DGUV Information 213-032 - Gefahrstoffe im Krankenhaus Pflege- und Funktionsbere...

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Abschnitt 7, Betriebsanweisung und Unterweisung
Abschnitt 7
Gefahrstoffe im Krankenhaus Pflege- und Funktionsbereiche (bisher: BGI/GUV-I 8596)
Titel: Gefahrstoffe im Krankenhaus Pflege- und Funktionsbereiche (bisher: BGI/GUV-I 8596)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-032
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7 – Betriebsanweisung und Unterweisung

Der Unternehmer ist verpflichtet, die bei den Tätigkeiten mit Gefahrstoffen auftretenden Gefahren und die erforderlichen Schutzmaßnahmen sowie Verhaltensregeln in einer tätigkeitsbezogenen Betriebsanweisung festzulegen. Diese Betriebsanweisung ist an geeigneter Stelle im Betrieb bekannt zu machen. Sie ist in einer für den Beschäftigten verständlichen Form und Sprache abzufassen. In der Betriebsanweisung sind auch Anweisungen über das Verhalten im Gefahrfall und über die Erste Hilfe zu treffen. Auf die sachgerechte Entsorgung entstehender gefährlicher Abfälle ist hinzuweisen.

Bei der Erstellung der Betriebsanweisungen können Sicherheitsfachkraft und Betriebsarzt dem Arbeitgeber oder den Vorgesetzten wertvolle Unterstützung liefern.

Es gibt eine Reihe von PC-Programmen, wie z.B. WINGIS, mit denen Betriebsanweisungen erstellt werden können. Sie enthalten Entwürfe von Betriebsanweisungen, in denen für die genannten Gliederungspunkte

  • Gefahren für Mensch und Umwelt,

  • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln,

  • Verhalten im Gefahrfall,

  • Erste Hilfe

    und

  • sachgerechte Entsorgung

alle notwendigen stoffbezogenen Informationen eingearbeitet sind.

Diese Entwürfe müssen aber noch arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen angepasst werden! Dies gilt auch für die im Anhang dieser Broschüre abgedruckten Entwürfe. Für die Einrichtung zutreffende Angaben sind zu ergänzen:

  • Name des Betriebes oder des Arbeitsbereiches,

  • Stoff- bzw. Produktbezeichnung,

  • Betriebsspezifische Erläuterungen zur persönlichen Schutzausrüstung (z.B. genaue Artikelbezeichnung oder Hinweise auf die Farbe von Handschuhen); sinnvoll ist alles, was den Mitarbeitern konkrete Hinweise für die Auswahl gibt,

  • Unfalltelefonnummer und Angabe des Arztes oder der Klinik,

  • Fluchtweg, falls besondere Bedingungen von den Beschäftigten zu beachten sind,

  • Name des Ersthelfers,

  • Betriebsbezogene Entsorgungshinweise.

Wenn diese Ergänzungen erfolgt sind, muss der zuständige Vorgesetzte die Betriebsanweisung für seinen Bereich in Kraft setzen. Er hat auch dafür Sorge zu tragen, dass die Betriebsanweisungen den Mitarbeitern zur Verfügung stehen und eingesehen werden können.

Betriebsanweisungsentwürfe finden sich im Anhang 4.

Unterweisung

Die Beschäftigten, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen, müssen anhand der Betriebsanweisung über die auftretenden Gefährdungen sowie über die Schutzmaßnahmen unterwiesen werden. Die Unterweisungen müssen vor der Beschäftigung und danach mindestens einmal jährlich mündlich und arbeitsplatzbezogen erfolgen. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt der Unterweisung von neuen Mitarbeitern. Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisungen sind schriftlich festzuhalten und von den Unterwiesenen durch Unterschrift zu bestätigen. Insbesondere bei verändertem Produkteinsatz oder Änderung des Arbeitsverfahrens ist eine erneute Unterweisung durchzuführen. Elektronische Medien können zur Unterstützung und Vorbereitung der Beschäftigten auf die Unterweisung genutzt werden. Die Unterweisung der Beschäftigten muss daneben aber stets auch mündlich erfolgen.

Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass im Rahmen der Unterweisung eine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung durchgeführt wird, bei der die Beschäftigten über Angebotsuntersuchungen oder Pflichtuntersuchungen unterrichtet und auf die besonderen Gesundheitsgefahren bei Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen hingewiesen werden. Nicht jede Unterweisung muss sehr ausführlich und zeitraubend sein. Prinzipiell ist es viel wichtiger, sichere Arbeitsweisen durch Bestätigung zu unterstützen und vermitteltes Wissen aufzufrischen. Konkrete Anweisungen sind zu wiederholen, wenn gegen sie verstoßen wird. Grundlegende Kenntnisse hingegen sollten ohne Zeitdruck in Form eines ausführlichen Gespräches den Beschäftigten nahegebracht werden.

Informationen zur Unterweisung sind im Kapitel 18 "Literatur" und in den Anhängen zu finden.