DGUV Grundsatz 311-001 - Leitpapier zur Evaluation Grundverständnis in der geset...

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Abschnitt 5, 5 Ausrichtung von Evaluationen
Abschnitt 5
Leitpapier zur Evaluation Grundverständnis in der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Grundsatz 311-001)
Titel: Leitpapier zur Evaluation Grundverständnis in der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Grundsatz 311-001)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 311-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – 5 Ausrichtung von Evaluationen

Bei der Evaluation von Präventionsmaßnahmen werden Referenzen im Sinne von Vergleichsmaßstäben herangezogen, die eine Bewertung der Präventionsmaßnahmen auf Basis der in der Evaluation erzielten Ergebnisse ermöglichen. Diese Vergleichsgrößen bieten damit in der Planungsphase eine Orientierung und in der Abschlussphase eine Hilfe bei der Interpretation der Ergebnisse.

In Anlehnung an Schmidt (2010) können folgende Referenzgrößen möglich sein. Diese sind nicht trennscharf, d. h., sie können einzeln oder kombiniert herangezogen werden. Die Auswahl der Referenzgrößen bestimmt die Ausrichtung der Evaluation:

  1. 1.

    Vergleich mit anderen Präventionsmaßnahmen: Evaluationsergebnisse zur Durchführung oder Wirksamkeit einer Präventionsmaßnahme werden mit Ergebnissen ähnlicher Präventionsmaßnahmen verglichen. Es wird keine absolute Bewertung durchgeführt, sondern eine relative. Beispiel: Die Zufriedenheit mit dem Seminar x und die Bewertung des Transfererfolgs von Seminar x wird mit den Ergebnissen zur Zufriedenheit mit dem Seminar y und dem Transfererfolg von Seminar y verglichen.

  2. 2.

    Vergleich zwischen angestrebten Zielen und Zielerreichung: Die Wirksamkeit der Präventionsmaßnahme wird daran festgemacht, ob die Ziele der Präventionsmaßnahme erreicht wurden. Beispiel: Ob eine Präventionskampagne erfolgreich war, wird danach beurteilt, inwieweit die Kampagnenziele, die vor Beginn der Kampagne im Fachkonzept festgeschrieben wurden, erreicht wurden.

  3. 3.

    Vergleich von Ergebnissen zu unterschiedlichen Messzeitpunkten: Es werden zu verschiedenen Messzeitpunkten, z. B. vor, während, unmittelbar nach Abschluss sowie Monate nach Abschluss der Durchführung einer Präventionsmaßnahme Daten erhoben, die dann miteinander verglichen werden können. Hier lässt sich der relationale Fortschritt ermitteln. Beispiel: Die Befragung zu einer neuen Ausbildung erfolgt vor Beginn der Ausbildung, zwischen den Ausbildungsmodulen, am Abschluss der Ausbildung und 8 Monate nach Ausbildungsende. Es werden jeweils die gleichen Daten erhoben, so dass Veränderungen bei den Teilnehmenden, z. B. bezüglich ihrer Kompetenz und ihren Fertigkeiten, identifiziert werden können.

  4. 4.

    Vergleich mit normativ gesetzten Standards: Normative Standards sind bei solchen Präventionsmaßnahmen bedeutsam, bei denen es um Normierung bzw. die Gewährleistung von Standards geht. Beispiel: In Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung sind bestimmte Normen festgeschrieben. Mittels Evaluation kann festgestellt werden, ob bei der Umsetzung der Vorschrift in Unternehmen, diese Normen erreicht werden.

  5. 5.

    Orientierung an (theoretischen) Modellen: Das Vorgehen zur Evaluation einer Präventionsmaßnahme wird an einem vorhandenen theoretischen Modell ausgerichtet. Das Modell ist eine Strukturierungshilfe, denn es hilft bei der Ableitung der Evaluationskriterien und des Evaluationsdesigns. Prominente Modelle werden im Kapitel 7 vorgestellt. Beispiel: Die Evaluation eines Seminars wird am Vier-Ebenen-Modell von Kirkpatrick (1987) geplant. Damit werden die Zufriedenheit, der Lernerfolg, die Verhaltensveränderung und die Effekte im Betrieb gemessen.