DGUV Information 203-049 - Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmitte...

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Abschnitt 5, Durchführung der Prüfung
Abschnitt 5
Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel Praxistipps für Betriebe (bisher: BGI/GUV-I 8524)
Titel: Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel Praxistipps für Betriebe (bisher: BGI/GUV-I 8524)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-049
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – Durchführung der Prüfung

Organisation der Prüfung

Um die Prüfung sach- und sicherheitsgerecht durchzuführen, den zeitlichen Aufwand zu minimieren sowie einen möglichst störungsfreien Verlauf gewährleisten zu können, sind im Vorfeld der Prüfung elektrischer Betriebsmittel einige Vorüberlegungen zum Ablauf der Prüfung sowie zur Auswahl geeigneter Prüfgeräte hilfreich, wie z.B.:

  • Soll die Prüfung durch eigene Mitarbeiter oder einen Dienstleister durchgeführt werden?

  • Wenn die Prüfung durch eigene Mitarbeiter durchgeführt werden soll: Sind die organisatorischen Vorbedingungen erfüllt? (siehe Kapitel Arbeitsschutzorganisation)

  • Existiert eine Regelung hinsichtlich des Ablaufs der Prüfung (Voranmeldung des Prüftermins, Bereitstellung der Betriebsmittel zur Prüfung, ...) damit der betriebliche Ablauf möglichst wenig gestört und der zeitliche Aufwand gering gehalten wird?

  • Sollen private Elektrogeräte mitgeprüft werden oder existiert eine Dienstanweisung, die das Einbringen privater Elektrogeräte in den Betrieb untersagt?

  • Wurde organisatorisch geregelt, dass defekte Elektrogeräte nicht weiter betrieben bzw. aus dem Verkehr gezogen werden und dass die Mängel weitergemeldet werden?

  • Ist das Prüfgerät geeignet? (siehe Kapitel Prüfgeräte)

Erläuterungen zum Prüfablauf

Prüfungen an ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln sind nach DIN VDE 0701- 0702 "Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte- Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte - Allgemeine Anforderungen für die elektrische Sicherheit" durchzuführen. Bei der Durchführung der Prüfung sind die allgemeinen Hinweise zu Ziffer 5.1 der DIN VDE 0701-0702 zu beachten.

Geräte der Schutzklasse I sind elektrische Betriebsmittel mit Schutzleiter

   Symbol Schutzerde bei Geräten Schutzklasse I

Geräte der Schutzklasse II sind elektrische Betriebsmittel ohne Schutzleiter und verfügen über eine doppelte oder verstärkte Isolierung

   Symbol Schutzklasse II

Geräte der Schutzklasse III sind elektrische Betriebsmittel bei denen der Schutz gegen elektrischen Schlag auf Sicherheitskleinspannung beruht.

   Symbol Schutzklasse III

Der in dieser Informationsschrift beschriebene Prüfumfang gilt nicht für Wiederholungsprüfungen an elektrischen Betriebsmitteln, bei denen spezielle Normen oder Verordnungen beachtet werden müssen, z.B. Geräte für explosionsgefährdete Bereiche, medizinische elektrische Geräte.

Prüfablauf Wiederholungsprüfungen elektrischer Betriebsmittel nach DIN VDE 0701-0702

Übersicht des Prüfumfangs und sicherheitstechnische Grenzwerte nach DIN VDE 0701-0702

* angegebene Ziffern beziehen sich auf DIN VDE 0701-0702

Prüfgeräte

Für Elektrofachkräfte bietet die Industrie kombinierte Prüfgeräte an, mit denen die erforderlichen Messungen nach DIN VDE 0701-0702 durchgeführt werden können. Diese Geräte sind in der Regel auch für Prüfungen nach der Normenreihe DIN VDE 0701 ausgelegt. Sie können somit gleichzeitig für notwendige Prüfungen nach Änderung und Instandsetzung von elektrischen Betriebsmitteln verwendet werden. Bei der Anschaffung eines Prüfgerätes sind einige grundlegende Fragestellungen zu beachten, um das für den eigenen Einsatzzweck geeignete Gerät zu erwerben.

Grundsätzlich ist zunächst die Frage zu klären, ob ausschließlich Elektrofachkräfte das Prüfgerät bedienen werden oder im Prüfteam auch elektrotechnisch unterwiesene Personen. Prüfgeräte für Wiederholungsprüfungen durch elektrotechnisch unterwiesene Personen müssen eindeutig anzeigen, ob die Prüfung bestanden wurde oder nicht, z.B. in Form eines akustischen oder optischen Alarms bzw. durch Abbruch der Prüfung bei einem aufgetretenen Fehler. Die Messabläufe sind bei diesen Prüfgeräten vorgegeben.

Für die Auswahl eines geeigneten Prüfgerätes ist weiterhin zu beachten, in welcher Form die Ergebnisse der Prüfungen aufgezeichnet werden sollen.

Bild 1: Prüfgerät mit Gut/Schlecht-Anzeige

Bild 2: Universalprüfgerät mit Speicher- und Druckfunktion

Bild 3: Rechnergestützter Prüfplatz mit Barcode-Scanner

Einfache Prüfgeräte liefern lediglich eine "Gut/Schlecht"-Aussage ("Prüfung bestanden" bzw. "Prüfung nicht bestanden"). Mit diesen Geräten kann nicht dokumentiert werden, ob sich Werte gegenüber der letzten Prüfung verschlechtert haben. Moderne Prüfgeräte verfügen deshalb über interne Speichermöglichkeiten und PC-Schnittstellen, um die Prüfung zu automatisieren. Mittels einer Datenbank-Software können so auch große Gerätemengen relativ schnell geprüft und verwaltet werden. Einlesegeräte für Barcodes oder Transponder können die Dateneingabe weiter vereinfachen.

Mittels einer kombinierten Prüf- und Datenbanksoftware können die Wiederholungsprüfungen gemäß eines einmal für jedes zu prüfende Gerät festgelegten Prüfschemas durchgeführt werden, was zu weiterer Zeitersparnis führt. Für die Überprüfung von CEE- oder Kaltgerätesteckverbindungen bieten einige Hersteller für ihre Prüfgeräte entsprechende, als Zubehör erhältliche Adapter an.

Die Prüfgeräte müssen der Normenreihe DIN VDE 0404 sowie DIN VDE 0413 entsprechen und sind regelmäßig entsprechend den Herstellerangaben zu prüfen und zu kalibrieren.

Bild 4: Prüfadapter für CEE-Geräte

Aufzeichnung

Eine Aufzeichnung* über durchgeführte Prüfungen ist zu führen. Inhalt und Gliederung der Aufzeichnung in Form eines Prüfbuches, einer Karteikarte, eines Erfassungsbogens, einer EDV-unterstützten Dokumentation o.Ä. sind den speziellen Erfordernissen anzupassen. Die Aufzeichnungen sind mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.

Beispiel einer Dokumentation für Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel

Prüfplaketten

In der Praxis hat es sich bewährt, die geprüften Betriebsmittel mit einer der Prüfplaketten, wie sie beispielsweise hier abgebildet sind, zu versehen.

Die Plaketten haben den Vorteil, dass der Benutzer feststellen kann, ob ein elektrisches Betriebsmittel geprüft ist bzw. wann es wieder geprüft werden muss.

Auch für Verlängerungs- bzw. Geräteanschlussleitungen gibt es dauerhafte Markierungen mit Prüfplaketten, die um den Mantel der Leitung gewickelt werden können.

Die Prüfplakette entbindet den Benutzer eines elektrischen Betriebsmittels nicht von der Pflicht, aufgetretene Mängel unverzüglich zu melden und das elektrische Betriebsmittel der weiteren Nutzung zu entziehen.

*

§ 11 BetrSichV, Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 1201