DGUV Information 205-010 - Sicherheit im Feuerwehrdienst Arbeitshilfen für Siche...

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Abschnitt C23, C23 Sicherer Umgang mit elektrischen Betriebs...
Abschnitt C23
Sicherheit im Feuerwehrdienst Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz (bisher: BGI/GUV-I 8651)
Titel: Sicherheit im Feuerwehrdienst Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz (bisher: BGI/GUV-I 8651)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-010
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt C23 – C23 Sicherer Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln

Elektrische Betriebsmittel werden an Einsatzstellen besonders beansprucht und müssen deshalb besondere Anforderungen erfüllen. Durch die richtige Auswahl, Prüfung und Instandhaltung elektrischer Betriebsmittel werden Stromunfälle weitestgehend vermieden.

Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln.

  Unfallbeispiele:

  • Beim Berühren der schadhaften Elektrozuleitung kam es zum Stromschlag.

  • Bei der Berührung des Gerätegehäuses kam es auf Grund eines elektrischen Fehlers zur Körperdurchströmung.

  • Beim Einsatz einer Tauchpumpe einen Stromschlag erlitten.

  Gefährdungen:

Gefährdungen entstehen durch elektrischen Strom insbesondere bei

  • Verwendung schadhafter elektrischer Betriebsmittel,

  • zu hoher Beanspruchung elektrischer Betriebsmittel,

  • ungeeigneten elektrischen Betriebsmitteln.

  Schutzziel:

  • Gefährdungen durch Körperdurchströmung oder durch Lichtbögen müssen sicher ausgeschlossen werden.

  Hinweis:

  • Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind solche, die während des Betriebes bewegt werden oder die leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind.

  Weitere Informationen:

  • UVV "Feuerwehren" (GUV-V C53)

  • UVV "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV/GUV-V A3)

  • Information "Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel" (BGI/GUV-I 8524)

  • Information "Elektrische Gefahren an der Einsatzstelle - Vortrag für Einsatzkräfte" (BGI/GUV-I 8677)

Ein Elektrounfall ist nur eine Frage der Zeit - diese elektrischen Betriebsmittel dürfen nicht verwendet werden.

Elektrounfälle:

  • Im Falle eines Elektrounfalls ist der Mensch der elektrische Leiter. Stromstärke und Einwirkdauer bestimmen die Größe der Gefahr.

  • Beispiel: Bei einer Berührungsspannung von 230 Volt und einem mittleren Körperwiderstand von 750 Ohm errechnet sich nach dem Ohmschen Gesetz (I = U/R) ein Strom von ≈ 300 Milliampere (mA).

  • Die Wirkung des Stroms auf den menschlichen Körper unterliegt weiteren Faktoren, z.B.

    • Körperbau, Konstitution, Körpergewicht,

    • der Art des Stroms, z.B. Gleichstrom oder Wechselstrom,

    • der Durchströmungsdauer.

Direktes und indirektes Berühren unter Spannung stehender Teile:

  • Unter Spannung stehende Teile können direkt berührt werden, z.B. bei einem Isolationsschaden.

  • Werden Teile berührt, die nur im Fehlerfall unter Spannung stehen, spricht man vom indirekten Berühren.

Schutzmaßnahmen:

  • Als Schutzmaßnahmen gegen Elektrounfälle sind anerkannt:

    • Schutz durch Kleinspannung,

    • Schutztrennung,

    • Schutzisolierung,

    • Personenschutzschalter.

Wirkung des elektrischen Stroms auf den Menschen

Stromstärke (Wechselstrom)Hinweis: Die Wirkung auf den Menschen ist auch abhängig von der Einwirkdauer
0 ... 0,5 mAStrom nicht oder nur gerade wahrnehmbar
0,5 ... 10 mAStrom wahrnehmbar, Muskelreizungen, ggf. Muskelkrampf in Armen und Beinen
10 ... 80 mALoslassen des Kontaktes nicht mehr möglich, schmerzhafte Muskelkrämpfe, ggf. Bewusstlosigkeit, ab 30 mA Gefahr von Herzkammerflimmern
ab 80 mAHerzkammerflimmern ist wahrscheinlich, bei größeren Strömen (mehrere Ampere) ggf. auch Herzstillstand

Der Isolationsschaden der Elektrozuleitung ermöglicht das direkte Berühren des unter Spannung stehenden Leiters.