DGUV Information 207-002 - Sicherheit und Gesundheit an ausgelagerten Arbeitsplä...

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Abschnitt 2, 2 Abkürzungen und Begriffsbestimmungen
Abschnitt 2
Sicherheit und Gesundheit an ausgelagerten Arbeitsplätzen Hilfestellungen zur Zusammenarbeit von Werkstätten für behinderte Menschen und Anbietern von ausgelagerten Arbeitsplätzen (DGUV Information 207-002)
Titel: Sicherheit und Gesundheit an ausgelagerten Arbeitsplätzen Hilfestellungen zur Zusammenarbeit von Werkstätten für behinderte Menschen und Anbietern von ausgelagerten Arbeitsplätzen (DGUV Information 207-002)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 207-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2 Abkürzungen und Begriffsbestimmungen

AMV Arbeitsmedizinische Vorsorge (AMV)
 Arbeitsmedizinische Vorsorge dient der Früherkennung bzw. Vorbeugung arbeitsbedingter Erkrankungen oder Berufskrankheiten.
Arbeitsschutzvereinbarung Die Arbeitsschutzvereinbarung wird als eingeführter Kurzbegriff für eine Vereinbarung zwischen WfbM und aufnehmendem Betrieb zur betrieblichen Sicherheit und Gesundheit der betreuten Beschäftigten an ausgelagerten Arbeitsplätzen verwendet.
ArbMedVV Arbeitsmedizinvorsorgeverordnung
 Sie regelt tätigkeitsbezogen Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorge.
ArbSchG In dem "Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit" (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) vom 07.08.1996 ist die Pflicht zur Erstellung einer tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung festgeschrieben.
ASiG Das "Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) vom 12.12.1973, zuletzt geändert am 31.10.2006, ist die rechtliche Grundlage für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie WfbM-Beschäftigten. Der Umfang der erforderlichen Betreuung ergibt sich aus der DGUV Vorschrift 2.
AÜG Das Gesetz zur Regelung der Arbeitnehmerüberlassung (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz), zuletzt geändert am 20.12.2011, regelt die Überlassung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmern durch ihren Arbeitgeber (Verleiher) zur Arbeitsleistung an Dritte (Entleiher).
BA Betriebsärztin oder Betriebsarzt (BA)
 Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sind Ärzte mit Fach- oder Zusatzausbildung für die betriebliche Sicherheit und Gesundheit. Sie beraten Unternehmer und die gewählte Vertretung der Beschäftigten in allen Fragen der betrieblichen Sicherheit und Gesundheit. Ihnen obliegt in der Regel auch die Durchführung der Arbeitsmedizinischen Vorsorge.
BAGüS Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger (BAGüS) ist ein freiwilliger Zusammenschluss aller 23 überörtlichen Träger der Sozialhilfe in der Bundesrepublik Deutschland. Überörtliche Träger der Sozialhilfe sind, je nach Landesrecht, entweder die Länder oder höhere Kommunalverbände. Die Aufgaben der BAGüS richten sich nach Bestimmungen des SGB XII, das den überörtlichen Trägern der Sozialhilfe Aufgaben von überregionaler Bedeutung und/oder besonderer finanzieller Tragweite zuweist.
DGUV Regel 100-001 In der Regel "Grundsätze der Prävention" werden die in der DGUV Vorschrift 1 beschriebenen Freiräume durch praxisorientierte Beispiele aufgefüllt und konkretisiert.
DGUV Vorschrift 1 In der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" werden die Grundpflichten des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes aufgeführt und der in ASiG und ArbSchG festgelegte Schutz der Mitarbeiter auch auf (ehrenamtliche) Beschäftigte ausgedehnt.
BRK Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Behindertenrechtskonvention). Der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 wurde in Deutschland per Gesetz zugestimmt und damit die darin enthaltenen Rechtsforderungen als gesetzlich verbindlich erklärt.
Dienstleistungsgruppe im Arbeitsbereich Diese aus Gruppenleiter und Werkstattangehörigen bestehenden Gruppen werden im außerhalb der Werkstatt bei Betrieben oder Privatpersonen tätig. Sie stellen keine ausgelagerten Arbeitsplätze dar.
GdB Grad der Behinderung (GdB):
 Eine Behinderung ist im Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) definiert: "Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist." Der Grad der Behinderung (GdB) ist ein Maß für die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigung aufgrund eines Gesundheitsschadens. Der Begriff GdB wird im Schwerbehindertenrecht verwendet (Teil 2 SGB IX) und ist die Grundlage für die Ansprüche der Menschen mit Behinderung.
gFAB Die geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) wirkt mit bei der Planung, Gestaltung und Durchführung berufsbildender, lernförderlicher und arbeitspädagogischer Maßnahmen für Menschen mit geistiger, seelischer oder körperlicher Behinderung. Ihr Ziel ist es, Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt zu integrieren.
HACCP= Präventives, anerkanntes Konzept für gute Praxis der Lebensmittelhygiene:
H azard:Gefährdung, Gefahr für die Gesundheit (z. B. Infektionen)
A nalysis:Analyse, Untersuchung der Gefährdung (z. B. Verderb, Keime)
C ritical:kritisch, entscheidend zur Beherrschung (Kühlung, Verpackung)
C ontrol:Lenkung, Überwachen der Bedingungen (Temperaturmessung)
P oint:Punktstelle im Verfahren (was an welcher Stelle gemacht wird) In der Richtlinie 93/43 des Rates vom 14. Juli 1993 über Lebensmittelhygiene ist dieses System verbindlich für alle Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder verteilen.
IfSG Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz). Der Zweck des Gesetzes ist es, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.
Inklusionsbetrieb Ein Inklusionsbetrieb ist ein juristisch selbstständiger Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes der in erheblichem Umfang dauerhaft Menschen mit Behinderung zu ortsüblichen Entlohnungen beschäftigt. Er verfolgt damit wirtschaftliche Ziele und erhält Nachteilsausgleiche aus der Ausgleichsabgabe.
PSA Persönliche Schutzausrüstung (PSA):
 Sie soll den Körper der Beschäftigten vor Gefahren schützen, die weder durch technische, noch durch organisatorische Maßnahmen beseitigt oder ausreichend vermindert werden können. Wer ein Unternehmen führt, hat PSA personenbezogen und kostenlos bereitzustellen, bei Bedarf zu reinigen und Instand zu setzen.
SGB IX Sozialgesetzbuch IX:
 Das Neunte Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) regelt die Rehabilitation und Teilhabe der Menschen mit Behinderung in Deutschland. Das SGB IX ist die Grundlage für die Ansprüche der Menschen mit Behinderung im Rehabilitations- und Schwerbehindertenrecht. Das Gesetz trat am 1. Juli 2001 in Kraft.
SGB XII Sozialgesetzbuch XII:
 Das Zwölfte Sozialgesetzbuch (SGB XII) regelt die Sozialhilfe in Deutschland. Das SGB XII ist die Grundlage für die Ansprüche auf Sozialhilfe und u.a. auf die Eingliederungshilfe der Menschen mit Behinderung. Das Gesetz trat am 1. Januar 2005 in Kraft und ersetzte das Bundessozialhilfegesetzbuch.
SiFA/FASI Fachkraft für Arbeitssicherheit (meist mit SiFA oder FASI abgekürzt):
 Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind überwiegend technisch ausgebildet (Meisterinnen und Meister, Technikerinnen und Techniker oder Ingenieurinnen und Ingenieure) und haben eine sicherheitstechnische Qualifikation. Sie beraten Personen, die Unternehmen führen und die gewählte Vertretung der Beschäftigten in allen Fragen der betrieblichen Sicherheit und Gesundheit.
TOP Prinzip Technische, Organisatorische, Personenbezogene Maßnahmen:
 Nach § 4 ArbSchG hat der Unternehmer Gefahren immer direkt an der Quelle zu beseitigen oder zu entschärfen. Wo dies allein nicht zum Ziel führt, müssen ergänzende organisatorische und personenbezogene Maßnahmen ergriffen werden, ggf. auch in Kombination miteinander.
WfbM Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) ist eine Einrichtung zur Teilhabe
 der Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben nach § 219 SGB IX. Die Werkstatt sichert die Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft den Menschen, welche sich ihr Leben aufgrund ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder durch Erwerbsarbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sichern können. Die Aufgaben der Werkstatt sind in § 219 SGB IX definiert.
WfbM-Beschäftigte Menschen mit Behinderung - im Folgenden als WfbM-Beschäftigte bezeichnet - befinden sich in der WfbM nach § 221 Abs. 1 SGB IX in einem arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis, soweit sie keine Arbeitnehmende sind und soweit sich aus dem zugrundeliegenden Sozialleistungsverhältnis nichts Anderes ergibt. In diesem Status steht der Mensch mit Behinderung zu dem zuständigen Rehabilitationsträger in einem Sozialleistungsverhältnis. Der Werkstatt erbringt die Rehabilitationsleistung zugunsten der Menschen mit Behinderung und gewährt sämtliche im Arbeitsleben notwendigen Schutzrechte.
WVO Die Werkstättenverordnung (WVO) regelt die Aufgaben und Organisation der Werkstatt für behinderte Menschen. Die WVO definiert die fachlichen Anforderungen an die Werkstatt und schreibt das Verfahren zur Anerkennung als Werkstatt für behinderte Menschen vor. Die Verordnung trat am 21. August 1980 in Kraft.