DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 8.4, 8.4 Elemente von grafischen Benutzungsoberflä...
Abschnitt 8.4
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.4 – 8.4 Elemente von grafischen Benutzungsoberflächen (Steuerelemente)

Es gibt eine Vielzahl von Elementen, mit denen man eine Anwendung bedient, z. B. Eingabefelder, Auswahllisten, Radiobuttons (Optionsfelder), Checkboxen (Kontrollkästchen, Markierungsfelder) und Abwandlungen davon. Um die Effizienz der Bedienung zu unterstützen, müssen die Elemente sorgfältig entsprechend der beabsichtigten Verwendung (Arbeitsaufgabe) und der Art der Informationen ausgewählt werden.

8.4.1
Auswahl der richtigen Elemente

Jedes Element hat eine Reihe von Auswahlkriterien, unter welchen Bedingungen es optimal einsetzbar ist.

Die Verwendung von Radiobuttons ist hier die richtige Wahl, da Radiobuttons als Alternativen verstanden werden. Zwei Checkboxen für die Auswahl Männlich/Weiblich zu verwenden, ist falsch, da mit Checkboxen üblicherweise Optionen dargestellt werden. Eine Dropdown-Auswahlliste kann zwar prinzipiell verwendet werden, ist jedoch umständlich zu bedienen und mit Hinblick auf die hier gegebene Auswahl von zwei Elementen ein ungünstiges Element.

Abb. 21 Richtige, falsche und ungünstige Elementverwendung

8.4.2
Einstellungen und Verhalten der Elemente

Ergonomische Eigenschaften der Elemente können wesentlich zur Effizienz der Bedienung beitragen. Das folgende Beispiel soll demonstrieren, wie wichtig an die Aufgabe angepasste Einstellungen sind.

Abb. 22 Listenelement mit zu kurzer Listenlänge

Die ausgeklappte Liste in der Abbildung 22 ist viel zu kurz und würde unnötiges Scrollen erforderlich machen. Dies ist gerade dann von Bedeutung, wenn das Element häufig zu bedienen ist.

Eine weitere wichtige Forderung in Bezug auf das Verhalten von Elementen ist die Möglichkeit der Tastaturbedienung. Vor allem bei tastaturintensiven Arbeiten wie Dateneingaben ist sicherzustellen, dass man (alle) Elemente nicht nur mit der Maus, sondern auch mit der Tastatur auswählen und bedienen kann. Funktionen wie Texte kopieren, aus einer Liste auswählen und Schaltflächen aktivieren sind auch mit der Tastatur, zum Beispiel durch sogenannte Tastaturkürzel (Shortcuts), zu ermöglichen.

Der Status der Elemente sollte jederzeit visuell unterschieden werden können und erkennbar sein. Die Auswahl in einer Liste oder die Veränderung eines Links, wenn sich der Mauszeiger darüber befindet (Mouseover), sind unterscheidbar zu gestalten (z. B. Farben, Rahmen).

Für jede Anwendung sind die folgenden Einstellungsbeispiele zu prüfen:

  • Eingabefelder sind immer so zu dimensionieren, dass die meisten Einträge vollständig angezeigt werden. Unnötig lange Eingabefelder sollte man vermeiden. Alternativ kann der komplette Text in einem separaten Fenster angezeigt werden.

  • Listen sind immer so groß anzuzeigen oder aufzuklappen, dass eine zweckmäßige Anzahl von Einträgen sichtbar ist. Dies reduziert die Notwendigkeit zu scrollen und unterstützt bei der Suche nach Einträgen.

  • Tabellen sind anpassbarzu gestalten, z. B. die Sortierrichtung innerhalb einer Spalte, die Spaltenreihenfolge, die Spaltenbreite. Alle Anpassungen sollten gespeichert werden können.

  • Schaltflächen sind entsprechend der Dialogsituation so zu belegen, dass die benötigte Funktion mit der "Enter"-Taste ausführbar ist (Standard-Schaltfläche), z. B. "Speichern".

  • Datumsfelder sind mit einer Kalenderfunktion oder mit Kürzeln bedienbar zu gestalten, z. B. wenn durch die verkürzte Eingabe eines Datums von Tag/Monat das aktuelle Jahr automatisch ergänzt wird.