DGUV Information 212-019 - Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altla...

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Abschnitt 3.2, Kennzeichnungen von Chemikalienschutzkleidung
Abschnitt 3.2
Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altlasten, Deponien und Gebäuden Schutz vor Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen (bisher: BGI/GUV-I 8685)
Titel: Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altlasten, Deponien und Gebäuden Schutz vor Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen (bisher: BGI/GUV-I 8685)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-019
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.2 – Kennzeichnungen von Chemikalienschutzkleidung

Jedes Teil der Schutzkleidung muss in der offiziellen Sprache des Bestimmungslandes gekennzeichnet sein (entweder auf dem Artikel selbst oder auf angebrachten Etiketten). Die Kennzeichnung muss sichtbar, lesbar und widerstandsfähig sein.

Bei CS-Anzügen, die teilweise nur einmal verwendet werden, kann dies auch ein eingeklebtes Etikett sein, zumal durch zusätzliche Nähte die Barrierewirkung eingeschränkt wäre. An der CS-Kleidung dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, denn dann würde das Prüfzertifikat ungültig werden. Solche unerlaubten Veränderungen könnten aufgenähte Logos sein.

Grundsätzlich wird CS-Kleidung nach der Norm DIN EN 340 mit einem Piktogramm gekennzeichnet, das einen Erlenmeyerkolben zeigt. Das "aufgeschlagene Buch" weist auf die Herstellerinformation hin.

  CS-Kleidung mit der Kennzeichnung "Schutz gegen Chemikalien und Bedienungsanleitung lesen"

Mittels des Piktogramms, welches ein aufgeschlagenes Buch darstellt, wird darauf hingewiesen, dass in den Herstellerinformationen nachgelesen werden muss.

Die Kennzeichnung besteht aus Name des Herstellers, Produktbezeichnung, Größenbezeichnung, Nummer der gültigen europäischen Norm, aus Piktogrammen mit Leistungsstufen, einer Pflegekennzeichnung und der CE-Kennzeichnung mit Angabe der 4-stelligen Ziffer des Prüfinstitutes. Ist die PSA für den Einmal-Gebrauch gedacht, ist sie mit einem entsprechenden Warnhinweis zu versehen.

Die CS-Kleidung (z.B. CS-Anzüge und partielle CS-Kleidung) wird je nach den Prüfanforderungen aus den einschlägigen europäischen Normen als Typ 1 bis Typ 6 bezeichnet.

Die für CS-Anzüge geltende DIN EN 943 unterscheidet lediglich zwischen dem "gasdichten" und dem "nicht gasdichten" Anzug. Beim "gasdichten" Typ 1 wird noch unterschieden in die drei Typen 1a, 1b und 1c, die sich in der an den Anzug angeschlossenen Atemluftversorgung unterscheiden. Der "nicht gasdichte" Chemikalienschutzanzug wird als Typ 2 bezeichnet und verfügt immer über eine externe Atemluftversorgung mit Überdruck (Überdrucksysteme).

Darüber hinaus gibt es CS-Anzüge, die gemäß der verschiedenen Prüfnormen als Typ 3, Typ 4, Typ 5 oder Typ 6 oder auch mit Typkombinationen wie 3/4/5 oder 4/5 oder 5/6 bezeichnet und mit speziellen Herstellerpiktogrammen gekennzeichnet werden (Normen siehe Anhang 2).

Die Übersicht nach Tabelle 1 soll helfen, die Auswahl zu erleichtern, allerdings kann nicht darauf verzichtet werden, weitere Auskünfte aus den Herstellerinformationen zu entnehmen. Die speziellen Piktogramme sind Herstellerkennzeichnungen, die über die Anforderungen nach der Norm hinausgehen. Zusätzliche Informationen zu den Prüfnormen etc. enthält Anhang 2.

Tabelle 1:
Typenbezeichnungen und Piktogramme zur Kennzeichnung

TypPiktogramm allgemein nach DIN EN 340 und 943Spezielle Piktogramme*Bedeutung
(siehe Anhang 2)
1
Belüfteter oder unbelüfteter Schutzanzug mit gasdichten Übergängen
2
Belüfteter Schutzanzug mit nicht gasdichten Übergängen
3
Schutzanzug mit flüssigkeitsdichten Übergängen, Schutz gegen Flüssigkeitsstrahl
4
Schutzanzug mit sprühdichten Übergängen, Schutz gegen Sprühnebel
5
Staubschutzanzug gegen partikelförmige Chemikalien/Aerosole
6
Begrenzt dichter Anzug, Spritzschutz für die Arbeit mit kleineren Mengen flüssiger Chemikalien

*Herstellerkennzeichnung (Dupont)

Die Typen ergeben sich aus den unterschiedlichen Prüfungen, die die Anzüge zu durchlaufen haben, so dass ein einzelner Anzug mehrere Typenbezeichnungen tragen kann. Diese Bezeichnungen sagen jedoch nichts über die Qualität der Anzüge aus, sondern lediglich über die bei den Prüfungen festgestellten Eigenschaften (z.B. staubdicht) und damit über die möglichen Einsatzbereiche.

Nach den Ergebnissen der Prüfungen wird eine Typenbezeichnung vergeben, wenn die Mindestanforderungen nach Leistungsstufe 1 erreicht wurden. Wurden höherwertige Ergebnisse erzielt, wird eine höhere Leistungsstufe bis maximal 6 vergeben.

Tabelle 2:
Beispiele für Prüfungen der CS-Kleidung oder der Materialien aus denen sie gefertigt wird und Leistungsstufen (Klassen)

Fähigkeit (Materialprüfungen)Leistungsstufen (Klassen)
1.Abriebfestigkeit1 bis 6
2.Biegerissfestigkeit bei unterschiedlichen Temperaturen1 bis 6
3.Weiterreißfestigkeit1 bis 6
4.Berstfestigkeit1 bis 6
5.Zugfestigkeit1 bis 6
6.Durchstichfestigkeit1 bis 6
7.Widerstand gegen die Permeation von Chemikalien1 bis 6
8.Abstoßungsfähigkeit gegen Flüssigkeiten: Schwefelsäure (30%), Natronlauge (10%), o-Xylen, 1-Butanol1 bis 3
9.Widerstand gegen die Penetration von Flüssigkeiten1 bis 3
10.Widerstand gegen EntflammungJa/Nein
11.Widerstand gegen Flammeneinwirkung1 bis 3
12.Nahtfestigkeit1 bis 6
usw. 

Die verschiedenen Typen der CS-Anzüge (Typ 1 bis Typ 6) müssen unterschiedlichen Prüfungen unterzogen werden. So müssen CS-Anzüge Typ 5 gegen Abrieb-, Biegeriss-, Weiterreiß- und Durchstichsicherheit geprüft werden und dürfen nicht entflammbar sein. CS-Anzüge Typ 3/4 müssen darüber hinaus eine Prüfung für Zugfestigkeit und gegen die Permeation sowie Penetration von Chemikalien durchlaufen. Bei der Auswahl der CS-Kleidung ist also zunächst die richtige Type auszuwählen und nach dem Maß der Gefährdung sind dann die Leistungsstufen festzulegen.

In der Herstellerinformation ist nachzulesen, welche Prüfungen durchlaufen wurden und welche Leistungsstufen (Klassen) erreicht wurden.

Je höher die Leistungsstufen sind, desto größer ist die Schutzwirkung.

CS-Anzüge mit geprüfter Barrierewirkung gegen Bakterien sind mit dem Piktogramm für "bakteriologische Kontamination" gekennzeichnet.

  Kennzeichnung "bakteriologische Kontamination"

Schutz gegen Penetration nach EN 14 126:

Leistungsstufen 1-6 (je höher desto besser);