DGUV Information 203-079 - Auswahl und Anbringung von Verriegelungseinrichtungen...

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Abschnitt 3.4, 3.4 Verriegelungseinrichtungen mit Näherungss...
Abschnitt 3.4
Auswahl und Anbringung von Verriegelungseinrichtungen (DGUV Information 203-079)
Titel: Auswahl und Anbringung von Verriegelungseinrichtungen (DGUV Information 203-079)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-079
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – 3.4 Verriegelungseinrichtungen mit Näherungsschaltern

Näherungsschalter verwenden Sensoren, die auf Annäherung, d. h. ohne direkten Kontakt, berührungsfrei reagieren. Bei Näherungsschaltern für Sicherheitsfunktionen können nach DIN EN 60947-5-3 [7] Sensor und Auswertegerät in einem oder in getrennten Gehäusen untergebracht sein.

Nach DIN EN 60947-5-3 [7] gehören zu einem Näherungsschalter für Sicherheitsfunktionen die Baugruppen Sensor (aktives Teil), Auswertegerät inklusive den Sicherheitsausgängen (OSSD's) und der Betätiger (festgelegtes Objekt).

Gegenüber elektromechanischen Positionsschaltern besitzen die Sensoren von Näherungsschaltern keine sich bewegenden Teile. Sie sind wenig anfällig gegen das Eindringen von Staub und Flüssigkeiten und lassen sich leicht reinigen.

3.4.1
Bauarten von Näherungsschaltern

3.4.1.1
Positionsschalter Bauart 3 - unkodierte Näherungsschalter

Der Betätiger kann im einfachsten Fall ein vom Hersteller definierter Werkstoff sein. In diesem Fall muss das versehentliche Betätigen (z. B. durch Materialspäne oder Umwelteinflüsse) sowie das Umgehen auf vernünftigerweise vorhersehbare Art durch konstruktive Maßnahmen wie z. B. einen verdeckten Einbau verhindert werden (siehe auch Abschnitt 5.8).

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Abb. 14 unkodierter Näherungsschalter

3.4.1.2
Positionsschalter Bauart 4 - kodierte Näherungsschalter

Der Betätiger ist ein vom Hersteller mitgelieferter und in seinen technischen Eigenschaften (z. B. innerer elektrischer Aufbau, Geometrie) besonders gestalteter Gegenstand.

3.4.2
Schaltabstände

Bedingt durch unterschiedliche Funktionsprinzipien und Anfahrrichtungen weisen Näherungsschalter unterschiedliche Schaltabstände bzw. Ansprechbereiche auf.

Abbildung 18 zeigt beispielhaft typische Ansprechbereiche eines Näherungsschalters. Bei seitlichem Anfahren muss in diesem Beispiel ein Mindestabstand von smin eingehalten werden, um ein Ansprechen in den dargestellten Nebenkeulen des Magnetfeldes auszuschließen.

Aus dem in Abbildung 17 dargestellten Ansprechbereich ergibt sich für jeden Näherungsschalter ein Abstand vom Sensor sao, innerhalb dessen das korrekte Erfassen der Anwesenheit des Betätigers immer erreicht wird, vorausgesetzt der seitliche Versatz zwischen Sensor und Betätiger ist nicht zu groß (siehe Abbildung 17a).

Sicherheitstechnisch relevant sind die Herstellerangaben über den gesicherten Ausschaltabstand sar, bei dem unter allen festgelegten Umgebungsbedingungen und Herstellungstoleranzen das Schalten der Sicherheitsausgänge in den AUS-Zustand gewährleistet sein muss.

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Abb. 15 Näherungsschalter kodiert mit Reedkontakten

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Abb. 16 Näherungsschalter kodiert, Transponderprinzip

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Abb. 17 Beispiel für einen typischen Ansprechbereich eines Näherungsschalters

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Abb. 17a Mittenversatz bei einem Näherungsschalter

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Abb. 18 Schaltabstände