DGUV Information 212-019 - Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altla...

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Abschnitt 6.1, 6 Fragen aus der Praxis - Anwendung von Chemi...
Abschnitt 6.1
Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altlasten, Deponien und Gebäuden Schutz vor Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen (bisher: BGI/GUV-I 8685)
Titel: Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altlasten, Deponien und Gebäuden Schutz vor Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen (bisher: BGI/GUV-I 8685)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-019
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.1 – 6 Fragen aus der Praxis - Anwendung von Chemikalienschutzkleidung
6.1 Was bedeutet Tragekomfort?

Es gibt physiologische und psychologische Faktoren des Tragekomforts. Hierzu gehören:

  • Materialeigenschaften (Oberfläche: nicht rau, scharf oder hart bzw. unflexibel),

  • Anzugdesign (Funktionalität),

  • Passform (Größe und Schnitt, nicht zu eng),

  • Arbeitsbedingungen (Außentemperaturen, Luftfeuchtigkeit) und

  • Konstitution (Fitness) des Anzugträgers.

Weitere Einflussfaktoren sind:

  • Vorerfahrungen (die schon mit CS-Kleidung gemacht wurden),

  • Gesundheitszustand und aktuelle Stimmung des Anzugträgers.

Damit Schutzkleidung für den Träger ein Komfortgefühl auslöst, müssen sich diese Faktoren innerhalb von Grenzen bewegen. Wenn auch nur einer der Faktoren abweicht, wird dies in der Regel als eine Minderung des Tragekomforts wahrgenommen.

Abbildung 3: Psychologische und physiologische Faktoren, die den Tragekomfort beeinflussen

Die Gestaltungsmerkmale der Kleidung können einen größeren Einfluss auf den Tragekomfort haben, als die Materialeigenschaft. So können Abnäher (für das Anzugdesign) verhindern, dass die CS-Kleidung beim Arbeiten verrutscht oder andererseits eingezogene Gummis an den falschen Stellen als unbequem empfunden werden.

Das Material sollte daher so leicht und flexibel wie möglich sein, um sowohl den Komfort des Trägers als auch einen wirksamen Schutz sicher zu stellen.

Wo es zulässig ist, muss Schutzkleidung aus Materialien mit geringerem Wasserdampfwiderstand und/oder Luftdurchlässigkeit hergestellt werden und/oder sie muss ausreichend belüftet werden, um Unbehaglichkeit und thermische Belastung auf ein Mindestmaß herabzusenken.

Eine erhöhte Schweißentwicklung ist beim Tragen von CS-Kleidung nicht zu vermeiden.

   Obwohl der auftretende Wasserverlust individuell sehr unterschiedlich sein kann, gilt die Faustregel:

Pro Stunde und 10 kg Körpergewicht ca. 50 ml Wasser zusätzlich zur üblichen Flüssigkeitsaufnahme trinken.

Den Wasserverlust gleicht man am Besten mit Mineralwasser oder verdünnter Apfelsaftschorle aus.

Schutzkleidung soll dem Anwender einen Grad an Tragekomfort bieten, der aber mit folgenden Kriterien vereinbar sein muss:

  • dem Schutz gegen die Gefährdung,

  • den Umgebungsbedingungen,

  • dem Grad der körperlichen Betätigung des Anwenders und

  • der voraussichtlichen Tragedauer der Schutzkleidung.

   Grundsätzlich muss das Material eines Schutzanzuges in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der notwendigen Barrierewirkung gegenüber den im Arbeitsbereich vorkommenden Gefährdungen ausgewählt werden und dann erst an die Anforderungen des Tragekomforts angepasst werden.

Neben der gewünschten Schutzwirkung beim Tragen von CS-Kleidung, können auch unerwünschte Nebeneffekte auftreten. Im Anhang 4 sind einige Probleme aufgelistet, die sich erfahrungsgemäß bei Tätigkeiten ergeben können, wenn CS-Kleidung getragen werden muss. Damit solche Probleme schnell abgestellt werden können, werden im Anhang 4 auch Lösungen vorgeschlagen.