DGUV Information 215-611 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Hinweise f...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.3, Bearbeitung und Verwahrung von Banknoten
Abschnitt 3.3
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Hinweise für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung zur Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen" i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-1)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Hinweise für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung zur Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen" i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-611
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.3 – Bearbeitung und Verwahrung von Banknoten

Banknoten-Aufbereitung

Außer der Geldannahme und -ausgabe an Kunden im Kundenbereich fallen weitere Tätigkeiten bei der Bearbeitung (Sortieren, Zählen, Bündeln) und Verwahrung von Banknoten an. Der Unternehmer hat auch für diese die Gefährdung zu beurteilen und Schutzmaßnahmen festzulegen.

Diese Tätigkeiten können durch eigene Mitarbeiter vor Ort oder in einer zentralen Stelle durchgeführt oder an einen externen Dienstleister vergeben werden.

Werden diese Tätigkeiten von eigenen Versicherten oder in deren Beisein durchgeführt, sind die vorgesehenen Arbeitsverfahren, Arbeitsmittel und die dafür vorgesehenen Räume zu beurteilen. Bei Fremdvergabe sind die Schnittstellen wie Übergabebereiche zu beurteilen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass Versicherte im Umfeld des Übergabebereiches oder am Transportweg des Geldtransporteurs bei einem Angriff gefährdet werden können.

Geldtransporte

Die Gefährdungsbeurteilung ist für eigene Versicherte insgesamt und für gewerbliche Transporteure ab Eintreffen an der Geschäftsstelle bis zum Verlassen durchzuführen.

Eigene Versicherte

Bei Geldtransporten durch eigene Versicherte nach § 36 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen" ist die Gefährdung in Verbindung mit § 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen" zu beurteilen.

Sofern Geldtransporte abweichend von § 36 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen" in Spezial-Geld- und Werttransportfahrzeugen (BGR 135) durchgeführt werden, gilt die Unfallverhütungsvorschrift "Wach- und Sicherungsdienste".

Gewerbliche Geld- und Werttransportunternehmen

Geldtransporte durch Geld- und Werttransportunternehmen sind immer unter Beachtung der Unfallverhütungsvorschrift "Wach- und Sicherungsdienste" durchzuführen.

Geldver- und Geldentsorgung der Geschäftsstelle

Bei der Gefährdungsbeurteilung sind die Wege im unmittelbaren Außenbereich sowie innerhalb des Gebäudes, insbesondere die Übergabebereiche und die vorhandenen Sicherungs- und Überwachungseinrichtungen, zu betrachten.

Geldver- und Geldentsorgung von Automaten/Geräten

Hierzu zählen z.B. Banknotenautomaten (Beschäftigtenbedienter Banknotenautomat, Kundenbedienter Banknotenautomat, Geldausgabeautomat), kombinierte Ein- und Auszahlungsautomaten, Depositsysteme, Schleusenwertschutzschränke, Geldwechselautomaten, Tag-/Nachttresoranlagen und Zeitverschlussbehältnisse.

Die Ver- und Entsorgung kann durch eigene Versicherte oder Geld- und Werttransporteure erfolgen. Hierbei ist zu berücksichtigen, ob die Automaten/Geräte z.B. von

  • der Rückseite, aus einem gesicherten Raum,

  • der Vorderseite, aus einem abschließbaren und nicht einsehbaren Bereich,

  • der Vorderseite, in einem offenen Bereich

ver- und entsorgt werden und ob die zum Befüllen benötigten Banknoten

  • im selben gesicherten Raum/Bereich vorhanden sind,

  • aus einem entfernt liegenden Bereich geholt

    oder

  • angeliefert werden.

Da für Geld- und Werttransportunternehmen und Kreditinstitute unterschiedliche Arbeitsweisen zulässig sind, müssen bei einer Fremdvergabe die Schnittstellen genau auf eventuelle Gefährdungen für die Versicherten des Kreditinstituts hin untersucht werden. Insbesondere kann es bei der Ver- und Entsorgung zu Gefährdungen kommen, wenn Täter mit Waffengewalt versuchen, das Geld an sich zu bringen und es dabei zu einem Schusswechsel zwischen Transporteur und Täter kommt.

Siehe auch § 8 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).