DGUV Information 211-040 - Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechn...

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Abschnitt 2.1, 2.1 Ergonomie
Abschnitt 2.1
Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie an Arbeitsplätzen Technische Rahmenkriterien (DGUV Information 211-040)
Titel: Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie an Arbeitsplätzen Technische Rahmenkriterien (DGUV Information 211-040)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 211-040
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 – 2.1 Ergonomie

Bildschirm

  • Glossy-Screens vs. Anti-Glare:

    Für die Oberflächenbeschaffenheit gelten die gleichen Hinweise wie in Abschnitt 1 aufgeführt.

  • Displaygröße:

    Auch für Smartphones gilt, die Wahl der richtigen Displaygröße muss in Abhängigkeit von den damit auszuführenden Tätigkeiten erfolgen. Pauschale Vorgaben verkennen die sehr verschiedenen Erfordernisse der Berufspraxis. Sicher ist jedoch, sie sollte auf keinen Fall 3,5 Zoll unterschreiten. Dieses Format erlaubt ein Mindestmaß an Ablesbarkeit und Gestaltungsfreiheit der Bedienoberfläche. Kurze Arbeitstätigkeiten können so toleriert werden. Komplexe und/oder länger andauernde Tätigkeiten müssen jedoch an anderen Geräten getätigt werden.

  • Leuchtdichte ("Helligkeit"):

    400 cd/m2 gelten auch hier als guter Wert (vgl. ausführlich im Abschnitt 1). Defizite fallen bei den kleineren Displays allerdings noch stärker ins Gewicht.

  • Folien/Filter:

    Smartphones lassen oft keine Wahl, die Mehrzahl der Geräte weist ab Werk spiegelnde Displayoberflächen auf. Hier können Antireflexfolien Abhilfe schaffen. Der Fachhandel hält passgenaue Lösungen bereit. Sie können allerdings die Farbdarstellung verändern und die Helligkeit reduzieren.

Tastatur

  • Intern vs. extern:

    Verwenden Sie bei Arbeiten, die über mehrere Minuten andauern, möglichst auch bei Smartphones externe Eingabemittel. Der Fachhandel hält kompatible Geräte für nahezu jedes Smartphone bereit (meist via Bluetooth zu koppeln).

  • Interne Bildschirmtastatur:

    Neben einigen positiven Ausnahmen sind viele der auf dem Touchscreen eingeblendeten Bildschirmtastaturen zu klein und/oder technisch nicht ausgereift. In Folge tritt das so genannte Fat-Finger-Problem auf:
    Wenn die Abstände zwischen den virtuellen Tasten zu klein sind, deckt ein Finger mehrere Buchstaben ab. Die Software muss dann erkennen, welche Buchstaben betätigt werden sollen. Dazu wird die zentrale Auflagefläche des Fingers berechnet. Funktioniert dies nicht zuverlässig, kann das zu einer deutlichen Fehlerhäufung bei der Eingabe führen. Zudem liefern diese Tastaturen in der Regel kein haptisches Feedback (Druckpunkt). Ob eine Taste erfolgreich betätigt wurde, wird lediglich optisch ersichtlich. Kombiniert mit auftretenden Verzögerungen in der grafischen Umsetzung kommt es dadurch zu Unsicherheiten und abermals Fehlerhäufungen (z. B. Doppeleingaben durch Unklarheit, ob Eingabe erfolgreich). Einige Geräte bieten optional eine Zuschaltung akustischer, optischer oder haptischer (Vibration) Feedbacks an. Im Zweifel sind solche Geräte zu bevorzugen. Die Güte der virtuellen Tastatur sollte vor dem Einkauf gründlich getestet werden.

  • Handschuhbedienbarkeit:

    In einigen Branchen und Aufgabenfeldern ist eine Handschuhbedienbarkeit der Geräte zwingend erforderlich. In diesem Fall sind ausschließlich Geräte mit resistiven Touchscreens 4) anzuschaffen. Kapazitive Screens setzen auf die Leitfähigkeit der druckausübenden Fläche, dies ist bei Handschuhen meist nicht gegeben.

  • Einteiliges Ein-/Ausgabegerät:

    Ein Problem stellt die nicht mehr vorhandene Trennung von Ein- und Ausgabegerät dar. Konnte die Tastatur nebst Touchpad eines Notebooks zumindest noch im Winkel zum Display verändert werden, existiert diese Möglichkeit beim Smartphone ebenso wie beim Tablet-PC nicht mehr. Die Texteingabe erfolgt direkt über den Touchscreen. Dadurch kommt es zu einer Abwinkelung des Handgelenkes, kombiniert mit filigranen Bewegungen von Hand und Fingern. Die ungünstige Bewegung kann zu Problemen im Bereich des Handapparates führen. Hilfsmittel wie Handballenauflagen, wie sie bei Notebooks zum Einsatz kommen können, um den Winkel zu reduzieren bzw. zu eliminieren, können bei der Bauart des Smartphone/Tablets nicht genutzt werden.

  • Eingabestift:

    Die Nutzung eines Eingabestiftes (Stylus) kann die Eingabetätigkeit ergonomisch verbessern. Achten Sie dabei dringend auf die Bauart Ihres Touchscreens: So genannte kapazitive Touchscreens (diese wirken meist wie eine Glasscheibe) erkennen keine herkömmlichen Eingabestifte, sondern nur solche mit ausreichend großer Leitfläche (der Fachhandel hält entsprechende Stifte bereit). Resistive Touchscreens hingegen können mit jedem stumpfen Gegenstand bedient werden. Auch hier sollte jedoch auf eine Lösung aus dem Fachhandel zurückgegriffen werden, um Beschädigungen am Display zu vermeiden.

  • Farbe und Oberfläche:

    Eine Positivdarstellung der Zeichen auf der Tastatur, d.h. dunkle Zeichen auf hellem Grund, sorgt für eine augenschonende Aufgabenbewältigung.

Gehäuse

  • Toughness/Widerstandsfähigkeit:

    Hier gelten die Hinweise wie in Abschnitt 1 vermerkt.

4)

Hierbei handelt es sich um druckempfindliche Displays. Diese sind nicht auf die Leitfähigkeit der druckausübenden Fläche angewiesen.