DGUV Information 214-046 - Sichere Waldarbeiten (DGUV Information 214-046)

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Abschnitt 9, 9 Geworfenes und gebrochenes Holz
Abschnitt 9
Sichere Waldarbeiten (DGUV Information 214-046)
Titel: Sichere Waldarbeiten (DGUV Information 214-046)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-046
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9 – 9 Geworfenes und gebrochenes Holz

Abb. 103 Windwurf/Windbruch

Die Arbeiten in geworfenem und gebrochenem Holz sind besonders gefährlich. Sie setzen gute Ausbildung und große Erfahrung voraus. Durch gute Organisation und Einsatz von Technik wird das Unfallrisiko deutlich reduziert.

Welche Schwierigkeiten und Gefahren gibt es?

  • Fehlender Überblick

  • Schlechte Begehbarkeit

  • Holz in Spannung

  • Bäume im Verhau

  • "Angeschobene" Bäume

  • Hängende Kronenteile

  • Wipfellose Schaftstücke

  • Umschlagende Wurzelteller

  • Gesplittertes Holz

Das ist zu beachten:
  • Vorher Arbeitseinsatz planen und die erforderliche Ausrüstung festlegen.

  • Besonnen und überlegt vorgehen, schwierige Fälle gemeinsam beurteilen.

  • Nicht nur den einzelnen Stamm beurteilen, sondern auch seine Umgebung.

  • Jeden Einzelstamm möglichst maschinenunterstützt sichern.

  • Im Verhau möglichst nur Trennschnitte (siehe dazu auch Abschnitt 6.4.2) führen.

  • Vor dem Trennschnitt

    • aufrecht stehende oder überhängende Wurzelteller sichern,

    • sich vergewissern, dass sich niemand hinter dem Wurzelteller aufhält.

  • Nach dem Trennschnitt

    • auf Restspannungen achten,

    • Wurzelteller zurückklappen.

  • Hoch liegende Bäume werden nicht bestiegen. Dies gilt nicht zum Befestigen von Seilen und zum Führen der zum Entzerren unabdingbar notwendigen Trennschnitte.

    Das Besteigen der Bäume kann häufig durch das Einkürzen vom schwachen Ende von der Krone her und das Aufstellen des Reststückes vermieden werden.

  • Maschinell entzerren.

  • Der Aufenthalt im Arbeitsbereich der Maschine ist mit Ausnahme zum Führen des notwendigen Trennschnittes nicht zulässig.

  • Möglichst in Wurfrichtung und von der Seite her arbeiten.

  • Nicht unter hängen gebliebenen und angeschobenen Bäumen arbeiten.

  • Nicht hinter ungesicherten Wurzeltellern arbeiten.

  • Wurzelteller z. B. mit gespanntem Seil sichern oder Sicherungsstück belassen.

    Faustregel: Die Länge des Sicherungsstückes (l) entspricht mindestens der Höhe des Wurzeltellers (h)!

Bei der intergrierten Aufarbeitung von geworfenem und gebrochenem Holz ist eine eindeutige Verständigung zwischen Maschinen- und Sägenführer unabdingbar. Besonders geeignet ist der Einsatz von Sprechfunk.

Abb. 104 Abstocken mit seilgesichtertem Wurzelteller - Sägeführer mit Helmfunk

In Ausnahmefällen können auch festvereinbarte Handzeichen zum Einsatz kommen.

Achtung
Anfang
Vorsicht
Halt
Unterbrechung
Bewegung
nicht weiter
ausführen
Halt-GefahrHeben Auf
Senken
Ab
LangsamAbfahrenHerkommen
EntfernenRechts fahren -
vom Einweiser
aus gesehen
Links fahren -
vom Einweiser
aus gesehen
Anzeige einer
Abstandsverringerung

Abb. 105 Handzeichen

Angebrochene Wipfel und wipfellose Schaftstücke sind nicht zu unterschätzen. Hierbei treten besondere Gefahren auf:

  • plötzliches Abbrechen von Wipfelstücken,

  • Schaftstücke lassen sich schlecht umkeilen, da die Kronenlast fehlt - Gefahr des Totschneidens,

  • unberechenbares Hochspringen der Stammstücke.

Das ist zu beachten:
  • Hängen gebliebene Wipfelstücke vor dem Fällen herunterreißen, z. B. mit der Seilwinde.

  • Nie unter hängen gebliebenen Wipfelstücken arbeiten.

  • Bäume seitwärts im 90-Winkel fällen.

  • Immer eine Bruchleiste belassen.

  • Baum mit einer Winde vollständig umziehen.

  • Frühzeitig Keile setzen.

  • Beim Fällen des Baumes weiter als üblich zurücktreten.


Abb. 106 Wipfelabziehen
Abb. 107
Stamm seilunterstützt fällen