DGUV Information 202-005 - Kindertagespflege - damit es allen gut geht Ratgeber ...

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Abschnitt 9, Gesetzliche Unfallversicherung für Kinder in Ta...
Abschnitt 9
Kindertagespflege - damit es allen gut geht Ratgeber für Tagespflegepersonen (bisher: BGI/GUV-I 8641)
Titel: Kindertagespflege - damit es allen gut geht Ratgeber für Tagespflegepersonen (bisher: BGI/GUV-I 8641)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 202-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9 – Gesetzliche Unfallversicherung für Kinder in Tagespflege

Unfallversicherungsschutz besteht für die von Ihnen betreuten Kinder. Voraussetzung dafür ist, dass Sie selbst eine "geeignete Tagespflegeperson" im Sinne von § 23 und § 43 SGB VIII sind. Dies wiederum stellt das für Sie zuständige Jugendamt fest.

Nicht gesetzlich unfallversichert sind Kinder bei privat organisierter Tagespflege, bei denen die Geeignetheit der Tagespflegeperson nicht vom Jugendamt festgestellt wurde, sowie Kinder in (Früh-)Förderstellen, Kinder- und Wohnpflegeheimen. Außerdem stehen die eigenen mitbetreuten Kinder der Tagespflegeperson nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Versichert sind die Kinder:

  • während des Aufenthalts bei der Tagespflegeperson, z.B. beim Spielen, Essen und Trinken und auch beim Mittagsschlaf,

  • bei Ausflügen, am Spielplatz oder z.B. im Kindertheater,

  • auf dem Weg zur Tagespflegeperson und auf dem Heimweg, unabhängig vom Verkehrsmittel und davon, ob das Kind den Unfall selbst verschuldet hat,

  • wenn die Tagespflegeperson die Kinder in deren Elternhaus betreut, sobald sie dort die Betreuung übernimmt.

Kostenlos und unbürokratisch - die Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung der Kinder ist für Eltern und Tagespflegepersonen kostenlos. Die Aufwendungen übernehmen die jeweiligen Bundesländer. Die Kinder sind von Anfang an automatisch versichert und müssen nicht extra angemeldet werden. Voraussetzung für den Unfallversicherungsschutz ist nur, dass der Unfall während der Betreuung oder auf dem Weg dorthin bzw. auf dem Heimweg passiert ist.

Haften Sie als Tagespflegeperson bei Unfällen?

Das Prinzip der gesetzlichen Unfallversicherung ist, dass Haftungsansprüche des Geschädigten (gegen den potenziellen Schädiger) auf den Träger der gesetzlichen Unfallversicherung übergehen. Als Tagespflegeperson haften Sie daher bei Unfällen der betreuten Kinder nur dann, wenn Sie ihnen vorsätzlich Schaden zufügen. Handeln Sie grob fahrlässig, indem Sie beispielsweise Ihre Aufsichtspflicht leichtfertig vernachlässigen, kann Sie der Unfallversicherungsträger in Regress nehmen.

Die Leistungen der Gesetzlichen Unfallversicherung nach einem Unfall

Der Unfallversicherungsträger sorgt dafür, dass die von Ihnen betreuten Kinder eine möglichst frühzeitige und wirksame Heilbehandlung erhalten. Die Leistungen sind zeitlich nicht begrenzt und umfassen insbesondere die ärztliche und zahnärztliche Behandlung sowie die Behandlung im Krankenhaus. Aber auch notwendige Transport- und Fahrtkosten, die Versorgung mit Medikamenten und anderen Heilmitteln, die Ausstattung mit Hilfsmitteln sowie die Gewährung von Pflege gehören dazu. Es können auch Sachschäden, die an so genannten Körperersatzstücken (z.B. Brillen oder Hörgeräte) eintreten, ersetzt werden.

Bitte achten Sie darauf, dass die Ärzte bei diesen Unfällen direkt mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger abrechnen. Weder eine private noch eine gesetzliche Krankenkasse muss hier eingeschaltet werden.

Übrigens: Die Praxisgebühr muss bei diesen Unfällen nicht bezahlt werden.

Besondere schulische und berufliche Hilfen

In besonders schweren Fällen werden auch geeignete Maßnahmen durchgeführt, um dem verletzten Kind eine seinen Fähigkeiten angemessene schulische und später berufliche Ausbildung zu ermöglichen.

Rente

Bei bleibenden Körper- oder Gesundheitsschäden nach einem Unfall zahlen wir für das verletzte Kind eine Rente.