DGUV Information 211-040 - Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechn...

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Abschnitt 7, 7 Softwareergonomie
Abschnitt 7
Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie an Arbeitsplätzen Technische Rahmenkriterien (DGUV Information 211-040)
Titel: Einsatz mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie an Arbeitsplätzen Technische Rahmenkriterien (DGUV Information 211-040)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 211-040
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7 – 7 Softwareergonomie

Für jedwede Software, die als Schnittstelle zum Anwender fungiert, sollten die einschlägigen Dialogprinzipien nach DIN EN ISO 9241-110 berücksichtigt werden - dies gilt geräteunabhängig. Durch so genanntes "Usability-Testing" kann die Normerfüllung abgeprüft werden. Verantwortungsvolle Hersteller passen ihre Software dementsprechend an, bevor sie auf den Markt kommt. Vergewissern Sie sich im Zweifel vor dem Einkauf der Software beim Anbieter, ob die Testung durchgeführt wurde. Die Dialogprinzipien sind nachfolgend aufgeführt:

  • Aufgabenangemessenheit:

    Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effektiv und effizient zu erledigen.

    1.  

      Beispiel: Es werden nur solche Dialogelemente angezeigt, die für die Arbeitsaufgabe tatsächlich benötigt werden.

  • Selbstbeschreibungsfähigkeit:

    Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn jeder einzelne Dialogschritt durch Rückmeldung des Dialogsystems unmittelbar verständlich ist oder dem Benutzer auf Anfrage erklärt wird.

    1.  

      Beispiel: Falls eine Eingabe seitens des Anwenders erwartet wird, zeigt das System dies eindeutig an.

  • Steuerbarkeit:

    Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist.

    1.  

      Beispiel: Dialoge können unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt werden (z. B. nach Pausen) oder ganz abgebrochen werden.

  • Erwartungskonformität:

    Ein Dialog ist erwartungskonform, d.h. verlässlich, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht, wie z. B. seinen Kenntnissen aus dem Arbeitsgebiet, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung sowie allgemein anerkannten Konventionen.

    1.  

      Beispiel: Funktionstasten werden in allen Dialogen gleichartig verwendet (z. B. F1 = Hilfe).

  • Fehlertoleranz:

    Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann.

    1.  

      Beispiel: Der Anwender kann Aktionen oder Eingaben, die im aktuellen Kontext des Arbeitsablaufs unrichtig sind, zurücknehmen bzw. korrigieren. Sollten Aktionen nicht zurücknehmbar sein, wird vor deren Ausführung eine weitere Bestätigung durch den Anwender abgefragt.

  • Individualisierbarkeit:

    Ein Dialog ist individualisierbar, wenn das Dialogsystem Anpassung an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe sowie an die individuellen Fähigkeiten und Vorlieben des Benutzers zulässt.

    1.  

      Beispiel: Die Schriftgröße sowie Helligkeit und Kontrast der Bildschirmdarstellung sind individuell einstellbar.

  • Lernförderlichkeit:

    Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt und anleitet.

    1.  

      Beispiel: Funktionen die erstmalig über Menüpunkte aufgerufen werden, werden dem Nutzer fürzukünftige Anwendungen durch ein Tastenkürzel veranschaulicht.