DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Abschnitt 5, 5 Software und Bildschirm
Abschnitt 5
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – 5 Software und Bildschirm

Wie hängen Software und Bildschirm zusammen und wie beeinflusst der Bildschirm die Darstellung der Software? Diese Fragen werden in diesem Kapitel beantwortet.

Die in Unternehmen eingesetzte Software hat in der Regel eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa zehn bis zwölf Jahren. Sie wird zwar in Form neuer Versionen (Releases) immer wieder aktualisiert, bleibt aber in ihrer fundamentalen Struktur erhalten. Bildschirme und auch Rechner haben in der Regel eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa drei bis sechs Jahren. Somit weist die Software einen deutlich längeren Lebenszyklus auf und sollte deshalb an unterschiedliche Hardwarespezifikationen anpassbar gestaltet sein. Eine Anpassbarkeit der Informationsdarstellung auf dem Bildschirm erreicht man z. B. durch eine Programmierung mit vektorbasierten oder auch skalierbaren Darstellungen. Idealerweise passt die Software die Informationsdarstellung automatisch an die jeweilige Bildschirmgröße und seine Auflösung an (sogenanntes "Responsive Design"). Vermieden werden sollten pixelorientierte oder auch absolute Darstellungen, da sie beim Wechsel auf neue, höher auflösende Bildschirme, häufig zu verkleinerten Darstellungen bzw. schlechter Lesbarkeit führen.

Dazu folgendes Beispiel (siehe hierzu Tabelle "Typische, am Markt verfügbare Auflösungen" im Anhang 1):

Eine Software wurde vor einigen Jahren für einen "normal-formatigen" (4:3) 15"-Bildschirm mit einer Auflösung von 1024 768 Pixel mit absoluten Dimensionen (z. B. Punkten und Pixeln) programmiert. Vom Unternehmen wurden neue Bildschirme angeschafft, wobei mit Hinblick auf das zukünftige papierlose Dokumentenmanagement moderne breitbildformatige (16:9) 27"-Bildschirme mit einer Auflösung von 1920 1200 Pixel ausgewählt wurden.

Beim Anschluss der neuen Bildschirme ergibt sich folgende Darstellung auf dem Bildschirm (siehe Abbildung 10):

Abb. 10 Darstellung nach Anschluss eines neuen Bildschirms

Abbildung 10 zeigt, dass nur ein Teil der verfügbaren Bildschirmfläche genutzt wird. Immerhin bleibt in diesem Beispiel die absolute Zeichenhöhe erhalten bzw. die Zeichen werden sogar etwas größer auf dem neuen Bildschirm angezeigt, da die Pixelgröße von 0,294 mm 0,294 mm auf 0,311 mm 0,311 mm steigt.

Auszug aus der Tabelle "Typische, am Markt verfügbare Auflösungen" (siehe Anhang 1):

Bildschirmparameter für LCD-Bildschirme

  Diagonale   Anzeigefläche Physikalische Auflösung Pixelgröße
  Zoll mm mm Pixel mm
 15381304 2281024 7680,294 0,294
27686597 3361920 10800,311 0,311
27686596 3362560 14400,233 0,233

Erweitert man das Beispiel wie folgt, so lässt sich ein weiterer Effekt veranschaulichen:

Speziell der EDV-Bereich wird mit besonders hochauflösenden (16:9) 27"-Bildschirmen mit einer Auflösung von 2560 1440 Pixel ausgestattet.

Bild 1

Die absolute Pixelgröße verringert sich, wodurch die Darstellung von diagonalen Linien und Kurven zwar glatter anmutet. Allerdings verkleinert sich auch - in Verbindung mit einer pixelorientierten Programmierung der Software - die Darstellung der Zeichen:

Bild 2

Auch dieser Effekt führt zu einer Verschlechterung der Lesbarkeit.

Vektorgrafiken basieren, anders als Rastergrafiken, nicht auf einem Pixelraster, in dem jedem Bildpunkt ein Farbwert zugeordnet ist, sondern auf einer Bildbeschreibung, die die Objekte aus denen das Bild aufgebaut ist, exakt definiert. So kann beispielsweise ein Kreis in einer Vektorgrafik über Lage des Mittelpunktes, Radius, Linienstärke und Farbe vollständig beschrieben werden und ist damit im Gegensatz zur Rastergrafik stufenlos und verlustfrei zu skalieren.

Deshalb ist es gerade beim Beschaffungsprozess von großer Wichtigkeit, dass die Darstellung der Informationen durch die Software möglichst frei skalierbar zu gestalten ist, damit sie unterschiedliche Anzeigegeräte optimal unterstützen kann.