DGUV Information 213-729 - Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversiche...

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Abschnitt 5, 5 Gefahrstoffexposition
Abschnitt 5
Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Beschriftung von Kunststoffen mit Lasern (DGUV Information 213-729)
Titel: Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Beschriftung von Kunststoffen mit Lasern (DGUV Information 213-729)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-729
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – 5 Gefahrstoffexposition

Grundlage der statistischen Auswertungen sind Messwerte von möglichen flüchtigen Zersetzungsprodukten bei der Beschriftung von den berücksichtigten Kunststoffen mit Lasern (siehe Tabelle 2). Einbezogen wurden Messdaten aus dem Zeitraum von 2001 bis 2014. Die Messungen erfolgten in Anlehnung an die TRGS 402 [11] nach den in der IFA-Arbeitsmappe [12] aufgeführten Methoden. In Tabelle 4 sind für die berücksichtigten Gefahrstoffe, die Anzahl der Messwerte und der Betriebe, die Anzahl der Messwerte < der analytischen Bestimmungsgrenze (a. B.), die höchste analytische Bestimmungsgrenze, der Wert des Beurteilungsmaßstabes und der Maximalwert ausgewiesen. Die Messwerte sind repräsentativ für eine Arbeitsschicht von 8 Stunden. Es wurden Messungen berücksichtigt, die direkt stationär über eine Dauer von mindestens zwei Stunden an der jeweiligen Anlage zur Beschriftung von Kunststoffen mit einem Laser erfolgten.

Die Beschäftigten halten sich unterschiedlich lange an den Anlagen auf, in vollautomatischen Produktionsprozessen nur kurzzeitig, z. B. zur Sichtkontrolle, zum Materialwechsel oder bei Reinigungsarbeiten. In halbautomatischen Produktionsprozessen werden die Bauteile oft von Beschäftigten manuell eingelegt. Somit stellen die Messwerte den ungünstigen Fall dar.

Die Maschinen wurden fast ausschließlich mit Absaugung betrieben. Die Arbeitsräume waren in der Regel mit einer raumlufttechnischen Anlage (RLT-Anlage) ausgestattet.

Gefahrstoff Anzahl Messwerte Anzahl Betriebe Anzahl Messwerte
< a. B.
Höchste a. B.
(mg/m 3 )
Beurteilungsmaßstab
(mg/m 3 )
Maximaler Messwert
(mg/m 3 )
Acetaldehyd9790,0291< 0,02
Acrylaldehyd9790,010,2< 0,01
Acrylnitril8780,10,26< 0,10
Benzol148140,10,2< 0,10
1,3-Butadien98910,5< 1,00
Butyraldehyd9790,0264< 0,02
Chlorwasserstoff5450,093< 0,09
Cyanwasserstoff2220,12,1< 0,10
Cyclopentanon146142,090< 2,00
Ethylbenzol212188<1,00
Fluoride/Fluorwasserstoff2220,171/0,83< 0,17
Formaldehyd10840,010,370,081
Glutardialdehyd9790,020,2< 0,02
Phenol108100,58< 0,50
Propionaldehyd9790,0248< 0,02
A-Staub2313220,251,250,04
E-Staub2413240,7110< 0,71
Styrol171017386< 3,00
Toluol75611901,80
a. B.: analytische Bestimmungsgrenze
Tabelle 4: Messergebnisse für die Zersetzungsprodukte bei der Beschriftung von Kunststoffen mit Laser aus dem Zeitraum 2001 - 2014

Bei der Beschriftung von Kunststoffen mit Lasern lagen die Gefahrstoffkonzentrationen in der Luft am Arbeitsplatz überwiegend unterhalb der Bestimmungsgrenze des angewandten Analyseverfahrens. Die Messwerte zeigen, dass die Beurteilungsmaßstäbe für die berücksichtigten Gefahrstoffe eingehalten werden (siehe Tabelle 4).

Bei den krebserzeugenden Gefahrstoffen Acrylnitril und Benzol wurden die festgelegten Akzeptanzkonzentrationen nach der TRGS 910 von keinem Messwert überschritten.

Die Bestimmungsgrenze der angewendeten Messverfahren für 1,3-Butadien liegt oberhalb der festgelegten Akzeptanzkonzentration. Eine Einhaltung der Akzeptanzkonzentration kann mit den Untersuchungsergebnissen nicht nachgewiesen werden. Alle ermittelten Messwerte lagen jedoch unterhalb der Toleranzkonzentration (siehe Tabelle 3).