DGUV Information 213-032 - Gefahrstoffe im Gesundheitsdienst (DGUV Information 2...

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Abschnitt 15.5, 15.5 Gefährdung
Abschnitt 15.5
Gefahrstoffe im Gesundheitsdienst (DGUV Information 213-032)
Titel: Gefahrstoffe im Gesundheitsdienst (DGUV Information 213-032)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-032
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 15.5 – 15.5 Gefährdung

Quecksilber ist der relevante Gefahrstoff der Dentalamalgame. Quecksilberdämpfe sind akut toxisch. Die Flüchtigkeit von metallischem Quecksilber ist jedoch im Amalgam deutlich reduziert. Wesentliche Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften von Quecksilber und zu Grenzwerten sind in Tabelle 7 zusammengestellt. Quecksilber wird sowohl inhalativ als auch dermal aufgenommen. Quecksilber überwindet die Placenta und kann somit das Kind im Mutterleib schädigen. Diese Eigenschaft führte zur Einstufung von Quecksilber als reproduktionstoxisch Kategorie 1B und zur Zuordnung des H-Satzes 360D "Kann das Kind im Mutterleib schädigen". Zusätzlich stuft die Deutsche Forschungsgemeinschaft (MAK-Kommission) Quecksilber in der MAK- und BAT-Werte-Liste als Stoff mit möglicherweise krebserzeugender Wirkung (Kategorie 3B) und in die Schwangerschaftsgruppe D ein.

Tabelle 7
Quecksilber mit Einstufung gemäß CLP-Verordnung sowie Grenzwerte mit Spitzenbegrenzung

Stoff CAS-Nr. Einstufung gemäß CLP V AGW gemäß TRGS 900 BGW gemäß TRGS 903
Quecksilber7439-97-6Akute Toxizität, Kategorie 1,
Einatmen; H330
Reproduktionstoxizität,
Kategorie 1B; H360D
Spezifische Zielorgan-Toxizität
(wiederholte Exposition),
Kategorie 1; H372
Gewässergefährdend, Akut
Kategorie 1; H400
Gewässergefährdend, Chronisch
Kategorie 1; H410
Schichtmittelwert: 0,02 mg/m3
Überschreitungsfaktor für erhöhte Exposition: 8
Bemerkungen: Gefahr der Hautresorption, Gefahr der Sensibilisierung der Haut
25 µg Hg/g Kreatinin im Urin, keine Beschränkung des Probenahmezeitpunktes

Quelle: GESTIS-Stoffdatenbank

Insbesondere das Ausbohren und Polieren kann aufgrund der Temperaturerhöhung an der Füllungsoberfläche kurzzeitig zu einer höheren Quecksilberdampfbildung führen. Durch den Einsatz von Kühlflüssigkeiten können sich Aerosole bilden. Ein geringfügiger Hautkontakt ist bei den folgenden Tätigkeiten möglich:

  • Trennung der Amalgamportion von Membran oder Stößel

  • Aufnahme von Amalgam in die Amalgampistole und Anreichen der Amalgamportion

  • Kondensieren und Schnitzen des Amalgams

  • Reinigung amalgamverunreinigter Instrumente und Geräte

Der Umfang der Arbeiten mit Quecksilber beträgt wenige Minuten pro Zahn.