DGUV Information 205-010 - Sicherheit im Feuerwehrdienst Arbeitshilfen für Siche...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt C10.4, Hebebänder als Anschlagmittel
Abschnitt C10.4
Sicherheit im Feuerwehrdienst Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz (bisher: BGI/GUV-I 8651)
Titel: Sicherheit im Feuerwehrdienst Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz (bisher: BGI/GUV-I 8651)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-010
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt C10.4 –    Hebebänder als Anschlagmittel

  • Vorteil im Einsatz: Hebebänder schonen durch ihre Flexibilität die Oberfläche der Last. Sie eignen sich deshalb besonders für den Anschlag von Lasten mit rutschiger oder empfindlicher Oberfläche.

  • Nachteil im Einsatz: Nicht geeignet sind Hebebänder in Verbindung mit heißen oder scharfkantigen Lasten.

  • Nur einwandfreie Hebebänder mit lesbarem Etikett verwenden. Ablegereife Hebebänder der Benutzung entziehen.

  • Hebebänder nicht über scharfe Kanten spannen und nicht über scharfe Kanten oder aufrauend wirkende Oberflächen ziehen. Ggf. Kantenschutz verwenden. Hinweis: Flexible, dünne Schutzschläuche zum Schutz gegen Abrieb sind kein Kantenschutz.

  • Hebebänder dürfen nicht geknotet werden.

  • Hebebänder sind trocken, luftig und gegen Einwirkung aggressiver Stoffe geschützt zu lagern.

  • Hebebänder sind mindestens einmal jährlich durch einen dafür Sachkundigen zu prüfen. Prüfnachweis führen.

Vorsicht! Hebebänder nicht über scharfe Kanten spannen.

Dieses Hebeband ist ablegereif!

Bergung eines Kraftfahrzeuges unter Einsatz von Hebebändern als Anschlagmittel

Tabelle 3:
Bei diesen Mängeln sind Hebebänder ablegereif.

Bei diesen Mängeln sind Hebebänder der Benutzung zu entziehen (X)HebebänderHebebänder mit Rundschlingenmit Beschlagteilen
Garnbrüche, Garnschnitte im Gewebe von mehr als 10 % des QuerschnittsX-X
Beschädigung der tragenden NähteX-X
Verformung durch Wärme-Einfluss (Reibung, Strahlung)XXX
Schäden infolge Einwirkung aggressiver StoffeXXX
Beschädigung der Ummantelung oder ihrer Vernähung-X-
Verformungen, Anrisse, Brüche oder andere Beschädigungen der Beschlagteile--X

  Grundregeln für das sichere Anschlagen von Lasten mit Stahldrahtseilen

  1. 1.

    Nur ausreichend tragfähige und einwandfreie Stahldrahtseile verwenden. Ablegereife Stahldrahtseile der Benutzung entziehen.

  2. 2.

    Zugseile niemals direkt an die Last anschlagen; immer Anschlagseile verwenden. Zugseile und Anschlagseile nur mittels Schäkel verbinden.

  3. 3.

    Stahldrahtseile nicht über scharfe Kanten spannen oder ziehen. Die Umlenkung vermindert die Tragfähigkeit und verursacht Seilschäden. Kantenschutz verwenden.

  4. 4.

    Seile niemals knoten oder durch Verdrehen verspannen. Seile mit Buchten und Schleifen nicht unter Last ausziehen.

  5. 5.

    Bei Seilen, die mehrfach um eine Last oder einen Festpunkt geschlungen werden, müssen die Windungen dicht nebeneinander liegen. Die Windungen dürfen sich nicht kreuzen.

  6. 6.

    Zu hebende Lasten so anschlagen, dass sie gegen Herabfallen gesichert sind.

  7. 7.

    Personen aus dem Gefahrenbereich unter Spannung stehender Stahldrahtseile heraushalten. Als Gefahrenbereich gilt das 1,5fache der Seillänge.

  8. 8.

    Lasten langsam und gleichmäßig bewegen. Bei ruckartigen Bewegungen vervielfachen sich die Seilkräfte.

  9. 9.

    Seile nicht über die zulässige Belastung hinaus beanspruchen. Seilspreizwinkel möglichst kleiner 120  halten.

  10. 10.

    Lasten nach Hebe- oder Zugvorgängen gegen unkontrollierte Bewegung sichern, z.B. mittels Unterleghölzern oder durch Keile.