DGUV Information 215-313 - Lasten über Personen Sicherheit bei Veranstaltungen u...

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Anhang 3, Begriffe
Anhang 3
Lasten über Personen Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionen von Fernsehen, Hörfunk, Film, Theater, Messen, Veranstaltungen (DGUV Information 215-313)

Anhangteil

Titel: Lasten über Personen Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionen von Fernsehen, Hörfunk, Film, Theater, Messen, Veranstaltungen (DGUV Information 215-313)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-313
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Begriffe

Zur Erläuterung der Begriffe sind in der nachfolgenden Abbildung die Arbeitsmittel im Kraftfluss dargestellt:

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Abb. 46

Ablegereife

Ablegereif bedeutet, dass Anschlagmittel so stark beschädigt sind, dass sie nicht weiterverwendet werden dürfen.

Anschlagmittel

Einrichtung, die eine Verbindung zwischen Tragwerk und Tragmittel, Tragmittel und Last oder Tragmittel und Lastaufnahmemittel herstellt.

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel im Sinne dieser DGUV Information sind Gerätschaften, die als tragende Elemente Lasten über Personen halten.

Betriebskoeffizient

Der Begriff Betriebskoeffizient ersetzt die alten Begriffe Sicherheitsbeiwert und Sicherheitsfaktor.

Vereinfacht dargestellt ist der Betriebskoeffizient das Verhältnis der Größe einer Last, die eine Maschine oder ein Element gerade nicht mehr halten kann (Bruchkraft) und der Nennlast dieser Einrichtungen. Für technische Produkte (z. B. Drahtseile, Ketten, Traversen, Schellen) werden Betriebskoeffizienten für den sicheren Hebezeug- und Kranbetrieb in Anhang 1 der Maschinenrichtlinie und in Normen festgelegt, vgl. Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie) Anhang 1, Punkt 4.1.1.

Bridle

mehrsträngige Anschlagvariante mit flexiblen Anschlagmitteln zur Schaffung von Anschlagpunkten an Gebäudetragwerken oder zur Lastverteilung an Lastaufnahmemitteln (Traversen).

Eigensichere Konstruktion

Als eine eigensichere ("inhärent sichere") Konstruktion gilt ein Arbeitsmittel, das durch gezielte Auswahl von Konstruktionsmerkmalen Gefährdungen vermeidet oder Risiken vermindert (vgl. DIN EN ISO 12100:2011-03).

Eurocode

Europäische Normreihe des Bauwesens zur Bemessung von Tragwerken.

Formschlüssige Verbindungen

Formschlüssige Verbindungen entstehen durch das Ineinandergreifen von mindestens zwei Elementen. Die Haltekraft oder Tragfähigkeit wird ausschließlich durch die Gestaltung und Dimensionierung der Elemente bestimmt; typisches Beispiel sind Bolzen- und Schraubverbindungen.

Hinreichende Risikominderung

Risikominderung, die unter Berücksichtigung des Standes der Technik zumindest den gesetzlichen Anforderungen entspricht (vgl. DIN EN ISO 12100:2011-03)

Kraftschlüssige Verbindungen

Kraftschlüssige Verbindungen entstehen durch die Wirkung von Druck- und Reibekräften innerhalb des Verbindungssystems. Die Haltekraft oder Tragfähigkeit ist abhängig von der möglichen Vorspannung, der Form und den Materialeigenschaften der Verbindungselemente; typisches Beispiel sind Klemmverbindungen.

Lastaufnahmeeinrichtung

besteht aus Hebezeug, Lastaufnahmemittel und/oder Anschlagmittel

Lastaufnahmemittel

Einrichtung, die zur Aufnahme von Lasten dient; "Lastaufnahmemittel" beschreibt ein nicht zum Hebezeug gehörendes Bau- oder Ausrüstungsteil, welches das Ergreifen der Last ermöglicht und zwischen Maschine und Last oder an der Last selbst angebracht wird, oder das dazu bestimmt ist, integraler Bestandteil der Last zu werden, und gesondert in Verkehr gebracht wird.

Lasten über Personen

Die Bezeichnung "Lasten über Personen" als Oberbegriff beinhaltet das Hängen von Lasten sowie alle anderen Vorgänge, für die auch Begriffe wie Anschlagen, Heben oder Tragen von Lasten verwendet werden.

Das sichere Halten von Lasten soll ein Herabfallen sowohl der Lastaufnahmemittel als auch der Last selbst verhindern.

Tragfähigkeit

Last, die von einem Arbeitsmittel bestimmungsgemäß höchstens aufgenommen werden kann, ohne Berücksichtigung dynamischer Kräfte (vgl. DIN 56950-1:2012-05).

Tragmittel

mit einem Hebezeug dauernd verbundene Einrichtung zum Aufnehmen von Lastaufnahmemitteln, Anschlagmitteln oder Lasten (z. B. : Kette, Drahtseil, Stahlband)

Working Load Limit (WLL)

Working Load Limit (WLL) ist die internationale Bezeichnung der Tragfähigkeit eines Anschlagmittels für den industriellen Hebezeugbetrieb. Die Tragfähigkeit WLL wird in Kilogramm (kg) oder Tonnen (t) angegeben.

Die WLL ergibt sich aus der Mindestbruchkraft des Anschlagmittels, die durch den Betriebskoeffizienten dividiert wird. Gegebenenfalls werden Abminderungsfaktoren (z. B. für die Seilendverbindungen) berücksichtigt.

Für das Halten von Lasten über Personen darf das Anschlagmittel maximal mit der Hälfte der Tragfähigkeit WLL belastet werden.

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