DGUV Information 213-033 - Gefahrstoffe in Werkstätten (bisher: BGI/GUV-I 8625)

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Abschnitt 2.1, 2 Fachspezifischer Teil 2.1 Gefahrstoffe in d...
Abschnitt 2.1
Gefahrstoffe in Werkstätten (bisher: BGI/GUV-I 8625)
Titel: Gefahrstoffe in Werkstätten (bisher: BGI/GUV-I 8625)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-033
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 – 2 Fachspezifischer Teil

2.1 Gefahrstoffe in der Holzbearbeitung

Gefährdung

Bestimmte Holzstäube können sensibilisierende (d.h. allergische) oder krebserzeugende Wirkungen haben.

Hautsensibilisierungen können insbesondere von Stäuben bestimmter Tropenhölzer, wie zum Beispiel Palisander, Mahagoni und Teak hervorgerufen werden. Bei Abachi und Rotzeder kann darüber hinaus auch eine Atemwegsensibilisierung auftreten. Informationen über sensibilisierende Holzstaubarten sind in der TRGS 907 "Verzeichnis sensibilisierender Stoffe" zu finden.

Alle Hartholzstäube, wie zum Beispiel Stäube von Eiche, Buche, Birke, Ahorn, Esche, Erle, Kastanie, Kirsche, Linde, Pappel, Platane, Ulme, Walnuss und Weide sind als krebserzeugend eingestuft. Darüber hinaus sind auch noch Stäube einiger tropischer Holzarten als krebserzeugend eingestuft. Die übrigen Holzstaubarten, wie zum Beispiel Fichte und Tanne stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein. Informationen über krebserzeugende Holzstaubarten sind in der TRGS 906 "Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV" zu finden.

In Arbeitsbereichen, in denen Holzstäube auftreten, besteht außerdem die Gefahr von Bränden und Staubexplosionen.

Schutzmaßnahmen

Die gefahrstoffrechtlichen Grundlagen zum sicheren Umgang mit Holzstäuben befinden sich in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 553 "Holzstaub". Ausführliche Angaben, wie die Schutzziele dieser TRGS erreicht werden können, sind in der Information "Holzstaub - Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beim Erfassen, Absaugen und Lagern" (BGI/GUV-I 739) enthalten.

Als staubgemindert gelten Arbeitsbereiche, in denen die Holzstaubkonzentration in Höhe von 2 mg/m3 bezogen auf eine achtstündige Schicht unterschritten wird. Staubgeminderte Arbeitsbereiche sowie die für stationäre Maschinen einzuhaltenden Bedingungen sind in Anlage 1 bzw. Anlage 2 der TRGS 553 beschrieben.

Eine Beispielliste für stationäre Maschinen und Anlagen, die den Wert von 2 mg/m3 unterschreiten, enthält Anlage 3 der TRGS 553. So ist zum Beispiel mit geringer Holzstaubexposition an folgenden Holzbearbeitungsmaschinen oder unter folgenden Bedingungen zu rechnen:

  • Ständerbohrmaschinen unter Verwendung üblicher Spiralbohrer,

  • Montagearbeiten ohne Zerspanung,

  • Werkunterricht an allgemeinbildenden Schulen,

  • im Freien oder auf Montagebaustellen eingesetzte transportable Kreissägen,

  • Maschinen mit geringer Zerspanungsleistung, wie Furnierkreissägen oder Langlochbohrmaschinen,

  • Maschinen mit geringen Maschinenlaufzeiten (1 Stunde/Schicht), sofern die Absaugleistung der Absauganlage ausreichend ist.

Technische Maßnahmen

Absaugung
Grundsätzlich ist bei allen spanabhebenden Bearbeitungsverfahren, zum Beispiel an Holzbearbeitungsmaschinen, Handmaschinen und Handschleifarbeitsplätzen eine Absaugung notwendig.

Abb. 1
Holzbearbeitungsmaschine mit Absaugung

Die Holzstaubabsaugung sollte so nah wie möglich an der Entstehungsstelle erfolgen und die mittlere Mindestluftgeschwindigkeit im Absaugstutzen soll 20 m/s betragen. Ausnahmen von diesem Grundsatz gibt es nur dann, wenn

  • die personenbezogene Expositionszeit weniger als 0,5 Stunde pro Schicht beträgt und nur an wenigen Schichten pro Jahr gearbeitet wird,

  • die Maschinen im Freien oder in teilweise offenen Hallen betrieben werden (zum Beispiel beim Brennholzkreissägen).

Auch die Handmaschinen müssen entweder über eine Staubsammeleinrichtung verfügen (der Hersteller muss die Einhaltung des Grenzwertes bestätigen) oder an einen Entstauber angeschlossen werden. Die Verwendung von abgesaugten Werkbänken oder Schleiftischen ist zu empfehlen, wobei nur geprüfte Einrichtungen zu verwenden sind.

Es ist dringend zu empfehlen, nur staubtechnisch geprüfte Absauganlagen, Entstauber und Maschinen mit Prüfzeichen und Zertifikat zu beschaffen.

Prüfzeichen von neuen Geräten

Prüfzeichen von Staubsaugern

Prüfzeichen von alten Geräten

Luftrückführung
Die Luftrückführung ist zulässig, wenn sichergestellt ist, dass die Luft ausreichend gereinigt ist und auf Abluft umgeschaltet werden kann. Dies ist der Fall, wenn Filtermaterial mit einem Durchlassgrad ≤ 0,5 % verwendet wird und die Filterflächenbelastung 150 m3/h je m2 Filterfläche nicht überschreitet.

Reinigung
Grundsätzlich sollte die Reinigung regelmäßig durch Aufsaugen mit einem geprüften Industriestaubsauger der Staubklasse M und geeignet für Ex-Zone 22 erfolgen. Das Abblasen und Kehren von abgelagertem Holzstaub ist grundsätzlich verboten.

Persönliche Schutzausrüstung
Kann trotz Ausschöpfung aller technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen der Expositionswert von 2 mg/m3 in bestimmten Bereichen nicht eingehalten werden, so muss persönliche Schutzausrüstung (Atemschutz) getragen werden. Geeignet sind Halbmasken mit Partikelfilter mindestens P2 oder filtrierende Halbmasken FFP2 oder gebläseunterstützte Atemschutzhauben mit Filter, wenn diese über eine Warneinrichtung den Ausfall des Gebläses anzeigen. Das Tragen von Atemschutz ist auf das Mindestmaß zu beschränken. Bei Arbeiten an nachfolgenden Maschinen ist nach TRGS 553 immer Atemschutz zu tragen:

  1. 1.

    Doppelabkürzkreissägemaschinen, sofern sie keine Ausrückeinrichtung haben,

  2. 2.

    Tischbandsägemaschinen,

  3. 3.

    Tischoberfräsmaschinen in Industriebetrieben (soweit keine spiralförmigen Nutfräser eingesetzt werden können),

  4. 4.

    Kopierfräsmaschinen, soweit sie nicht gekapselt werden können,

  5. 5.

    Drechselbänke (in Drechslereien betrieben),

  6. 6.

    Schleif- und Schwabbelböcke,

  7. 7.

    Rundstabschleifmaschinen und

  8. 8.

    Parkettschleifmaschinen.

Gleiches gilt für das Wechseln von Filterelementen und Sammeleinrichtungen und Einfahren in Silos für Holzstaub und -späne.

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass staubgeminderte Arbeitsbereiche bei der Bearbeitung von Hartholzstäuben im Sinne der TRGS 906 nicht vorliegen, sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig zu veranlassen. Dies ist der Fall, wenn am Arbeitsplatz als Schichtmittelwert eine Konzentration für Holzstaub in der Luft von 2 mg/m3 überschritten wird.

Eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung ist anzubieten, wenn die Gefährdungsbeurteilung ergeben hat, dass bei Tätigkeiten mit Hartholzstäuben eine Exposition besteht, d.h. die Konzentration im Arbeitsbereich liegt bei höchstens 2 mg/m3.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen empfiehlt es sich, den DGUV Grundsatz G 44 "Hartholzstäube" anzuwenden.

Bei Tätigkeiten mit haut- bzw. atemwegsensibilisierenden Hölzern wird gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) empfohlen, eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach den DGUV Grundsätzen G 23 "Obstruktive Atemwegserkrankungen" bzw. G 24 "Hauterkrankungen" durchzuführen.