DGUV Information 215-450 - Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

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Anhang 2, Vereinbarung zum Umgang mit Software
Anhang 2
Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)

Anhangteil

Titel: Softwareergonomie (DGUV Information 215-450)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 2 – Vereinbarung zum Umgang mit Software

Vereinbarung zum Umgang mit Software
Diese Vereinbarung gilt für die Nutzungsqualität der Software in unserem Unternehmen. Sie beschreibt den Rahmen, der als Mindeststandard zur Gestaltung des Arbeitssystems bei Arbeiten mit Software am Bildschirm gilt. Die Nutzungsqualität der Software beschreibt die Gebrauchstauglichkeit der Software in einem hochwertigen Nutzungskontext (Effektivität, Effizienz, Zufriedenheit, Qualität der sozialen Beziehungen).
Ziel
Ziel der Vereinbarung ist es, über die Gestaltung des Arbeitssystems die Realisierung von möglichst hochwertigen Produkten und Leistungen mit Hilfe der Software zu erreichen sowie gleichzeitig die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und zu fördern.
Beurteilung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen
Gemäß § 3 Bildschirmarbeitsverordnung wird die Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung (entsprechend § 5 ArbSchG) durchgeführt, insbesondere unter Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen, Anforderungen an das Sehvermögen und psychischer Belastung. Nach der Beurteilung der Arbeitsbedingungen wird festgelegt, welche Maßnahmen einzuleiten sind, einschließlich Verantwortlichkeiten, Terminierung und Kontrolle. Bei der Festlegung der Maßnahmen werden die Erfahrungen der Beschäftigten berücksichtigt.
Die Ergebnisse der Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung einschließlich der entwickelten Maßnahmen werden dokumentiert (gemäß § 6 ArbSchG).
Qualität des Arbeitssystems
Es werden nur zertifizierte (GS-Zeichen) Arbeitsmittel angeschafft. Die Arbeitsmittel werden, sofern vorgeschrieben, regelmäßig geprüft und die Beschäftigten verwenden nur geprüfte Arbeitsmittel. Es sind alle Voraussetzungen zu schaffen, damit die Arbeitsumgebung (wie Klima, Beleuchtung, Lärm, Raum) mindestens den vorgeschriebenen Bedingungen entspricht (zum Beispiel Arbeitsstättenverordnung, Bildschirmarbeitsverordnung). Die Arbeitsplätze sind bzw. werden ergonomisch gestaltet, wofür die materiellen Voraussetzungen zu schaffen sind. Die Beschäftigten sind verpflichtet, die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel ergonomisch zu benutzen.
Gebrauchstauglichkeit der Software
Die eingesetzte Software im Unternehmen muss gebrauchstauglich sein. Dazu müssen folgende Grundsätze der Dialoggestaltung berücksichtigt werden:
  • Aufgabenangemessenheit

  • Selbstbeschreibungsfähigkeit

  • Steuerbarkeit

  • Fehlertoleranz

  • Erwartungskonformität

  • Individualisierbarkeit

  • Lernförderlichkeit

Zusätzlich ist bei der Darstellung von Informationen folgendes zu berücksichtigen:
  • Organisation von Informationen

  • Verwendung grafischer Objekte

  • Gebrauch von Kodierverfahren

Information und Unterweisung der Beschäftigten
Die Beschäftigten erhalten alle Informationen, die für ein fachlich hochwertiges, sicheres und gesundes Arbeiten am Bildschirm erforderlich sind. Mindestens jährlich beziehungsweise bei Neuanschaffung von Arbeitsmitteln und neuen Arbeitsaufgaben erhalten die Beschäftigten eine Unterweisung über Sicherheit und Gesundheit bei der Bildschirmarbeit.
Verbesserungsprozess
Alle Beschäftigten besprechen Probleme und Fehler im Arbeitssystem sowie Abweichungen der Software von den Kriterien der Gebrauchstauglichkeit mit den zuständigen Vorgesetzten. Die Vorgesetzten werden Maßnahmen gemäß dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ergreifen, um die Arbeitsbedingungen entsprechend den staatlichen und unfallversicherungsträgerseitigen Anforderungen gerecht zu werden.
Beschäftigte und Vorgesetzte besprechen regelmäßig, gemeinsam und partnerschaftlich, wie das Arbeitssystem zu verbessern ist.
Mischarbeit und Pausen
Im Grundsatz wird für alle DV-gestützten Tätigkeiten die Arbeitsorganisation so gestaltet, dass Bildschirmarbeit regelmäßig durch andere Tätigkeiten unterbrochen wird. Sollte das nach eingehender Prüfung im Einzelfall nicht möglich sein, wird eine auf den Einzelfall abgestellte Pausenregelung vereinbart.
Arbeitsmedizinische Vorsorge
Allen Beschäftigten an Bildschirmarbeitsplätzen ist während der Arbeitszeit eine arbeitsmedizinische Vorsorge durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt anzubieten (Angebot alle 5 Jahre, bei über 40 jährigen Personen alle 3 Jahre). Diese umfasst eine ärztliche Beratung und das Angebot einer Untersuchung der Augen und Sehvermögens.
Wenn die arbeitsmedizinische Vorsorge ergibt, dass Beschäftigte eine spezielle Sehhilfe für die Arbeit am Bildschirm benötigen, trägt die Unternehmerin bzw. der Unternehmer hierfür in erforderlichem Umfang die Kosten.
Qualifikationsmaßnahmen
Um eine Überforderung der Beschäftigten zu vermeiden und einen produktiven Einsatz der Software zu gewährleisten, erhalten alle Beschäftigten ein Training, das mindestens enthält:
  • Vermittlung und Erweiterung der Grundkenntnisse des Umgangs mit der Software

  • Vermittlung und Erweiterung der Grundkenntnisse zur Lösung der spezifischen Arbeitsaufgaben

  • Informationen zum sachgerechten Umgang mit den Geräten (Hardware)

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Unterschrift Unternehmer
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Unterschrift Betriebs-/Personalrat
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Datum
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Datum