DGUV Information 213-033 - Gefahrstoffe in Werkstätten (bisher: BGI/GUV-I 8625)

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Abschnitt 2.6, Gefahrstoffe bei der Kunststoffbe- und verarb...
Abschnitt 2.6
Gefahrstoffe in Werkstätten (bisher: BGI/GUV-I 8625)
Titel: Gefahrstoffe in Werkstätten (bisher: BGI/GUV-I 8625)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-033
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.6 – Gefahrstoffe bei der Kunststoffbe- und verarbeitung

Abb. 10
Kunststoffverarbeitung in einer Werkstatt

In allen Werkstattbereichen nimmt die Kunststoffbe- und -verarbeitung einen breiten Raum ein.

Kunststoffe haben einige gute Eigenschaften:

  • geringe Massendichte, deutlich leichter als Metalle,

  • hohe Korrosionsbeständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien wie zum Beispiel Salzsäure,

  • niedrige Verarbeitungstemperatur in der Regel bei Raumtemperatur,

  • gute Verformbarkeit bei Thermoplasten,

  • geringe thermische und elektrische Leitfähigkeit. Durch geeignete Zuschlagsstoffe können auch leitfähige Kunststoffe hergestellt werden, zum Beispiel leitfähige Fußböden.

Sie werden unter anderem verwendet:

  • Für Isolier- und Wärmedämmzwecke im Baubereich, zum Beispiel Schaumstoffe,

  • zur Reparatur im Holz- und Metallbereich, zum Beispiel Reparatur- und Füllspachtel als Klebstoffe,

  • in Baumaterialien als Fugen-, Verguss- und Spachtelmassen sowie Beschichtungsstoffe, zum Beispiel Lacke.

Allerdings sind viele Kunststoffe leicht brennbar, wenig wärmebeständig und altern schnell. Deshalb werden Kunststoffen eine Reihe von Zusätzen, wie zum Beispiel Flammschutzmittel, Färbemittel, UV-Stabilisatoren und Weichmacher zugegeben.

Kunststoffe sind in der Regel im ausgehärteten (polymerisierten) Zustand keine Gefahrstoffe. Sie emittieren bei der kalten mechanischen Bearbeitung keine gesundheitsgefährlichen Gase und Dämpfe. Eine Gesundheitsgefährdung kann jedoch bei der mechanischen Bearbeitung in Form von Stäuben und Zersetzungsprodukten auftreten. Bei der heißen Bearbeitung ist jedoch mit der Freisetzung von Gasen und Dämpfen aus Zersetzungsprodukten zu rechnen.

Bei der Bearbeitung von nicht vollständig ausgehärteten Kunststoffen (zum Beispiel bei fehlerhaften Mischungsverhältnissen) können Ausgangsstoffe der Einzelkomponenten freigesetzt werden. Viele dieser Stoffe haben sensibilisierende Eigenschaften.

Aus der Vielzahl von Kunststoffen werden in dieser Informationsschrift Polyurethane, Polyesterharze und Epoxidharze beschrieben, da bei ihrer Verwendung in Werkstätten die größten Gesundheitsgefahren auftreten können. In einem weiteren Abschnitt wird aus dem gleichen Grund auf das Quellschweißen von Kunststoffen mit Lösemitteln eingegangen. Abschließend wird in diesem Kapitel auf die Gefahren durch thermische Zersetzungsprodukte von Kunststoffen hingewiesen.