DGUV Information 204-008 - Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungs...

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Abschnitt 5, Besonderheit bei der Wiederbelebung von Kindern...
Abschnitt 5
Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder (DGUV Information 204-008)
Titel: Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder (DGUV Information 204-008)
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: DGUV Information 204-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – Besonderheit bei der Wiederbelebung von Kindern und Säuglingen

Während die Ursachen für einen Atemstillstand bei Erwachsenen meist kreislaufbedingt sind und daher sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage) begonnen wird, stehen bei Säuglingen und Kindern oftmals Atemstörungen oder Atemstillstand im Vordergrund, die nicht unmittelbar mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand in Verbindung stehen. Daher weicht der Ablauf der Hilfeleistung bei Kindern gegenüber dem bei Erwachsenen ab, es wird mit der Beatmung begonnen.

So machen Sie’s richtig

Sie haben bei einem Kind/Säugling Bewusstlosigkeit festgestellt und das Kind atmet nicht.

  • Rufen Sie sofort laut um Hilfe, damit weitere Helfer aufmerksam werden.

  • Beatmen Sie zunächst 5-mal und prüfen erneut die Atmung.

  • Bei Säuglingen beatmen Sie in Mund und Nase gleichzeitig.

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  • Passen Sie das Beatmungsvolumen dem Lungenvolumen des Kindes an.

  • Können Sie auch jetzt keine Atmung feststellen, legen Sie das Kind auf eine harte Unterlage und beginnen unverzüglich mit der Wiederbelebung.

  • Veranlassen Sie schnellstens den Notruf. Wenn Sie alleine sind, müssen Sie die Wiederbelebung nach ca. einer Minute kurz unterbrechen und den Notruf absetzen.

  • Machen Sie den Brustkorb frei. Setzen Sie einen Handballen, bei Säuglingen zwei Finger auf die Mitte des Brustkorbes auf und komprimieren (drücken) Sie den Brustkorb ca. ein Drittel tief 30-mal senkrecht in Richtung Wirbelsäule.

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  • Nach jeweils 30 Herzdruckmassagen müssen Sie 2-mal beatmen. Wechseln Sie möglichst schnell zwischen Herzdruckmassage und Beatmungen.

Die Wiederbelebung kann beendet werden, wenn das Kind vom Rettungsdienst/Notarzt übernommen wird oder Atmung bzw. Lebenszeichen erkennbar sind. In diesem Fall ist die Seitenlage (Seiten 23/24) herzustellen.

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Bei Säuglingen und Kindern weicht der Ablauf der Hilfeleistung etwas gegenüber dem bei Erwachsenen ab: Es wird mit fünf Beatmungen begonnen. Beginnt das Kind dann nicht zu atmen, wird die Wiederbelebung mit 30 Herzdruckmassagen im Wechsel mit jeweils zwei Beatmungen durchgeführt. Außerdem werden Atemvolumen und Drucktiefe (eine Hand statt zwei) entsprechend verringert.
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Auch bei Kindern kann die Wiederbelebung durch zwei Helfer wie abgebildet erfolgen. Säuglinge werden zur Wiederbelebung auf den Arm genommen (Abbildung). Die Beatmung erfolgt in Mund und Nase gleichzeitig. Die Herzdruckmassage wird bei Säuglingen mit zwei Fingern durchgeführt.

Wiederbelebung

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Erstickungsgefahr

Es heißt: "Jemand hat etwas verschluckt". Ob in Luft- oder Speiseröhre ist dabei zunächst nicht so wichtig, es muss schnell gehandelt werden.

Symptome

  • Starker Hustenreiz und ggf. pfeifende Atemgeräusche.

  • Schluckbeschwerden, ggf. auch Brechreiz.

  • Die betroffene Person ist blaurot im Gesicht und versucht zu atmen, schlimmstenfalls ohne dass ein Atemstoß erfolgt.

  • Betroffene drohen das Bewusstsein zu verlieren.

So helfen Sie richtig

  • Atmet, spricht, hustet die betroffene Person, fordern Sie sie auf, kräftig weiter zu husten.

  • Solange Betroffene bei Bewusstsein sind, veranlassen Sie sie, ihren Oberkörper vornüberzubeugen.

    Versuchen Sie, mit kräftigen Schlägen der flachen Hand zwischen die Schulterblätter den Fremdkörper zu lösen. Prüfen Sie nach jedem Schlag in der Kopftieflage, ob sich der Fremdkörper gelöst hat.

  • Veranlassen Sie umgehend einen Notruf.

Achtung: Die nachfolgende Maßnahme darf nur als letztes Mittel (ultima ratio), wenn alles andere versagt hat, angewendet werden.

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Oberbauchkompression

Wenn sich der Zustand nicht bessert, und die betroffene Person trotz aller Bemühungen zu ersticken droht, kann als "allerletzte Maßnahme" noch folgendes versucht werden:

So helfen Sie richtig

  • Stellen Sie sich hinter die betroffene Person, beugen Sie ihren Oberkörper nach vorne und umfassen Sie mit beiden Armen von hinten den Oberbauch.

  • Legen Sie die geballte Faust einer Hand auf den Oberbauchbereich unterhalb des Brustbeins (zwischen Nabel und Brustbeinende).

  • Umfassen Sie mit der anderen Hand Ihre Faust und ziehen Sie diese nun bis zu fünfmal kräftig zu sich nach hinten und gleichzeitig nach oben.

  • Lässt sich die Atemwegsverlegung der betroffenen Person auch mit der Oberbauchkompression allein nicht beseitigen, wiederholen Sie die Maßnahmen und wechseln Sie dabei zwischen jeweils max. 5 Rückenschlägen und Oberbauchkompressionen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

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  • Bei Bewusstlosigkeit leiten Sie unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen ein (Seite 25).

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 Fremdkörper in Luft- und Speiseröhre bei Kindern
Ein in der Luftröhre steckender Fremdkörper verursacht je nach Schwere Hustenreiz, pfeifende Atemgeräusche, das Fehlen jeglichen Atemstoßes (ggf. noch vorhandene Brustkorbbewegungen) sowie die Unfähigkeit zu sprechen. Das Kind ist dabei blaurot im Gesicht und versucht erfolglos zu atmen.

Bei Fremdkörpern in der Speiseröhre treten Schluckbeschwerden oder Brechreiz auf. Durch die flexible Rückwand der Luftröhre können Fremdkörper in der Speiseröhre auch die Luftröhre einengen. So kann ebenfalls akute Erstickungsgefahr bestehen.
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Wichtig:

Kleinkinder dürfen Sie nicht an den Beinen hochziehen, um auf den Rücken zu schlagen!

So helfen Sie richtig
  • Sollte ein großer Fremdkörper in der Mundhöhle gut sichtbar sein, kann versucht werden, ihn mit den Fingern herauszuholen. Einen nicht sichtbaren Fremdkörper auf diese Weise zu entfernen, muss unterbleiben.

  • Um Fremdkörper aus Luft- und Speiseröhre zu befördern, legen Sie kleinere Kinder mit vornübergebeugtem Oberkörper übers Knie und geben nicht zu kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter. Prüfen Sie regelmäßig ob sich der Fremdkörper gelöst hat.

  • Alarmieren Sie unverzüglich den Rettungsdienst.

  • Größere Kinder und Jugendliche können sich im Stehen oder Sitzen nach vorn beugen, ihr Oberkörper wird vom Helfer unterstützend festgehalten und es erfolgen Schläge zwischen die Schulterblätter.

  • Bei ausbleibendem Erfolg führen Sie beim Kind bis zu 5 Oberbauchkompressionen durch und prüfen regelmäßig, ob sich der Fremdkörper gelöst hat. Stellen Sie sich dazu hinter das Kind, legen Sie eine Faust in den Oberbauchbereich unterhalb des Brustbeins und ziehen Sie bis zu fünfmal ruckartig kräftig nach hinten oben. Achtung: Für diese Maßnahme gilt dasselbe, wie auf Seite 32 beschrieben, sie darf wegen zusätzlicher Gefahren nur als "ultima ratio" Maßnahme zur Anwendung kommen.

  • Die Maßnahmen werden so lange im Wechsel durchgeführt bis entweder Atemwege frei sind oder der Notarzt bzw. Rettungsdienst eintrifft.

  • Bei eintretender Bewusstlosigkeit muss mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden (Seiten 24 u. 29).

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Merke
Auch wenn ein Fremdkörper in der Speiseröhre keine ernsten Beschwerden verursacht, sondern nur ein unangenehmes Gefühl, sollten Sie mit dem Kind einen Arzt aufsuchen, um Schäden zu vermeiden.
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"Beinahe-Ertrinken"
Ertrinkungsunfälle gehören zu den häufigsten Todesfällen bei Kleinkindern, denn immer noch geraten Kinder z. B. in nicht ausreichend gesicherten Gewässern in Lebensgefahr. Entgegen der allgemeinen Meinung muss bei einem aus dem Wasser geretteten Kind nicht zunächst die Lunge ausgepumpt werden. Wasser kann in so kurzer Zeit weder in die Lunge eindringen noch könnten Sie es dort wieder herausholen. Solche Bemühungen würden den Beginn der Wiederbelebung nur unnötig verzögern. Vielmehr muss sofort nach der Rettung die Wiederbelebung beginnen.

So machen Sie’s richtig
  • Alarmieren Sie schnellstens den Rettungsdienst.

  • Beginnen Sie sofort nach der Rettung mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Insektenstich im Mund-Rachenraum

Insektenstiche im Mund- bzw. Rachenraum kommen im Sommer gelegentlich vor, wenn versehentlich ein Insekt, z. B. eine Wespe, beim Essen oder Trinken in den Mund-Rachenraum gerät. Betroffen sind oft Kinder.

Symptome

  • Betroffene verhalten sich in der Situation oft "panikartig".

  • Starker Schmerz im Stichbereich.

  • Zunehmende Schwellung im Mund-Rachenraum oder der Zunge.

  • Zunehmende Atemnot mit Blaufärbung im Gesicht.

Durch das Insektengift schwellen im empfindlichen Mund-Rachenraum die Schleimhäute an oder es kommt zum Anschwellen der Zunge. Die Atemwege verengen sich und drohen sich zu verschließen. Es besteht akute Erstickungsgefahr. Allergikern droht zusätzlich noch ein allergischer Schock.

So helfen Sie richtig

  • Notruf/Alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst.

  • Das Kühlen der Mund-Rachenschleimhäute mit Eis unterdrückt die Schwellung. Lassen Sie Betroffene Speiseeis oder Eiswürfel lutschen und kühlen Sie den Hals mit einem Eisbeutel oder kalten Umschlägen von außen.

  • Sollte ein Atemstillstand eintreten, müssen Sie unverzüglich beatmen und den Kreislauf kontrollieren, bis der Rettungsdienst eintrifft.

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Beugen Sie vor, indem Sie beim Essen und Trinken in der warmen Jahreszeit achtsam sind und z. B. Trinkhalme verwenden. Wenn Allergien bekannt sind, sollte nach ärztlicher Absprache ein Notfallset mitgeführt werden (siehe Seite 39).

Elektrounfälle

Symptome

  • Bei kurzer Stromeinwirkung und geringer elektrischer Energie treten Beschwerden wie Atemnot, Krampfgefühl in der Brust, Angstzustände, Herzjagen, Unruhe und Schwitzen auf. Die Beschwerden klingen wieder ab.

  • Bei Körperdurchströmung unter erhöhter Spannung kann es zu Haut- und Gewebeschäden mit sogenannten Strommarken kommen. Das sind Verbrennungen, die an den Ein- und Austrittsstellen des Stromes auftreten.

  • Die Herztätigkeit wird gestört. Herzrhythmusstörungen können auftreten, schlimmstenfalls kommt es zum Herz-Kreislauf-Stillstand.

  • Schädigungen an Gehirn und Nervensystem verursachen Schmerzen, Lähmungen, Krämpfe und Bewusstlosigkeit.

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Da das Herz zur eigenen Tätigkeit selbst elektrische Reize bildet, kann schon eine sehr kurze Stromeinwirkung die Herztätigkeit lebensbedrohlich stören. Es entsteht dann das so genannte Herzkammerflimmern. In diesem Zustand hat das Herz keine Pumpwirkung mehr, was einem Herz-Kreislauf-Stillstand (siehe Seite 25) gleichkommt. Entsprechend finden Sie eine leblose Person vor.

Auch das Gehirn kann in seiner Funktion erheblich gestört werden. Bewusstlosigkeit, Krämpfe und Atemstillstand können die Folgen sein.
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Stromunfälle sind vermeidbar
Oft sind leichtsinniger Umgang mit elektrischen Geräten, unfachmännische Bastel- und Reparaturarbeiten an elektrischen Einrichtungen und Missachtung von Warn- und Absperrmaßnahmen ursächlich für Unfälle mit elektrischem Strom.

Umsichtiges Verhalten zu Hause und in Einrichtungen hilft Unfälle zu verhindern. Lassen Sie elektrische Geräte regelmäßig durch eine Elektrofachkraft überprüfen.

Unfälle bei Niederspannung bis 1000 V

So helfen Sie richtig

  • Zuerst an die eigene Sicherheit denken. Sie dürfen keinesfalls selbst in den Stromkreis der verunglückten Person geraten. Unfallstellen absichern.

  • Unterbrechen Sie den Stromkreis, in dem sich die verunglückte Person befindet. Einfach gelingt dies durch Ziehen des Steckers oder Ausschalten des Elektrogeräts. Ist dies nicht möglich, müssen Sie die Hauptsicherung (Schutzschalter) ausschalten.

  • Gelingt die Unterbrechung des Stromkreises nicht, kann versucht werden, die verunglückte Person von der Stromquelle wegzuziehen.

    Dabei Betroffene aber nicht direkt anfassen! Versuchen Sie, mit isolierenden Gegenständen wie Kleidungsstücken, Decken o. Ä. Betroffene von der Stromquelle zu trennen, ohne sich dabei selbst zu gefährden. Vorsicht ist in Feuchträumen geboten, weil die elektrische Leitfähigkeit hier höher ist.

  • Nach der Rettung (Entfernung aus dem Stromkreis) prüfen Sie sofort Bewusstsein und Atmung der verunglückten Person.

  • Eventuell sind Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig, wobei der Einsatz eines Defibrillators oft lebensrettend ist (siehe Seite 28).

  • Notruf/Alarmieren Sie schnellstens den Rettungsdienst.

  • Auch die Brandwunden müssen verbunden werden, allerdings haben die lebensrettenden Maßnahmen unbedingt Vorrang.

  • Verunglückte warm halten (Rettungsdecke).

  • Betroffene, die Kontakt zu elektrischem Strom hatten, müssen in ärztliche Behandlung, auch wenn sie sich besser fühlen.

Unfälle bei Hochspannung mit mehr als 1 kV

So helfen Sie richtig

  • Bei allen Unfällen im Hochspannungsbereich hat die Sicherheit der Ersthelferin bzw. des Ersthelfers höchste Priorität. Sie sind selbst in Lebensgefahr. Halten Sie einen Sicherheitsabstand von bis zu 20 Metern zur Stromquelle ein (siehe auch Info für Helferinnen und Helfer). Solange der Strom nicht unterbrochen/abgeschaltet ist, kann er in Form eines Lichtbogens auf eine sich annähernde Person überspringen.

  • Die Hilfe beginnt mit dem Notruf. Alarmieren Sie schnellstmöglich den Rettungsdienst mit dem Hinweis auf einen Hochspannungsunfall und einer präzisen Ortsangabe.

  • Die Rettung der Betroffenen aus dem Gefahrenbereich erfolgt aus Sicherheitsgründen durch Fachpersonal.

  • Nach der Rettung der Verunglückten sind ggf. Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich.

  • Die Versorgung meist schwerer Brandwunden und Wärmeerhalt sind weitere wichtige Maßnahmen.

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Unfälle im Hochspannungsbereich sind grundsätzlich nur möglich, wenn die Sicherheitsvorschriften nicht beachtet und Sicherheitsbarrieren, Warnschilder usw. in gröbster Weise missachtet werden, z. B. durch Erklimmen eines Hochspannungsmastes, Eindringen in Umspannwerke oder das Herumklettern auf Bahnwaggons unter einer Oberleitung. Nur ein hinreichend großer Sicherheitsabstand von bis zu 20 Metern kann verhindern, dass Sie in den Stromkreis geraten!

Schock

Der Begriff Schock wird ganz allgemein für Störungen des Kreislaufes verwendet. Oft wird der Schock auch als Kollaps oder Kreislaufkollaps bezeichnet.

Symptome

  • Betroffene sehen sehr blass aus und sind oft sehr unruhig und nervös, haben Angst.

  • Sie zittern und fühlen sich geschwächt, viele hält es nicht auf den Beinen, sie müssen sitzen oder sie liegen bereits am Boden.

  • Die Haut fühlt sich kalt an, sie ist oftmals schweißnass und Betroffene frieren, ihnen ist kalt.

  • Der Puls ist schwach und beschleunigt.

So helfen Sie richtig

  • Notruf/Alarmieren Sie den Rettungsdienst.

  • Zuwendung und ständige Betreuung sind zunächst das Wichtigste.

  • Decken Sie die Betroffenen sofort der Witterung entsprechend warm zu. Ideal ist die Rettungsdecke aus dem Verbandkasten (ggf. mit Pflaster fixieren). Sie ist groß genug, um betroffene Personen auch zum Boden hin vor dem Auskühlen zu schützen. Natürlich kann auch eine Wolldecke oder warme Kleidung verwendet werden.

  • Lagern Sie Betroffene mit leicht (ca. 20 cm) erhöhten Beinen. Dies unterstützt den Kreislauf.

  • Bleiben Sie bei Betroffenen und betreuen Sie sie.

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Ein Schock kann viele Ursachen haben, da mit dem Begriff eine schwere Kreislaufstörung mit Blutmangel am Herzen bezeichnet wird.

Daher ist naheliegend, dass u.a. ein größerer Blutverlust bei äußeren aber auch bei inneren Verletzungen zum Schock führen kann.

Plötzliches Erschrecken, Angst, Schmerzen usw. können durch nervöse Fehlsteuerung der Blutgefäße einen Schock auslösen. Der gängige Begriff für diese Art der Kreislaufstörung ist "Kollaps". Unfallbeteiligte können so reagieren, ohne selbst verletzt zu sein, daher spricht man umgangssprachlich von "geschockt sein".

Ein Schock kann auch dann auftreten, wenn der Kreislauf durch großen Flüssigkeitsverlust, etwa durch heftige Durchfälle bzw. Erbrechen oder auch bei starkem Schwitzen, z. B. in Folge körperlicher Anstrengungen, auch beim Sport, beeinträchtigt wird. Oft wurde zu wenig getrunken.

Insbesondere Kinder reagieren auf Flüssigkeitsverlust sehr empfindlich. Vergiftungen, aber auch allergische Reaktionen des Körpers (siehe nächste Seite) durch die Unverträglichkeit von bestimmten Substanzen, z. B. Medikamenten oder Insektengift (z. B. Wespenstich), können zum Schock führen.

Unabhängig von den Ursachen bedeutet ein Schock immer eine unzureichende Versorgung der Körperzellen vor allem mit Sauerstoff und eine mangelnde Entsorgung der Körperzellen unter anderem von Kohlendioxid. Hierdurch verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Betroffenen mit zunehmender Dauer des Schocks immer rasanter.

Daher sind auch die genannten Erste-Hilfe-Maßnahmen so wichtig. Sie wirken einem möglichen Kreislaufzusammenbruch entgegen.

Wichtiger Hinweis:
Hat die betroffene Person Atemnot, lagern Sie die Beine nicht erhöht. Ggf. ist es hilfreich, den Oberkörper erhöht zu lagern.

Schwere allergische Reaktion

Bei manchen Menschen lösen Stoffe, mit denen der Körper in Kontakt kommt bzw. die vom Körper aufgenommen werden, eine schwere allergische Reaktion aus. Beispiele sind Insektenstiche (z. B. Wespen), bestimmte Lebensmittel, aber auch Unverträglichkeiten auf bestimmte Medikamente.

Symptome

  • Erste Anzeichen sind gelegentlich Kribbeln im Mund, an der Zunge und den Lippen.

  • Äußerlich kann Quaddelbildung der Haut mit oft heftigem Juckreiz auftreten.

  • Das Atmen fällt schwer (Atemnot durch Zuschwellen der Atemwege).

  • Mögliche weitere Symptome sind Erbrechen, Kollaps und Verlust des Bewusstseins.

So helfen Sie richtig

  • Unterbinden Sie - wenn noch möglich - die Zufuhr des allergieauslösenden Stoffes, indem Sie z. B. den Stachel eines Insekts entfernen (Einstichstelle kühlen) oder die Medikamentenzufuhr unterbinden.

  • Notruf/Alarmieren Sie schnellstmöglich den Rettungsdienst.

  • Beruhigen und betreuen Sie die betroffene Person.

  • Betroffene gut warm halten (z. B. mit der Rettungsdecke zudecken).

  • Bei Atemnot öffnen Sie beengende Kleidung und lagern die Person mit erhöhtem Oberkörper. Öffnen Sie ggf. ein Fenster.

  • Fragen Sie nach einem Notfallset, welches bei bekannten Allergien von Betroffenen mitgeführt wird und helfen Sie bei der Anwendung der Gegenmittel.

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Allergische Reaktionen können sich sekundenschnell entwickeln, manchmal jedoch auch mit zeitlicher Verzögerung eintreten. Daher ist schon bei ersten Anzeichen wie Kribbeln im Mund, an der Zunge und den Lippen oder Quaddelbildung auf der Haut mit Juckreiz an eine allergische Reaktion zu denken.

Die Gabe von mitgeführten Notfallmedikamenten stellt eine Erste-Hilfe-Leistung dar und kann Leben retten. Die Notfallsets sind für Laien gemacht und einfach zu handhaben. Eine Falschdosierung ist ausgeschlossen. Treffen Sie mit den Eltern betroffener Kinder entsprechende Vereinbarungen. Organisieren Sie die Hilfe in der Einrichtung. Bei Unsicherheiten lassen Sie sich, z.B. durch eine Kinderärztin oder Kinderarzt, beraten.

Weitere Hinweise zur Medikamentengabe finden Sie in der DGUV Information 202-091 (Schulen) und 202-092 (KiTas).