Schrift
Abschnitt 8.6
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.6 – 8.6 Schrift

8.6.1
Schriftart

Bei der Wahl der Schriftart kommt es darauf an, wie gut ein Text visuell erkannt und gelesen werden kann (Leserlichkeit). Entscheidend dabei ist nicht so sehr, einzelne Buchstaben zu erkennen, sondern vielmehr, Wörter als Ganzes zu erfassen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Schrift so zu wählen, dass man das Wortbild gut wahrnehmen kann.

Folgende proportionale Schriften ohne Serifen sind z. B. zu empfehlen:

  • Verdana

  • Calibri

  • Arial

  • MS Sans Serif

  • Tahoma

Diese Schriften ergeben auf dem Bildschirm ein gutes Schriftbild. Dies heißt, es gibt bei hinreichender Zeichengröße gleichmäßige und ausreichend große Abstände zwischen den Buchstaben; sie laufen nicht ineinander. Die Schriften haben ein akzeptables Verhältnis zwischen Zeichenbreite und -höhe (ca. 7:10 für Großbuchstaben).

Die stufenweise Vergrößerung der Schrift, z. B. durch eine Zoomfunktion, bewirkt meist keine Verschlechterung der Darstellung. Eine Verkleinerung ist dagegen unter Umständen problematisch und kann das Schriftbild verschlechtern (z. B. variierende Abstände zwischen den Zeichen).

Innerhalb einer Anwendung sollte man nur eine Schriftart verwenden, damit sich die Benutzerin oder der Benutzer an das Schriftbild gewöhnen kann.

8.6.2
Schriftgröße

Für jedes Display und jede Anwendung ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Mindestanforderung für Leserlichkeit bezüglich der absoluten Zeichenhöhe auf dem Bildschirm (mit 20 - 22 Bogenminuten, siehe Abbildung 31) mit der verwendeten

Abb. 30 Empfohlene Zeichenhöhe von Großbuchstaben (bzw. Kleinbuchstaben mit Oberlänge) in Abhängigkeit vom Sehabstand

Schriftgröße eingehalten wird. Die absolute Zeichenhöhe kann z. B mit einer Messfolie direkt am Bildschirm einfach nachgemessen werden.

Die Schriftgröße muss in Bezug auf die speziellen Bedürfnisse der Benutzerin bzw. des Benutzers und die Arbeitsaufgabe angepasst werden können. Der Benutzerin oder dem Benutzer sollte man ermöglichen, Masken oder Seiten insgesamt und fehlerfrei zu vergrößern (zu skalieren), wenn Schriften für sie oder für ihn zu klein sind - unabhängig vom Endgerät oder der Art des Displays und der Anwendung.

Wie können Schriften vergrößert werden?

  1. 1.

    Der Anzeigebereich einer Anwendung wird über eine Zoomfunktion vergrößert. Nachteil ist, dass man eventuell scrollen muss, um an wichtige Details und Funktionen zu gelangen; d. h., der Bearbeitungsaufwand kann entsprechend erhöht sein. Neben erhöhten Navigationsanforderungen kann es zudem vorkommen, dass nur Texte vergrößert werden, jedoch keine Elemente wie Eingabefelder oder Listen.

  2. 2.

    Die Vergrößerung wird über eine spezielle Funktion der Anwendung eingestellt.

  3. 3.

    Man bietet eine alternative Benutzungsoberfläche an, die komplett für eine größere Schrift und größere Elemente gestaltet ist.

Abb. 31 Faustformel zur Berechnung der Zeichenhöhe

8.6.3
Mehrdeutige Zeichen

Wenn es erforderlich ist, einzelnen Buchstaben zu identifizieren, müssen Zeichensätze verwendet werden, die dies gut ermöglichen. Die Buchstaben I ("großes i") und "l" (kleines "L") sind nicht in jeder Schriftart eindeutig voneinander unterscheidbar, z. B.:

Abb. 32: Mehrdeutige Zeichen

8.6.4
Glättung von Schrift

Die Glättung ist ein Hilfsmittel, um die "gezackten" Schrägen und Kurven einer Schrift optisch "glatter" darzustellen.

Abb. 33 Vergrößerte Darstellung einer geglätteten Schrift (unten)

Nicht nur um die Kanten der Buchstaben werden zusätzliche Bildpunkte eingefügt, es werden sowohl die Linien der Zeichen selbst, als auch die Abstände zwischen den Buchstaben ausgeglichen (z. B. zwischen dem "M" und dem "e") (siehe Abbildung 33).

Ein optischer Ausgleich des "Treppeneffekts" (engl. Antialiasing) kann die Leserlichkeit durch ein verbessertes Schriftbild erhöhen. Doch je kleiner die Schrift ist, desto "verschwommener" oder unschärfer kann sie werden.

Bilder werden ebenfalls geglättet, wenn sie verkleinert oder vergrößert in einer Anwendung eingebunden sind. Bei einer Glättung können wichtige Pixel, die zur Erkennbarkeit und Unterscheidbarkeit von Symbolen beitragen, verloren gehen.