DGUV Grundsatz 311-002 - Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für ...

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Abschnitt 3.7, 3.7 Begutachtung im Betrieb (Stufe-2-Begutach...
Abschnitt 3.7
Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit; Verfahrensgrundsatz für die Beratung und Begutachtung (DGUV Grundsatz 311-002)
Titel: Arbeitsschutzmanagementsysteme - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit; Verfahrensgrundsatz für die Beratung und Begutachtung (DGUV Grundsatz 311-002)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 311-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.7 – 3.7 Begutachtung im Betrieb (Stufe-2-Begutachtung)

3.7.1
Einführungsgespräch

Es erfolgt ein Einführungsgespräch mit den Verantwortlichen des Unternehmens:

  • Vorstellung der Begutachter und der Führungskräfte der zu begutachtenden Bereiche

  • Besprechung des Umfangs und der Ziele der Begutachtung

  • Überblick über die anzuwendenden Methoden und Verfahren (z. B. Mitarbeiterbefragungen, Einsichtnahme in Dokumentationen)

  • Zeitplanung

3.7.2
Durchführung der Begutachtung

Durch Befragungen (z. B. anhand von Checklisten), Prüfungen von Aufzeichnungen und Beobachtungen von Tätigkeiten und Prozessen in den betreffenden Bereichen des Unternehmens wird die Umsetzung der AMS-Vorgaben, der vereinbarten Referenzdokumente sowie der gesetzlichen und öffentlich-rechtlichen Vorgaben beurteilt. Abweichungen werden festgehalten und untersucht.

Die Wirksamkeit des AMS wird durch repräsentative Stichproben überprüft anhand von:

  • Befragung sowie Beobachtungen von Tätigkeiten/Prozessen (Fokus: Handeln bezüglich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit vor Ort)

  • Prüfen von Aufzeichnungen

Es wird überprüft ob die notwendigen Vorgaben

  • vollständig beschrieben und

  • angewiesen und den Beschäftigten bekannt sind,

  • ob sie verstanden werden und

  • ob das System wirksam ist.

Bei der Begutachtung sind folgende Punkte zu überprüfen:

Der Bezug zu den Elementen des NLF ist in Klammern angegeben. Bei optionaler Begutachtung eines BGM sind diese Punkte unter Berücksichtigung der Qualitätskriterien im Präventionsfeld "Gesundheit im Betrieb" zu prüfen.

  1. 1.

    Politik bezüglich der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (2.1) und deren Kommunikation im Unternehmen

  2. 2.

    Ziele für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (2.2)

  3. 3.

    Organisation der Zuständigkeiten und Verantwortungen sowie Bereitstellung ausreichender finanzieller, personeller, sachlicher und zeitlicher Ressourcen (2.3, 2.4)

  4. 4.

    Bestellung der Beauftragten und Einbindung in die Organisation (2.4)

  5. 5.

    Mitarbeiterbeteiligung an der Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (2.5)

  6. 6.

    Einstellung, Umsetzung und Eignung von Beschäftigten (2.6)

  7. 7.

    Qualifikation und Schulung der Führungskräfte (2.6)

  8. 8.

    Qualifikation, Schulung und Unterweisung der Beschäftigten (2.6)

  9. 9.

    Dokumentation und Lenkung der Dokumente und Aufzeichnungen hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (2.7)

  10. 10.

    Interne und externe Information/Kommunikation und Zusammenarbeit (2.8)

  11. 11.

    Regelung zur Anpassung des AMS bei Umorganisations-/Umstrukturierungsmaßnahmen (2.9)

  12. 12.

    Prüfung prüfpflichtiger Anlagen, Arbeitsmittel und Einrichtungen, Wartungspläne (2.10)

  13. 13.

    Beschreibung sicherheitsrelevanter Arbeitsabläufe/Prozesse (2.11)

  14. 14.

    Beurteilung der Gefährdungen und Belastungen (Gefährdungsbeurteilung) (2.12, 2.13.1)

  15. 15.

    Sicherheits- und Gesundheitsrelevante Freigabeverfahren bei der Projekt- und Auftragsabwicklung, Arbeiterlaubnisse/Erlaubnisscheinverfahren (2.13.1)

  16. 16.

    Regelungen für Betriebsstörungen, Notfälle, Brandschutz (2.13.2)

  17. 17.

    Beschaffung von Stoffen, Arbeitsmitteln, PSA (2.13.3)

  18. 18.

    Beschaffung von Fremdfirmen (Dienstleister, Kontraktoren) und Zusammenarbeit (2.13.4)

  19. 19.

    arbeitsmedizinische Vorsorge und Gesundheitsförderung (2.13.5)

  20. 20.

    Änderungsmanagement (2.14)

  21. 21.

    Begehungskonzept (Betriebsbegehungen) (2.15)

  22. 22.

    interne AMS-Audits (2.17)

  23. 23.

    Erfassung, Meldung und Auswertung von Unfällen und Berufskrankheiten sowie ggf. von Beinaheunfällen und kritischen Situationen (2.16)

  24. 24.

    Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Leistungserfassung des AMS, Bewertung des AMS durch die oberste Leitung, Ermittlung von Vorbeuge- und Korrekturmaßnahmen, Verfolgung der Umsetzung dieser Maßnahmen, Prüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen (2.15, 2.18, 2.19, 2.20)

Die oben angeführten Punkte können in Frageform auch als Checkliste für die Begutachtung dienen.

Dabei müssen Mindestanforderungen (KO-Kriterien, siehe Anlage 5) bei jeder Begutachtung zwingend nachgewiesen werden. Die KO-Kriterien formulieren Anforderungen an bestimmte Elemente des NLF im Detail und berücksichtigen dabei auch kleine Betriebe im Sinne dieses Grundsatzes mit weniger als 20 Beschäftigten sowie Betriebe, die ein Betriebliches Gesundheitsmanagement nachweisen möchten.

3.7.3
Abschlussgespräch

Die Ergebnisse der Begutachtung werden mit den zuständigen Verantwortlichen des Unternehmens besprochen.