DGUV Information 212-013 - Hitzeschutzkleidung (bisher: BGI/GUV-I 5167)

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Abschnitt 4.3, 4.3 Praxisversuche mit den ausgewählten Schut...
Abschnitt 4.3
Hitzeschutzkleidung (bisher: BGI/GUV-I 5167)
Titel: Hitzeschutzkleidung (bisher: BGI/GUV-I 5167)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-013
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – 4.3 Praxisversuche mit den ausgewählten Schutzkleidungsvarianten

Weil die Normbedingungen von den Praxisverhältnissen stark abweichen können, wird empfohlen, angebotene Schutzkleidungsmaterialien unter den betrieblichen Einsatzbedingungen zu testen. Zu den Einsatzbedingungen gehören z. B.:

  • die Beflammung
    Nach DIN EN ISO 15025 (ehem. DIN EN 532) wird der Flammschutz mit einer "kleinen" Flamme getestet, die nicht unbedingt der Realität entspricht. Mit einem im Betrieb verwendeten Schweißbrenner kann eine Probe der vorgesehenen Schutzkleidung seitlich beflammt werden.

  • die Temperatur und Legierungsbestandteile der Schmelze
    Die Übergussversuche dienen dazu, den Wärmedurchgang und das Klebeverhalten der Hitzeschutzmaterialen mit einfachen Mitteln unter den spezifischen Betriebsbedingungen zu testen. Ein solcher Versuch ersetzt allerdings keine Prüfung nach Norm.

Vorgehensweise bei betrieblichen Übergussversuchen:

  1. a)

    Lassen Sie sich vom Lieferanten ein Stück Stoff oder einen Teil der geplanten Schutzkleidung geben,

  2. b)

    die Materialprobe wird glatt auf eine schräge Unterlage (ca. 45) gelegt, in der Praxis lassen sich Sandhaufen, Stahlbleche, Lichtgitteroste oder ähnliches verwenden,

  3. c)

    das Versuchsergebnis wird deutlicher, wenn unter die Materialprobe ein Stück stabilere Kunststofffolie (alternativ ein weißes Baumwoll-T-Shirt) gelegt wird, das Schrumpfverhalten und die Verfärbung liefert eine qualitative Aussage über den Wärmedurchgang,

  4. d)

    Übergießen Sie die Stoffprobe mit Schmelze.
    Die Menge des flüssigen Materials richtet sich nach dem laut Gefährdungsbeurteilung in einer Betriebsstörung zu erwartenden Schmelzeaustritts. Wichtig ist, dass die Schmelze nicht abkühlt.

Sinnvoll ist es außerdem, Hitzeschutzgewebe nicht nur im Neuzustand, sondern auch nach einer bestimmten Anzahl von Wäschen zu überprüfen, wenn die Hitzeschutzkleidung dafür ausgelegt ist und Pflegehinweise angegeben sind.

Der Übergussversuch ist in den folgenden Bildern dargestellt. Es wurde aus Sand ein Hügel mit ca. 45 Neigung aufgeschüttet, über den die Hitzeschutzjacke gelegt wurde, um diese mit flüssigem Metall zu übergießen. In diesem Fall wird mit einer im Betrieb vorhandenen Schöpfkelle (z. B. für die Probenahme) schmelzflüssige Masse zügig über die Probe gegossen.

Abb. 6
Neue Jacke für Test

 

Abb. 7
Jacke mit Schmelze übergießen

 

Abb. 8
Jacke nach Übergussversuch

Es besteht auch die Möglichkeit für den Übergussversuch ein Prüfgestell zu verwenden.

Abb. 9
Verwendung eines selbstgefertigten Prüfgestelles zum Testen einer Materialprobe

Hinweis:
Verbranntes Gewebe ist kein Indiz für das Versagen der Schutzkleidung. Das verkohlte Material ist im warmen Zustand flexibel und bietet dem Träger Schutz.

  • Schutzwirkung gegen gerade rot glühende heiße Schlacke
    Auf Grund der Konsistenz klebt Schlacke nicht an der Kleidung, kann aber in Kleidungsfalten hängen bleiben. Deshalb ist es u.U. sinnvoll, Praxisversuche auch mit Schlacke durchzuführen.
    Für die Versuche sollte die Kleidungs- oder Stoffprobe flach auf den Boden gelegt und mit Schlacke beaufschlagt werden.