DGUV Grundsatz 311-002 - Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für ...

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Anlage 5, KO-Kriterien
Anlage 5
Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit; Verfahrensgrundsatz für die Beratung und Begutachtung (DGUV Grundsatz 311-002)

Anhangteil

Titel: Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit; Verfahrensgrundsatz für die Beratung und Begutachtung (DGUV Grundsatz 311-002)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 311-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anlage 5 – KO-Kriterien

Folgende Mindestanforderungen (KO-Kriterien) müssen bei jeder Begutachtung zwingend nachgewiesen werden. Die KO-Kriterien formulieren Anforderungen an bestimmte Elemente des NLF im Detail und berücksichtigen dabei auch kleine Betriebe im Sinne dieses Grundsatzes mit weniger als 20 Beschäftigten sowie Betriebe, die ein Betriebliches Gesundheitsmanagement nachweisen möchten. Dies wird in der nachfolgenden Tabelle durch die Unterteilung in A, B und C deutlich.

Die Unterteilung steht für:

  1. A.

    Kleine Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten

  2. B.

    Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten, die eine bestimmte Arbeitsschutzorganisation nachweisen müssen (z. B. Arbeitsschutzausschuss, Sicherheitsbeauftragte etc.)

  3. C.

    Betriebe, die ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) nachweisen möchten

Dabei müssen die bei den einzelnen KO-Kriterien genannten Details grundsätzlich vollständig nachgewiesen werden, wobei aber branchen- oder betriebsgrößenspezifische Anpassungen durch den jeweiligen UV-Träger notwendig werden können. Wird ein KO-Kriterium nicht erfüllt, so kann das zum Abbruch der Begutachtung führen.

In kleinen Betrieben müssen nicht zu jedem Detail schriftliche Unterlagen vorliegen, sofern der Unternehmer diese Details schlüssig darstellen kann. Dies wird in der nachfolgenden Tabelle durch ein "m" wie "mündlich" gekennzeichnet.

Bei Betrieben, die ein BGM nachweisen möchten, sind die Qualitätskriterien im Präventionsfeld "Gesundheit im Betrieb" (siehe Abbildung) zu beachten. Diese Kriterien decken sich zum Teil bereits mit den Elementen des NLF und den entsprechenden Mindestanforderungen für ein AMS. Zum Teil müssen jedoch für ein BGM andere oder zusätzliche Anforderungen in den Blick genommen werden, welche die Mindestanforderungen erweitern können. Eine Begutachtung von BGM schließt aber immer die Begutachtung der gesetzlichen Vorgaben des Arbeitsschutzes mit ein.

Abbildung Kriterien Gesundheit im Betrieb - Drei-Ebenen-Modell
(Quelle: Qualitätskriterien im Präventionsfeld "Gesundheit im Betrieb" der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und der DGUV)

Nr. Inhalt A B C
1 Politik der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Inhalt, Bekanntmachung) (vgl.: 2.1 NLF)
 Klare Aussagen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, an denen sich das Unternehmen orientiert
  • schriftlich formuliert (z. B. Leitlinie, Leitbild, Grundsätze)

  • von oberster Leitung in Kraft gesetzt (z. B. Unterschrift)

  • Stellenwert von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

  • Erwartungen an die Beschäftigten und Führungskräfte (z. B. grundlegende Pflichten, Vorbild, Engagement, Führungsstil)

  • Selbstverpflichtung zu kontinuierlicher Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

  • Zusage, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen

xxx
 Die Inhalte der Unternehmenspolitik zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind bei den befragten Beschäftigten und Führungskräften bekannt.xxx
2 Ziele zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SMART Ziele, Verantwortlichkeit für die Zielerreichung) (vgl.: 2.2 NLF)
 Konkrete Unternehmensziele bzw. Zielsetzungen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind
  • Spezifisch (konkret)

  • Messbar (z. B. über Indikatoren, Kennzahlen, Aktionsplan)

  • Akzeptiert und ausführbar

  • Realistisch und erreichbar

  • Terminiert und mit anderen Zielen abgestimmt und aktuell (jährlich bewertet und aktualisiert)

xxx
 Entsprechende konkrete Zielsetzungen für die einzelnen Verantwortungsbereiche (z. B. persönliche Zielvereinbarungen, Aktionsplan mit Zuständigkeit)-xx
 Regelung, wie die Ziele/Zielsetzungen regelmäßig angepasst werdenmxx
 Die befragten Beschäftigten und Führungskräfte kennen die Ziele und die daraus abgeleiteten konkreten Aktivitäten, die sie betreffen.xxx
3 Organisation der Zuständigkeiten und Verantwortungen
(Organigramm, Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten, Pflichtenübertragung) (vgl.: 2.3 und 2.4 NLF)
 Die Organisationsstruktur des Unternehmens und die Verantwortung sind geregelt und schriftlich dokumentiert (z. B. aktuelles Organigramm). Es ist festgelegt, wer ggf. die Vertretung der Verantwortlichen übernimmt.mxx
 Vorhandene Stabsstellen (z. B. Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt) sind enthalten.xxx
 BGM wird in einem Gremium gelenkt.--x
 Jedem Verantwortungsbereich sind die zugehörigen konkreten Aufgaben, Pflichten und Befugnisse hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zugewiesen (z. B. Funktions- oder Stellenbeschreibung).mxx
 Die befragten Verantwortlichen können ihre konkreten Aufgaben bezüglich der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nennen.xxx
 Ein betriebliches Eingliederungsmanagement ist geregelt.--x
4 Bestellung der Beauftragten und Einbindung in die Organisation (z. B. qualifizierte Personen, die sich um Aufbau und Weiterentwicklung des AMS kümmern, Systembeauftragter, Sicherheitsfachkraft, Arbeitsmediziner, qualifizierter Unternehmer) (vgl.: 2.4 NLF)
 Die erforderlichen Beauftragten der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind regelkonform bestellt und in die Organisation eingebunden. Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt, ggf. alternative ASiG-Betreuung, ggf. Sicherheitsbeauftragte, ggf. weitere Beauftragte im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (z. B. Beauftragte für Strahlenschutz, Laserschutz, biologische Sicherheit, Schwerbehinderte).xxx
 Eine qualifizierte Person, die sich um Aufbau und Weiterentwicklung des AMS kümmert (z. B. Systembeauftragter, Sicherheitsfachkraft, Unternehmer), ist bestellt.mxx
 Eine qualifizierte Person, die sich um Aufbau und Weiterentwicklung des BGM kümmert (z. B. Gesundheitsmanager, Gesundheitsbeauftragter, Unternehmer), ist bestellt.--x
 Die erforderlichen Ausschüsse und Arbeitskreise sind regelkonform installiert (z. B. mindestens vierteljährlich tagender Arbeitsschutz-Ausschuss und ggf. regelmäßig tagendes BGM-Lenkungsgremium).-xx
5 Qualifikation, Schulung und Unterweisung (Bedarfsermittlung, Schulungsplan bzw. Nachweis) (vgl.: 2.6 NLF)
 Die erforderliche Qualifikation von Beschäftigten und Führungskräften ist festgelegt
  • nötige fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten

  • nötige Sprachbeherrschung

  • sicherheits- und gesundheitsrelevante Ausbildung (z. B. Staplerfahrer, Kranführer)

  • aufgabenbezogene Sicherheits- und Gesundheitskenntnisse der Führungskräfte und beauftragten Beschäftigten (z. B. Inhalte von Führungskräfte-Schulungen, Schulung des Unternehmers im Rahmen der alternativen ASiG-Betreuung, Suchtbeauftragte)

xx-
 Qualifikationsnachweise werden geführt (z. B. Zeugnisse, Bescheinigungen).xx-
 Geregelt ist, wie der Schulungs- und Unterweisungsbedarf festgestellt wird
  • Auflistung der Inhalte, zu denen unterwiesen oder geübt werden muss (z. B. als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, Inhalte von Betriebsanweisungen)

  • ggf. Inhalte der Einweisung Betriebsfremder (z. B. Besucher, Fremdfirmen) festgelegt

  • ggf. Regelung, wie der sicherheits- und gesundheitsrelevante Schulungsbedarf festgestellt wird (z. B. Einarbeitungsplan, Soll-Ist-Vergleich, Mitarbeitergespräch)

xx-
 Geregelt ist, wie Schulungen und Unterweisungen geplant und durchgeführt werden
  • Verantwortliche für die Durchführung (i.d.R. Führungskräfte)

  • ggf. Festlegung der Methoden, wie unterwiesen oder geübt werden soll (z. B. arbeitsplatzbezogen durch Führungskräfte, Kurzgespräche, Medien, Sprache)

  • Planung von Unterweisungen (Inhalte, Teilnehmer, Termin)

  • ggf. aktueller Schulungsplan zur Aufrechterhaltung der Qualifikation

  • nachträgliche Schulung/Unterweisung verhinderter Teilnehmer

  • Kontrolle des Lernerfolgs (z. B. Verständnisfragen, Prüfung)

xxx
 Die erfolgreiche Teilnahme an Schulungen/Unterweisungen ist bei de überprüften Personen nachweisbar
  • für Erstunterweisungen/regelmäßige Unterweisungen schriftlicher Nachweis (z. B. Ort, Zeit, Durchführender, Teilnehmer, Inhalte, Erfolgskontrolle)

  • für Schulungen schriftlicher Nachweis (z. B. Urkunde, Prüfungsnachweis)

xxx
6 Kommunikation und Zusammenarbeit/Interne und externe Information (interner Informationsfluss/Lenkung bezüglich der öffentlich-rechtlichen Vorschriften)
(vgl. 2.5, 2.7, 2.8, 2.10 NLF)
 Ein Verfahren zur Ermittlung und Beschaffung der relevanten öffentlichen und sonstigen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen bei der Arbeit ist festgelegt:
  • Verantwortlicher

  • Vorgehensweise (z. B. Auswertung abonnierter Regelwerke oder Medien des UV-Trägers)

mxx
 Geregelt ist, welche Dokumente und Aufzeichnungen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geführt werden und wie sie gelenkt werden (z. B. Dokumentenmatrix, thematisch gegliederte Ablage) - Form der AMS-Dokumente und Aufzeichnungen - Verantwortliche für Beschaffung, Erstellung/Änderung, Freigabe - Verteiler/Art der Weitergabe - Aufbewahrungsfristenmxx
 Geregelt ist, wie die Beauftragten der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und andere Stellen (z. B. Personalabteilung, Einkauf) miteinander kommunizieren und sich gegenseitig informieren.mxx
 Vorgaben zur Kommunikation und Information zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten
  • Information/Motivation der Beschäftigten zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (z. B. Gespräche, Nutzung von Medien, Aktionen)

  • Festhalten und berücksichtigen von Vorschlägen und Ideen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (z. B. Meldeheft, Schichtbuch, Erfahrungsberichte, Vorschlagswesen)

  • Einbindung des Betriebsrates (soweit vorhanden) in die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (z. B. Mitwirkung beim AMS, bei Bestellung der Beauftragten, im ASA, BGM-Lenkungsgremium)

  • ggf. Verständigung mit fremdsprachigen Beschäftigten sicherstellen

mxx
7 Prüfung prüfpflichtiger Anlagen, Arbeitsmittel und Einrichtungen (Kataster, Prüffristen, Dokumentation) (vgl.: 2.15 NLF)
 Verfahren zur Ermittlung prüfpflichtiger Anlagen, Arbeitsmittel und Einrichtungen und zur Durchführung der Prüfungen
  • Verzeichnis wiederkehrend zu prüfender Anlagen, Arbeitsmittel und Einrichtungen

  • Nennung von Prüfung, Prüfer, Prüffrist

  • Terminverfolgung

  • Art der Aufzeichnungen

mxx
 Verfahren zur Behebung erkannter Mängel
  • Maßnahmenplanung (Was? Wer? Wann?) mit Erledigungsvermerk

  • ggf. Vorgehen bei Entsorgung

mxx
8 Beurteilung der Gefährdungen und Belastungen (Gefährdungsbeurteilung) (Verfahren zur Durchführung und Aktualisierung, Dokumentation, Maßnahmenplan) (vgl.: 2.12, 2.13.1 NLF)
 Ein Verfahren zur Durchführung und Aktualisierung ist festgelegt
  • Vorgehensweise (z. B. auf Basis entsprechender UV-Träger-Informationen)

  • Anlässe zur Durchführung und Fortschreibung

mxx
 
  • Zuständigkeiten und Mitwirkende (z. B. falls vorhanden auch Schwerbehindertenbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte, Datenschutzbeauftragte)

  • Beteiligung der betroffenen Beschäftigten (z. B. auch Menschen mit Behinderungen)

  • Beurteilung aller verschiedenartigen Arbeitsplätze und Tätigkeiten (z. B. auch Instandhaltung, Reinigung, Außendienst, Telearbeit o. ä.) auch unter Berücksichtigung psychischer Belastungen und Barrierefreiheit

  • Maßnahmenplanung (Was? Wer? Wann?)

  • Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen (z. B. durch Begehung/Prüfung)

  • Art der Dokumentation (Gefährdungen und Maßnahmen)

mxx
 Gesundheitschancen und -risiken werden regelmäßig ermittelt, analysiert und bewertet. Bei der Analyse werden objektiv und subjektiv gewonnene Informationen berücksichtigt.--x
 Gefährdungen, Maßnahmen und ihre Überprüfung werden im Betrieb wie vorgesehen dokumentiert.xxx
9 Betriebsstörungen, Notfälle (angepasstes Notfallmanagement) (vgl.: 2.13.2 NLF)
 Für Betriebsstörungen und Notfälle, mit denen gerechnet werden muss, ist durch ein Verfahren geregelt
  • welche Hilfsmittel vorgehalten werden und wie diese funktionsfähig bleiben

    • Meldeeinrichtungen, Erste-Hilfe-Material, Feuerlöscher in ausreichender Zahl

    • ggf. weitere Hilfsmittel (z. B. Rettungsgeräte, Transportmittel, Sanitätsraum)

    • Nachweis der Überprüfung und ggf. Wartung

  • die an der Arbeitsstelle erforderlichen Personen und ihre Qualifikation

    • aus- und fortgebildete Ersthelfer und ggf. Betriebssanitäter

    • für Brandbekämpfung und Evakuierung zuständige und unterwiesene Personen

    • ggf. weitere Personen (z. B. zur Rettung/Befreiung von Beschäftigten)

  • die Meldeketten (intern und an externe Stellen)

  • die Vorgehensweise (in aktueller schriftlicher und leicht zugänglicher Form)

    • Regelung zur Ersten Hilfe und ärztlichen Versorgung (z. B. Erste-Hilfe-Plakate)

    • Notfallpläne (z. B. Alarmplan, Flucht- und Rettungsplan)

    • Kennzeichnung (z. B. Fluchtwege)

    • Einbindung betriebsfremder Helfer (z. B. Notarzt, Feuerwehr)

mxx
 Die befragten Beschäftigten/Führungskräfte können die Notfallmaßnahmen benennen, die sie betreffen.xxx
10 Beschaffung von Fremdfirmen - Dienstleister, Kontraktoren, Subunternehmer- und Zusammenarbeit (Nachweis der Abstimmung/Unterweisung, Definition der Anforderungen, Informationsfluss)
(vgl.: 2.13.3, 2.13.4 NLF)
 Bei der Auswahl von Fremdfirmen/Dienstleistern werden unternehmensweit verbindliche Kriterien angewendet, die eine sicherheits- und gesundheitsgerechte Leistungserbringung erwarten lassen (z. B. Nachweis über durchgeführten GDA ORGAcheck, Positivliste bewährter Firmen, entsprechende Empfehlungen, Nachweis über Sicherheitsschulung, Gütesiegel der UVT, Sicherheitszertifikat o.ä.)mxx
 Die Auswahl von Beratern/Dienstleistern zum BGM erfolgt aufgrund festgelegter Qualitätskriterien (z. B. Referenzen, Zertifikate, usw.)--x
 Für die Vergabe von Aufträgen an Fremdfirmen/Dienstleister ist geregelt, welche sicherheits- und gesundheitsrelevanten Vorgaben gemacht werden
  • Notwendige Abstimmung (z. B. Sicherheitsbesprechung/Gefährdungsbeurteilung)

  • schriftliche Fixierung der abgestimmten Arbeiten und Schutzmaßnahmen (z. B. Einweisung/Unterweisung, zulässige Arbeitsmittel, PSA, arbeitsmedizinische Vorsorge)

  • vertraglich bindende Forderungen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (z. B. Einhaltung von Maßnahmen und Sicherheitsregeln, Sprachbeherrschung)

  • Recht zur Überprüfung der Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen des Kontraktors und ggf. entsprechende Weisungsbefugnis gegenüber der Fremdfirma (z. B. Koordinator)

  • ggf. verbindliche Kriterien zur Auswahl von Subunternehmen (z. B. Nachweis über durchgeführten GDA ORGAcheck)

  • Verbindlichkeit der Vorgaben auch für Subunternehmen

mxx
 Die Zusammenarbeit mit Fremdfirmen im eigenen Betrieb ist geregelt
  • Einweisung/Schulung betriebsfremder Personen

  • Sicherstellung des Informationsflusses während der Arbeiten (z. B. benannte Ansprechpartner, Personen die verwendete Fremdsprachen übersetzen, Information über Gefährdungen, Berichte über Unfälle)

  • ggf. Bestellung eines Koordinators

mxx
 Die Arbeiten der Fremdfirmen werden ausreichend vor Ort überwacht (z. B. Koordinator).xxx
 Geregelt ist, wie bei unsicherer Arbeitsweise von Fremdfirmen konsequent reagiert wird.mxx
11 Begehungskonzept/interne Audits (systematisches Begehungskonzept mit geplanten Betriebsbegehungen, Audits)
(vgl.: 2.15, 2.16 NLF)
 Im Betrieb werden geplante Begehungen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit durchgeführt
  • Festlegung für Führungskräfte aller Ebenen, wie oft oder bei welchen Anlässen sie Begehungen durchführen

  • Festlegung der Teilnehmer

  • Anwendung von Checklisten oder Auswahl von Themenschwerpunkten

  • Aufzeichnungen, Maßnahmenplan (Was? Wer? Wann?) mit Erledigungsvermerk

xxx
 Der Betrieb überprüft regelmäßig systematisch seine Organisation der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (z. B. mit Audits zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit oder mit Prüflisten des UV-Trägers) und schriftliche Aufzeichnungen über das Ergebnis der letzten Überprüfung liegen vor.xxx
 Geregelt ist, wie die Aspekte der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit überprüft werden
  • Audit-Checkliste mit Fragestellungen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (System und Compliance)

  • Auditprogramm (z. B. Termin, Ort, Inhalt, Teilnehmer)

  • qualifizierte und vom überprüften Bereich unabhängige Auditoren für AMS (Schulung in der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und in der Audit-Methodik, z. B. UV-Träger-Seminar zu AMS)

  • Vorgehensweise, Dokumentation und Berichterstattung sind festgelegt

  • Vorschläge für Vorbeugungs- und Korrekturmaßnahmen (z. B. im Auditbericht)

mxx
12 Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Bewertung des AMS durch die oberste Leitung (vgl.: 2.9, 2.15 - 2.20 NLF)
Hinweis: Wichtige Aspekte des KVP (z. B. ob Erkenntnisse aus dem Betrieb und Ergebnisse aus Messungen/Bewertungen für Verbesserungen genutzt werden) sind bereits in anderen Mindestkriterien (vgl. 6, 7, 8 und 11) enthalten.
 Das vorhandene AMS des Betriebes und die relevanten Festlegungen wurden erstmalig systematisch auf Basis des NLF überprüft durch
  • Bestandsaufnahme durch UV-Träger im Rahmen einer AMS-Beratung und/oder

  • Selbstcheck durch den Betrieb (z. B. GDA ORGAcheck, ergänzt durch managementrelevante Inhalte des NLF, UV-Träger-Umsetzungshilfe oder NLF anwenden)


mit einem entsprechenden Maßnahmenplan des Betriebs.
xxx
 Die Unternehmensleitung bewertet regelmäßig, wie angemessen und wirkungsvoll der Betrieb hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit organisiert ist (Review zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit)
Dazu gehört insbesondere die Evaluation/Bewertung
  • der Zielerreichung unter Berücksichtigung der festgelegten Kennzahlen bzw. Indikatoren,

  • der systematischen Überprüfung bzw. des internen Audits,

  • des Unfallgeschehens sowie

  • der Ergebnisse von Begehungen und Prüfungen.


Die vom Unternehmer, dem BGM-Lenkungsgremium, dem Arbeitsschutzausschuss oder anderen Arbeitskreisen festgelegten Indikatoren für die Evaluation sind dabei berücksichtigt.
xxx
 Das aktuelle Ergebnis der Bewertung liegt schriftlich vor (z. B. Bericht, festgelegte Verbesserungen).xxx