DGUV Information 205-024 - Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgabe...

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Abschnitt 2.1, 2.1 Sicherheitsgurte
Abschnitt 2.1
Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgaben (DGUV Information 205-024)
Titel: Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgaben (DGUV Information 205-024)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-024
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 – 2.1 Sicherheitsgurte

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Immer wieder liest man in der Zeitung von Unfällen, bei denen Fahrzeuginsassen aus dem Fahrzeug geschleudert wurden, weil sie nicht angeschnallt waren. Schwere oder gar tödliche Verletzungen sind die Folge.

Davon können auch die Insassen von Einsatzfahrzeugen betroffen sein. Die Unfälle belegen: Sonderrechte setzen die Grundgesetze der Physik nicht außer Kraft.

Im Crashtest prallt ein Lkw mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h auf einen ungebremsten Sattelauflieger. Während der angeschnallte Fahrerdummy durch den Gurt im Sitz gehalten wird und nur geringe Belastungen erfährt, wird der Beifahrerdummy gegen das Armaturenbrett und die Frontscheibe geschleudert. Derartige Belastungen führen bei einem Menschen zu schwersten Verletzungen. Sich festhalten oder Abstützen ist bereits bei solch niedrigen Geschwindigkeiten nicht möglich.

Der Sicherheitsgurt schützt nicht nur bei Auffahrkollisionen, sondern insbesondere auch bei Umsturz- und Überschlagsunfällen.

Diese treten bei Einsatzfahrten mit Großfahrzeugen durch die hohe Schwerpunktlage häufiger auf als bei Pkw.

3-Punkt-Sicherheitsgurte sind heute in Pkw und Kleintransportern auf allen Sitzplätzen Standard. Bei der Beschaffung von großen Einsatzfahrzeugen haben viele Feuerwehren in der Vergangenheit leider nur Minimallösungen ausgeschrieben. So wurden Fahrzeuge ohne Gurte auf den Plätzen entgegen der Fahrtrichtung und Beckengurten auf den mittleren Sitzplätzen in Fahrtrichtung gekauft. Bei älteren Fahrzeugen sind oftmals gar keine Gurte vorhanden.

Zu einem modernen Einsatzfahrzeug gehören auf jeden Fall farblich von der Pressluftatmer-Bänderung und der Farbe der Schutzkleidung abgesetzte 3-Punkt-Sicherheitsgurte oder Hosenträgergurte auf allen Sitzplätzen.

Wie wichtig Sicherheitsgurte sind, haben die Filme eindrücklich gezeigt. Wirksam sind sie aber nur im korrekt angelegten Zustand!

Nicht oder falsch angelegte Sicherheitsgurte erhöhen das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen beim Unfall erheblich!

Sicherheitsgurte sind die wirksamsten Mittel, um die Gefahr von schweren und tödlichen Verletzungen bei Unfällen zu reduzieren. Zum Schutz aller Fahrzeuginsassen müssen die Sicherheitsgurte immer richtig angelegt sein, wenn sich das Fahrzeug bewegt.

§ 21a der Straßenverkehrsordnung und die Unfallverhütungsvorschriften schreiben vor, dass der Sicherheitsgurt angelegt werden muss. Wird auf Einsatzfahrten davon abgewichen, muss jeder Einzelfall gut begründet sein. Das oberste Gebot heißt auch hier: Die eigene Sicherheit hat oberste Priorität. Schließlich muss es auch bei der Menschenrettung aus der Brandwohnung schnell gehen, hier ist der Pressluftatmer (PA) aber Standard. Warum nicht der Sicherheitsgurt auf der Fahrt?

Die Verantwortung dafür, dass alle Insassen angeschnallt sind, liegt verkehrsrechtlich bei der Fahrerin bzw. dem Fahrer, dienstrechtlich bei der Führerin bzw. dem Führer der taktischen Einheit. Es müssen sich daher beide vergewissern, dass alle angeschnallt sind.

Sicherheitsgurte müssen hohen Anforderungen genüge leisten, um die angeschnallten Insassen sicher zurück zu halten. Die Bänderung von Pressluftatmern erfüllt diese Anforderungen bei weitem nicht. Auch bei angelegtem PA gilt daher:

Ist ein Sicherheitsgurt vorhanden, muss dieser angelegt werden.