DGUV Grundsatz 311-002 - Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für ...

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Anlage 4, Standortregelung
Anlage 4
Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit; Verfahrensgrundsatz für die Beratung und Begutachtung (DGUV Grundsatz 311-002)

Anhangteil

Titel: Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit; Verfahrensgrundsatz für die Beratung und Begutachtung (DGUV Grundsatz 311-002)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 311-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anlage 4 – Standortregelung

Der Geltungsbereich einer einzelnen Bescheinigung muss im Rahmen der Vereinbarung von den handelnden Parteien festgelegt werden. Zum Geltungsbereich gehören insbesondere die Standorte des Unternehmens und der Betriebszweck.

Ein Standort ist ein vom Hauptsitz des Unternehmens getrennter Ort, an dem eine bauliche, vom Unternehmen genutzte Einrichtung existiert, in der Tätigkeiten verrichtet werden und Arbeitsbereiche vorhanden sind, die z. B. eine Beurteilung von Gefährdungen erfordern. Der Standort muss vom Hauptsitz aus verantwortlich geleitet werden.

Bei Unternehmen mit mehreren Standorten kann sich die Begutachtung auf bestimmte Standorte beschränken, die nach dem folgenden Stichprobensystem ausgewählt werden.

Voraussetzungen für die Anwendung des Stichprobensystems:

  • Das Unternehmen besitzt eine Zentrale, die das gemeinsame AMS für alle Standorte festlegt, überwacht und fortentwickelt.

  • Die Standorte sind rechtlich oder vertraglich an die Zentrale gebunden. Die Zentrale hat das Recht, erforderliche Korrekturmaßnahmen im AMS der Standorte einzuführen.

  • Das Unternehmen hat durch systematische Überprüfung nachgewiesen, dass sein AMS in allen Standorten umgesetzt wurde (durch Ergebnisse eines internen Auditprogram ms oder durch andere systematische Überprüfung).

Die Begutachtungsstelle des UV-Trägers oder der Leiter des Begutachtungsteams entscheidet in jedem Einzelfall, ob sich das Unternehmen für die Anwendung des Stichprobensystems eignet.

Die Anzahl der Stichproben soll grundsätzlich der Quadratwurzel aus der Anzahl der Standorte entsprechen. Dabei wird gerundet (siehe Tabelle).

Zahl der Standorte Stichprobengröße (zu begutachtende Standorte) Zahl der Standorte Stichprobengröße (zu begutachtende Standorte)
1-2157-728
3-6273-909
7-12391-11010
13-204111-13211
21-305133-15612
31-426157-18313
43-567184-24014
Tabelle: Anzahl der Stichproben in Abhängigkeit von der Anzahl der Unternehmensstandorte

Wenigstens 25 % der Stichproben sollten zufällig ausgewählt werden. Der Rest sollte so ausgewählt werden, dass möglichst große Unterschiede zwischen den ausgewählten Standorten bestehen (z. B. hinsichtlich Größe, Arbeitsverfahren, Gefährdungen, usw.).

Die Begutachtung wird mit der Zentrale vereinbart und sowohl in der Zentrale als auch in den ausgewählten Standorten durchgeführt. Eine Einbeziehung von zeitweiligen Standorten (Orte der Erbringung von Dienstleistungen), wie z. B. Baustellen, in die Begutachtung bleibt davon unberührt.

Sind mehrere AMS-Begutachter einbezogen, so wird ein leitender Begutachter bestimmt, der die Ergebnisse sammelt und einen zusammenfassenden Bericht erstellt.

Wird an einem Standort festgestellt, dass relevante Anforderungen des AMS nicht erfüllt werden, so wird geprüft, ob die Zentrale oder andere Standorte ebenfalls betroffen sind. Die Bescheinigung kann erst erteilt werden, wenn in den betroffenen Unternehmensteilen entsprechende Korrekturmaßnahmen umgesetzt worden sind.

Im Bericht und auf der Bescheinigung werden Name und Adresse der Zentrale genannt sowie die Standorte aufgelistet, auf die sich die Bescheinigung bezieht. Es kann auch auf eine entsprechende Liste verwiesen werden.

Diese Standortregelung kann sinngemäß auch auf Teilbetriebe eines Unternehmens innerhalb eines Industrieparks angewendet werden.

Standorte im Geltungsbereich der Bescheinigung werden gemäß Vereinbarung veröffentlicht.

Zeitweilige Standorte können bei der Begutachtung berücksichtigt werden, sind aber nicht Bestandteil der Veröffentlichung.