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Abschnitt 7, 7 Prominente Modelle zur Erfassung der Wirksamk...
Abschnitt 7
Leitpapier zur Evaluation Grundverständnis in der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Grundsatz 311-001)
Titel: Leitpapier zur Evaluation Grundverständnis in der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Grundsatz 311-001)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 311-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7 – 7 Prominente Modelle zur Erfassung der Wirksamkeit und Qualität

Evaluation basiert prinzipiell immer auf angenommenen Wirkungsmodellen. Ein Wirkungsmodell bildet Ursache-Wirkungs-Beziehungen im Detail ab, zeigt, was eine Präventionsmaßnahme mit welchen Mitteln und Produkten erreichen möchte und beschreibt damit über welche Zwischenresultate das Projektziel erreicht werden soll (Wetzstein & Hessenmöller, 2012). Das Wirkungsmodell ist somit zentral für das Analysieren und Verstehen von Erfolgen und Misserfolgen. In Kampagnen beispielsweise, wo oftmals interdisziplinär zusammengearbeitet wird, stellt eine grafische Aufbereitung des Wirkungsmodells nicht nur eine wichtige Kommunikationsgrundlage dar, sondern es macht komplexe Zusammenhänge übersichtlich, hilft bei der Formulierung von realistischen Ober- und Teilzielen und ermöglicht eine detaillierte Planung der Präventionsmaßnahmen.

Für die Evaluation sind Modelle eine wichtige Voraussetzung dafür, frühzeitig Indikatoren zu finden und ein Evaluationsdesign zu erarbeiten. Nach der Datenerhebung sind sie eine wichtige Grundlage für die statistische Überprüfung der Wirkungsweise der Präventionsmaßnahme.

Für die Entwicklung von Wirkungsmodellen bieten sich zwei Wege an:

  1. 1.

    Für eine Reihe von Präventionsmaßnahmen lassen sich Wirkungsmodelle aus der Forschungsliteratur finden, die als Grundlage dienen, sich sowohl auf die Wirksamkeits-, als auch Qualitätsmessung von Präventionsmaßnahmen anwenden lassen und spezifisch angepasst werden können.

    So existieren bekannte sozialpsychologische bzw. informationsverarbeitende Modelle, die psychologische Mechanismen des Zustandekommens von Verhaltensveränderungen und schließlich auch Verhältnisveränderungen beschreiben. Für den Bereich der Qualifizierungen gibt es beispielsweise das Modell von Kirkpatrick (1987) oder das Qualitätsmodell von Donabedian (1966), die gern herangezogen werden. Für den Bereich der Kampagnen gibt es das Informationsverarbeitungsparadigma von McGuire (1989) und das Phasenmodell der Kampagnenwirkung der BZgA, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). In der 2. Periode der GDA wird das Prozessorientierte Wirkungsmonitoring (PWM, Hummelbrunner, 2011) verwendet.

    Neben diesen Wirkungsmodellen gibt es auch daraus abgeleitete Evaluationsmodelle. Das sind das CIPP-Modell von Stufflebeam (1999) und das Ebenenmodell zur Kampagnenevaluation von Taskan-Karamürsel und Wetzstein (2010).

  2. 2.

    Findet sich kein passendes Modell für eine Präventionsmaßnahme in der Forschungsliteratur, ist der zweite Weg, eigene Annahmen über die Wirkungsweise einer Präventionsmaßnahme anzustellen, das Wirkungsmodell zu erarbeiten und in der Projektgruppe zu diskutieren.

Oftmals lassen sich theoretische Modelle nicht eins zu eins in die Praxis übertragen. Sie bieten einen Leitfaden zur Vorgehensweise oder lassen sich in bestimmten Aspekten mit anderen Modellen kombinieren. Entsprechend des jeweiligen Evaluationsgegenstands ist es in der Praxis notwendig, spezifische Evaluationskonzepte gemäß der entsprechenden Zielstellung und Indikatoren zu entwickeln.