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DGUV Information 215-316 - Sicherheit bei Produktionen und V...
DGUV Information 215-316 - Sicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen - Brandschutz im Dekorationsbau Fernsehen, Hörfunk, Film, Theater, Veranstaltungen (bisher: BGI 810-6)
Titel: Sicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen - Brandschutz im Dekorationsbau Fernsehen, Hörfunk, Film, Theater, Veranstaltungen (bisher: BGI 810-6)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-316
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Sicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen - Brandschutz im Dekorationsbau
Fernsehen, Hörfunk, Film, Theater, Veranstaltungen
(bisher: BGI 810-6)

VBG-Fachwissen

VBG
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft

Stand der Vorschrift: Ausgabe März 2013

 

InhaltsübersichtAbschnitt
  
Vorbemerkung 
Brandentstehung1
Schutzziele2
Gefährdungsbeurteilung3
Grundlagen3.1
Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich des Brandschutzes3.2
Brandschutzmaßnahmen3.3
Produktions- und Veranstaltungsorte4
Auswahl des Produktions- und Veranstaltungsortes4.1
Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung4.2
Film- und Außenproduktionen4.3
Vergabe von Aufträgen5
Dekorationsbau6
Auswahl der Werkstoffe und Konstruktion6.1
Holz, Holzwerkstoffe6.2
Leichtbauplatten6.3
Gipskartonplatten6.4
Kunststoffe6.5
Acrylglas6.5.1
Projektionsfolien6.5.2
Unterkonstruktionen und Fußbodenbeläge von Szenenflächen6.6
Textile Stoffe6.7
Polstermaterialien6.7.1
Kamine, Öfen, Feuerstellen und Kochbereiche6.8
Requisiten und Ausschmückungen7
Reinigen von Veranstaltungs- und Produktionsstätten8
Unterweisung9
  
BegriffeAnhang 1
Rechtsquellen des BrandschutzesAnhang 2
Risikoabschätzung Brandschutz bei ProduktionenAnhang 3
Brandverhalten von Veranstaltungsbauten und AusstattungenAnhang 4
Umgang mit feuergefährlichen und pyrotechnischen HandlungenAnhang 5
ImpressumAnhang

In der Historie ...

Wien - Ringtheaterbrand 1881

Es waren unter anderem die häufigen Theaterbrände im 19. Jahrhundert, die zur Professionalisierung des Feuerwehrwesens sowie zur gesetzlichen Festschreibung von Brandschutzmaßnahmen führten. Zwar spielen Gasbeleuchtungen, Ofenheizungen und andere typische Brandquellen aus jener Zeit heute kaum noch eine Rolle. Neue Technologien und Werkstoffe bringen jedoch auch neue Gefahren mit sich. Heute gehen Risiken zum Beispiel von elektrischer Energie und von feuergefährlichen szenischen Effekten und Vorgängen aus. Damals wie heute zählen nicht zuletzt auch Unachtsamkeit und Sorglosigkeit zu den Risikofaktoren. So heißt es in einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zur Eintrittswahrscheinlichkeit eines Brandes:

"Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für den Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss" (Az 10 A 363/86 vom 11.12.1987).

Produktions- und Veranstaltungsstätten:
  • Film, Funk, Fernsehen - Studios, Ateliers und andere Produktionsorte

  • Schauspiel-, Musik- und Tanztheater, Theaterbauten, Mehrzweckhallen, Freilichtbühnen, Spiel- und Szenenflächen in Konzertsälen, Bühnen in Kabaretts, Variets, Schulen

  • Events und Veranstaltungen - Shows, Open-Air-Konzerte, Messen und Ausstellungen, Diskotheken

Vorbemerkung

Eine absolute Brandsicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen gibt es nicht. Ziel dieser Schrift ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Dekorationen gefertigt und eingesetzt werden können, damit von ihnen im Brandfall keine erhöhten Gefahren ausgehen.

In dieser Schrift werden behandelt: Aufbauten, Dekorationen, Ausschmückungen, Möbel und Requisiten. Des Weiteren gibt diese Schrift Informationen, wie eine produktionsbezogene Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich des Brandschutzes durchgeführt und dokumentiert werden kann.

Die Fertigung einer schwerentflammbaren, nicht brennend abtropfenden Dekoration, die im Brandfall eine schnelle Brandausbreitung verhindert und dabei möglichst geringe Mengen toxischer Rauchgase freisetzt, stellt sich für die verantwortlichen Planer und Fertigungsbetriebe als äußerst anspruchsvoll dar.

Werkstoffe müssen so ausgewählt werden, dass von ihnen im Brandfall keine erhöhte Gefährdung ausgeht. Häufig ist es erforderlich, die Entflammbarkeit der gewählten Werkstoffe durch geeignete Imprägnierung oder Beschichtung mit Flammschutzmitteln nachträglich herabzusetzen. Der erforderliche Brandschutz muss in Einklang mit den optischen und funktionalen Ansprüchen gebracht werden.

Bei der Fertigung von Ausstattungen und Dekorationen werden vorzugsweise Werkstoffe verwendet, deren Brandverhalten bereits nach deutschen und/oder europäischen Normen geprüft und zertifiziert wurde. Viele dieser Werkstoffe (Baustoffe) sind jedoch für die Errichtung von Gebäuden oder Gebäudeteilen vorgesehen und entsprechend geprüft. Die Bedingungen, unter denen diese Prüfungen erfolgten, können bei Ausstattungen und Dekorationen nur selten zur Anwendung kommen. Werden die Werkstoffe aus gestalterischen Gründen mechanisch verändert, zusammengefügt oder oberflächenbeschichtet, so ist zu beurteilen, ob sie ihre Eigenschaften hinsichtlich des zertifizierten Brandverhaltens weiterhin besitzen.

Allein anhand von vorliegenden Zertifikaten für die verwendeten Werkstoffe ist also eine brandschutztechnische Bewertung einer Ausstattung oft nicht möglich. Es ist notwendig, dass weitere wichtige Punkte, wie zum Beispiel die baulichen Gegebenheiten, die geplante szenische Handlung und die zusätzlich durch die Veranstaltungstechnik eingebrachten Brandlasten und Zündquellen zusammen mit den vorhandenen sicherheitstechnischen Einrichtungen der Produktionsstätte durch eine Gefährdungsbeurteilung bewertet werden.

Diese Schrift berücksichtigt die den Brandschutz betreffenden Vorschriften des Arbeitsschutzrechts und anderer Rechtsbereiche. Bei Produktionen und Veranstaltungen kann es darüber hinaus erforderlich sein, länderspezifisches Baurecht und Rechtsnormen für öffentliche Sicherheit und Ordnung zusätzlich zu beachten (siehe Anhang 2). Bei Abweichungen vom Baurecht, insbesondere den Sonderbauvorschriften - zum Beispiel Versammlungsstättenverordnung -, ist eine Genehmigung durch die zuständige Stelle (in der Regel Bauaufsichtsbehörde) erforderlich.

Diese BG-Information wurde in Zusammenarbeit zwischen der VBG, dem Arbeitskreis der Sicherheitsingenieure von ard.zdf.medienakademie, BR, Bavaria, DR, DW, HR, IRT, MDR, NDR, RBB, ORF, RB, RBT, RTL, SF, SR, Studio Hamburg, SWR, WDR, ZDF erarbeitet und stellt den gemeinsamen Standpunkt dar von:

  • AGBF - Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren der Bundesrepublik Deutschland

  • BVB - Bundesverband Beleuchtung und Bühne e. V.

  • Deutscher Bühnenverein - Bundesverband der Theater und Orchester

  • Deutscher Städtetag

  • DTHG - Deutsche Theatertechnische Gesellschaft e. V.

  • EVVC - Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e. V.

  • VDSI - Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e. V.

  • ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

  • VPLT - Verband für Professionelle Licht- und Tontechnik e. V.

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Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit circa 34 Millionen Versicherungsverhältnissen in Deutschland. Versicherte der VBG sind Arbeitnehmer, freiwillig versicherte Unternehmer, Patienten in stationärer Behandlung und Rehabilitanden, Lernende in berufsbildenden Einrichtungen und bürgerschaftlich Engagierte. Zur VBG zählen über eine Million Unternehmen aus mehr als 100 Branchen - vom Architekturbüro bis zum Zeitarbeitsunternehmen.

Weitere Informationen zur VBG finden Sie unter www.vbg.de

Die in dieser Publikation enthaltenen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Türkei oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.

In dieser Publikation wird auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise geachtet. Wo dieses nicht möglich ist, wird zugunsten der besseren Lesbarkeit das ursprüngliche grammatische Geschlecht verwendet. Es wird hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass damit auch jeweils das andere Geschlecht angesprochen ist.

Wenn in dieser Publikation von Beurteilungen der Arbeitsbedingungen gesprochen wird, ist damit auch immer die Gefährdungsbeurteilung im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes gemeint.