DGUV Grundsatz 305-001 - Grundsätze für die Prüfung von Feuerlöschanlagen mit sa...

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Abschnitt 4.2, 4.2 Prüfung nach Errichtung
Abschnitt 4.2
Grundsätze für die Prüfung von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen (bisher: BGG 920)
Titel: Grundsätze für die Prüfung von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen (bisher: BGG 920)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 305-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – 4.2 Prüfung nach Errichtung

4.2.1 Allgemeines

4.2.1.1

Die Prüfung nach Errichtung der Löschanlage umfaßt die Vor-, Bau- und Abnahmeprüfung.

4.2.1.2

Liegt der Nachweis einer Systemanerkennung durch ein akkreditiertes Prüflabor gemäß EN 45 000 nicht vor, müssen nach Errichtung der Löschanlage die Vor- und Bauprüfung durch Sachverständige durchgeführt und im Prüfbuch bescheinigt werden.

4.2.2 Vorprüfung

4.2.2.1

Für die Vorprüfung der Löschanlage müssen folgende prüffähige Unterlagen vorgelegt werden (z.B. Texte, Stücklisten, in deutscher Sprache bzw. deutscher Übersetzung):

  • Zeichnerische Darstellung (Systemzeichnung), in der alle Bauteile einschließlich der Bauteile zur Branderkennung identifizierbar dargestellt sind, einschließlich der zugehörigen Liste der Bauteile (Stückliste),

  • maßstäbliche Isometrie des Rohrnetzes mit Angabe der Rohrlängen und Rohrdurchmesser und der Angabe von Anordnung, Typ und Bohrungsdurchmesser der verwendeten Düsen sowie, falls vorhanden, der Druckreduziereinrichtungen,

  • Darstellung des zu schützenden Bereiches und Angabe des Schutzzieles für diesen Bereich (erforderliche Löschgaskonzentration, zulässige Zeit für den Aufbau der erforderlichen Löschgaskonzentration, gegebenenfalls erforderliche Haltezeit),

  • rechnerischer Nachweis der ausreichenden Löschmittelmenge,

  • rechnerischer Nachweis der maximal möglichen Löschgas-Konzentration und der minimal möglichen Sauerstoff-Konzentration unter Berücksichtigung des effektiven Raumvolumens,

  • rechnerischer Nachweis zur Rohrnetzauslegung und -dimensionierung,

  • rechnerischer Nachweis der ausreichenden Druckentlastung,

  • Bedienungsanweisung,

  • Wartungsanweisung,

  • Funktionsbeschreibung,

  • Datenblätter aller Bauteile mit bildlicher oder zeichnerischer Darstellung der Bauteile und allen für die Sicherheit, die Funktion sowie den Einsatz der Bauteile wichtigen Daten,

  • Nachweis des Herstellers, daß er über ein zertifiziertes QM-System entsprechend DIN EN 29 001 oder DIN EN 29 002 verfügt, das den Firmenbereich Konstruktion und Installation von Brandschutzanlagen umfaßt,

  • Liste der bei der Planung, Konstruktion und Installation beachteten europäischen und deutschen Regelwerke sowie erforderliche Nachweise unabhängiger Prüfstellen über die Erfüllung der Anforderungen dieser Regelwerke,

    1.  

      Anmerkung:

      Unter die zu beachtenden Regelwerke fallen insbesondere auch die Technischen Regeln Druckbehälter (TRB) für Druckbehälter, die Technischen Regeln Druckgase (TRG) für Druckgasbehälter, Flaschenventile sowie entsprechende europäische Regelungen, deren Beachtung durch Nachweise der zuständigen Stellen in Deutschland zu belegen sind (z.B. Bauartzulassung für Flaschenventile) sowie die "Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit - Einsatz von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen" (ZH 1/206).

  • Angaben und Nachweise der Berechnung der Inhalte der Löschmittelbehälter,

  • Angaben und Nachweise über die Rohrleitungen, Fittinge und Rohrhalterungen,

  • Nachweise über eine Wasserdruckprobe mit dem 1,3fachen des maximal möglichen Betriebsüberdruckes der ständig druckführenden Teile des Rohrnetzes,

  • Auflistung der eingereichten Unterlagen.

4.2.2.2

Die Vorprüfung der Löschanlage umfaßt die Prüfung der eingereichten Unterlagen auf Vollständigkeit, Plausibilität und sachliche Richtigkeit.

4.2.2.3

Der Sachverständige hat die geprüften Unterlagen mit seinem Prüfvermerk zu versehen.

4.2.3 Bauprüfung

Die Bauprüfung muß die Übereinstimmung der Ausführung der Löschanlage mit den nach Abschnitt 4.2.2.2 geprüften Unterlagen sicherstellen.

4.2.4 Abnahmeprüfung

4.2.4.1

Die Abnahmeprüfung ist an der betriebsbereiten Löschanlage vorzunehmen. Dabei muß dafür gesorgt werden, daß Löschgas nicht unbeabsichtigt austreten kann und bei der Prüfung Personen nicht mehr gefährdet werden, als nach den Umständen unvermeidbar ist.

4.2.4.2

Die Abnahmeprüfung muß nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik durchgeführt werden. Sie muß insbesondere umfassen:

  • Prüfung auf Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften und der "Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit - Einsatz von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen" (ZH 1/206), insbesondere Prüfung der Personenschutzmaßnahmen hinsichtlich Vollständigkeit, Eignung und Wirksamkeit,

  • Prüfung der Raumdichtigkeit, der Raumgeometrie und des Abströmverhaltens des Löschgases in benachbarte und tiefer liegende Räume,

  • Prüfung der selbständig schließenden Feuerschutzabschlüsse,

  • Prüfung der Fluchtwege und Fluchttüren auf Freihaltung, Öffenbarkeit sowie deren Kennzeichnung,

  • Prüfung der Raumdruckentlastung auf Funktion, Querschnitt und der Wegführung bis ins Freie,

  • Prüfung der Funktion der Branderkennungselemente/Brandmelder einschließlich der elektrischen Steuereinrichtungen und Brandmeldezentralen,

  • Prüfung der Vorwarnzeiten im Hinblick auf das sichere Verlassen der Beschäftigten in den betroffenen Bereichen,

  • Prüfung der Ausströmzeiten des Löschgases bei CO2-Niederdruckanlagen,

  • Prüfung der erforderlichen Vorratsmengen unter Berücksichtigung der Auslegungsparameter sowie Rohrnetzberechnung und -dimensionierung,

  • Prüfung der Löschmittelzentrale auf Einhaltung der zulässigen Temperaturen, Abtrennung, Zugängigkeit und Belüftung,

  • Prüfung der Bauteile auf Funktion,

  • Prüfung der Blockierungseinrichtungen,

  • Prüfung der Betriebsmittelabschaltung,

  • Prüfung der Sicherheitskennzeichnung (Beschilderung),

  • Falls erforderlich - Prüfung der Schutzkonzeption im Einzelfall durch eine Probeflutung,

  • Kontrolle der Prüfunterlagen auf Richtigkeit der gemachten Angaben und Vergleich auf Konformität mit den Grundlagen der Vor- und Bauprüfung.