DGUV Information 205-024 - Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgabe...

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Abschnitt 2.6, 2.6 Ladungssicherung auf Transportfahrzeugen
Abschnitt 2.6
Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgaben (DGUV Information 205-024)
Titel: Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgaben (DGUV Information 205-024)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-024
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.6 – 2.6 Ladungssicherung auf Transportfahrzeugen

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Regelmäßig hört man im Verkehrsfunk Meldungen, bei denen vor verlorener Ladung gewarnt wird. Egal ob Spanngurte, Unterlegkeile, Baustellenzubehör oder ganze Fahrradständer und Dachboxen - nahezu alles, was auf Straßen transportiert wird, ist in den Warnmeldungen vertreten. Nicht selten resultieren aus derartigen "Verlusten" Einsätze für die Hilfeleistungorganisationen. Aber auch das Verrutschen ungenügend gesicherter Ladung bei Kurvenfahrten oder scharfen Bremsungen führt regelmäßig zu Sach- und leider auch Personenschäden. Bei Unfällen kann ungenügend gesicherte Ladung zum lebensgefährlichen Geschoss werden. Transportiert wird auch in und auf Einsatzfahrzeugen sehr viel. Egal ob Personen, Ausrüstungsgegenstände oder Aggregate - eine gute Sicherung ist unabdingbar. Das bei der Ladungssicherung oft gehörte Argument "das ist so schwer, das verrutscht schon nicht" zeugt nicht nur von der Unkenntnis grundlegender physikalischer Gesetzmäßigkeiten sondern stellt einen lebensgefährlichen Irrtum dar. Eine der Ladung angepasste effektive Sicherung ist vor jeder Fahrt erforderlich. Bei Kenntnis gewisser Grundregeln und mit dem richtigen Material ist eine geeignete Sicherung ohne große Probleme realisierbar.

Laut § 22 der Straßenverkehrsordnung gilt: Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen odervermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten. In den Unfallverhütungsvorschriften "Fahrzeuge" (DGUV Vorschrift 70 bzw. 71) steht: Die Ladung ist so zu verstauen und bei Bedarf zu sichern, dass bei üblichen Verkehrsbedingungen eine Gefährdung von Personen ausgeschlossen ist.

Jede mit dem Verladen betraute Person (z. B. auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Atemschutzwerkstätten oder feuerwehrtechnischen Zentralen) muss sich bei der Abholung von Materialien vergewissern, dass diese ordnungsgemäß gesichert werden/sind.

Die Fahrerin bzw. der Fahrer muss sich von der ordnungsgemäßen Verlastung überzeugen. Das beinhaltet neben der Kontrolle der Ladungssicherung die Kontrolle der Lastverteilung und die Kontrolle auf Einhaltung der zulässigen Gesamtmasse. Im Zweifelsfall muss die Fahrt verweigert werden. Während der Fahrt ist die Ladungssicherung ggf. zu kontrollieren und erforderlichenfalls nachzubessern. Auch bei Einsatzfahrten bleiben die Verantwortlichkeiten bestehen. Abweichungen unter Berufung auf Sonderrechte müssen sehr gut begründet sein. Durch Abweichungen darf es zu keiner Gefährdung von Personen kommen!

Verantwortung für die Ladungssicherheit

Für die korrekte Ladungssicherheit sind mehrere Personen verantwortlich.

Die Fahrzeughalterin bzw. der Fahrzeughalter muss geeignete Fahrzeuge und Sicherungsmittel zur Verfügung stellen.

Die Führungskraft (Person, die das Verladen anordnet) muss geeignetes Personal auswählen (ggf. im Vorfeld schulen).

Die Fahrerin bzw. der Fahrer muss sich von der ordnungsgemäßen Verlastung überzeugen. Das beinhaltet neben der Kontrolle der Ladungssicherung die Kontrolle der Lastverteilung und die Kontrolle auf Einhaltung der zulässigen Gesamtmasse. Im Zweifelsfall muss die Fahrt verweigert werden. Während des Transportes ist die Ladungssicherung ggf. zu kontrollieren und erforderlichenfalls nachzubessern.

Auch bei Einsatzfahrten bleiben die Verantwortlichkeiten bestehen. Abweichungen unter Berufung auf Sonderrechte müssen sehr gut begründet sein. Durch Abweichungen darf es zu keiner Gefährdung von Personen kommen!

siehe auch

  • Informationsschrift "Ladungssicherung bei Einsatzfahrzeugen" (im Anhang)

  • Praxishandbuch "Beladung und Ladungssicherung auf dem Nutzfahrzeug" (im Anhang)

  • Film "Volltreffer" BG Verkehr (im Anhang)

Knobelaufgabe

Stapeln Sie 6 leere (!) Getränkekisten in der Mitte der Ladefläche Eures Transportfahrzeugs aufeinander und legen Sie zum Abschluss eine Schlauchbrücke darauf. Sichern Sie den Stapel innerhalb von 10 Minuten mit den bordeigenen Sicherungsmitteln.

Durchfahren Sie nun den auf der Rückseite beschriebenen Parcours. Dabei darf der Kistenstapel nicht verrutschen, umfallen oder in sich zusammenbrechen.

Bis zum Ende darf das Fahrzeug nicht anhalten oder rückwärts fahren, das Team darf durch Handzeichen einweisen.

Das schnellste Team gewinnt.

Informationen für den Übungsleiter

Die Aufgabe sollte von mindestens 5, maximal 9 Personen bearbeitet werden.

Achtung:

Um den Parcours müssen mehrere Meter Platz sein (z. B. keine anderen Fahrzeuge, keine Personen), falls die Sicherung nicht funktioniert!

Die Sicherung soll mit bordeigenen Sicherungsmitteln erfolgen.

Gemessen wird die Zeit vom Überfahren der Startlinie bis zum Zeitpunkt, an dem die Fahrerin oder der Fahrer das Fahrzeug am Zielpunkt abstellt.

Zusätzliche Zeiten:

Berührung Schlauch oder Pylone5 Sekunden
Schlauchbrücke umfahren15 Sekunden
Anhalten5 Sekunden
Rückwärts fahren10 Sekunden
Größter Abstand Reifen - Haltezone1 Sekunde je cm
Fahrer/Fahrerin nicht angeschnallt30 Sekunden
Ladung verrutscht (max. 2 cm)60 Sekunden
Ladung verrutscht (> 2 cm)Übungsziel verfehlt
Ladung fällt umÜbungsziel verfehlt

Der Übungsleiter greift nur dann ein, wenn gefährliche Situationen entstehen.

Knobelaufgabe - Lösungsvorschlag

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