Technische Information 4 Sicherheitsregeln für Biogasanlagen Bundesrecht

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2.8.6.1 BiogasAnlSiRegl, Sicherheitseinrichtungen, Überdruck...
2.8.6.1 BiogasAnlSiRegl
Technische Information 4 Sicherheitsregeln für Biogasanlagen
Bundesrecht

2.8 – Armaturen, Sicherheitseinrichtungen und gasbeaufschlagte Anlagenteile

Titel: Technische Information 4 Sicherheitsregeln für Biogasanlagen
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BiogasAnlSiRegl
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Richtlinie

2.8.6.1 BiogasAnlSiRegl – Sicherheitseinrichtungen, Überdruck-/Unterdrucksicherung

Jeder gasdichte Behälter ist mit mindestens einer Sicherheitseinrichtung gegen Drucküber- und -unterschreitung auszurüsten. Dies gilt nicht für Behälter, die nur der Gaslagerung dienen. Das im Anforderungsfall austretende Gas muss gefahrlos abgeleitet werden. Durch einen separaten Unterdruckwächter im Gassystem oder eine gleichwertige Maßnahme muss sichergestellt werden, dass vor Ansprechen der Unterdrucksicherung ein zwangsläufiges Abschalten der Gasverbrauchseinrichtungen und eine Störmeldung erfolgt. Die Gasbehälter müssen einzeln und gegeneinander absperrbar sein.

Die Überdruck- und Unterdrucksicherungen innerhalb der Anlage sind so auszuführen, anzuordnen und zu überwachen und die Biogasanlage insgesamt ist so zu betreiben, dass sämtliche Betriebszustände in den Fermentern sicher beherrscht werden. Schaumbildung stellt eine Betriebsstörung dar und muss durch betriebsorganisatorische Maßnahmen verhindert werden. Zerstörungen durch Schaumbildung müssen z. B. durch eine Berstsicherung, eine Druckentlastungssicherung oder ausreichenden Speicherraum verhindert werden. Die Eignung der Über-/Unterdrucksicherung ist durch eine nachvollziehbare Berechnung und Funktionsbeschreibung nachzuweisen. Bei Ausführung als Tauchung darf diese nicht leer laufen, austrocknen oder einfrieren.

In der Betriebsanleitung ist darauf hinzuweisen, dass die Sicherheitseinrichtungen nach Betriebsstörungen immer und im Normalbetrieb mindestens einmal wöchentlich überprüft werden, die Herstellervorgaben sind zu beachten.

Hinweis: Sicherheitseinrichtungen können beispielsweise unwirksam werden durch Schwergängigkeit infolge Verschmutzung, Korrosion, durch Verstopfen und Einfrieren. Eine Änderung des Innendruckes kann verursacht werden

  • durch Gasproduktion ohne Entnahme,

  • bei Zufuhr oder Entnahme von Gas bzw. Substrat durch Pumpen.

Flüssigkeitsverschlüsse als Sicherheitseinrichtung müssen so angelegt sein, dass die Sperrflüssigkeit bei Über- oder Unterdruck selbsttätig wieder zurückfließt. In der Zuleitung zur Über- und Unterdrucksicherung darf keine Absperrmöglichkeit sein. Über- und Unterdrucksicherungen müssen frostsicher ausgeführt sein. Zugänge zu Über- und Unterdrucksicherungen sind im Allgemeinen als Treppe auszuführen, da wegen der häufigen Benutzung erhöhte Unfallgefahr besteht.