DGUV Information 203-081 - Arbeiten an Rohbiogasleitungen Handlungshilfe für die...

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Abschnitt 1, 1 Begriffe und Abgrenzung
Abschnitt 1
Arbeiten an Rohbiogasleitungen Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung (DGUV Information 203-081)
Titel: Arbeiten an Rohbiogasleitungen Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung (DGUV Information 203-081)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-081
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1 – 1 Begriffe und Abgrenzung

Rohbiogas im Sinne dieser Broschüre ist das im Fermenter erzeugte Gas, das unbehandelt oder teilbehandelt (entschwefelt, entfeuchtet) bis zu einer nachgeschalteten Anlage in Leitungen transportiert wird.

Rohbiogasleitungen sind die Gasleitungen, die im Bereich der Biogaserzeugung zwischen Fermenter und nachgeschalteten Anlagen, z. B.:

  • Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung (Blockheizkraftwerk, BHKW),

  • Aufbereitungsanlagen für Rohbiogas

zu finden sind.

Diese Rohbiogasleitungen können freiverlegt oder erdverlegt sein.

Auch teilweise mit Substrat gefüllte Leitungen können gasführend sein.

Weitere Gasleitungen in Anlagen oder Anlagenkomponenten, die Rohbiogas führen, können hinsichtlich der zu treffenden Schutzmaßnahmen sinngemäß behandelt werden. In dieser Information werden Rohbiogas führende Leitungen und Anlagenkomponenten unter dem Begriff Rohbiogasleitungen zusammengefasst.

Abb. 1 Prinzipskizze Rohbiogasleitungen in Anlagen

Je nach Situation der Gasverwertung, Aufbereitung bzw. Einspeisung können sich Rohbiogasleitungen sowohl auf einem Betriebsgelände als auch im öffentlichen Bereich befinden.

In Anlagen und Anlagenkomponenten wie z. B. Biogasaufbereitungsanlagen oder BHKW können Drücke von über 1 bar auftreten. Rohrleitungen, wie z. B. vom Fermenter zur Aufbereitung oder zum BHKW, werden in der Regel im Nieder- (bis max. 100 mbar) bzw. Mitteldruck (bis max. 1 bar) betrieben.

Zu den Arbeiten an in Betrieb befindlichen Rohbiogasleitungen im Sinne der DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.31 "Arbeiten an Gasleitungen" und DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.39 "Betreiben von Anlagen zur leitungsgebundenen Versorgung der Allgemeinheit mit Gas" zählen solche, bei denen durch Rohbiogas Brand-, Explosions-, Gesundheits- und physikalische Gefahren (z. B. fortfliegende Teile durch expandierendes Gas) entstehen können. Darüber hinaus sind die Gefahren zu berücksichtigen, die sich aufgrund der Zusammensetzung und der Inhaltsstoffe von Rohbiogas ergeben können.