DGUV Information 206-007 - So geht‘s mit Ideen-Treffen Tipps für Wirtschaft, Ver...

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Abschnitt 8, 8 Dialogorientiert unterweisen gemeinsam mit Hi...
Abschnitt 8
So geht‘s mit Ideen-Treffen Tipps für Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung (DGUV Information 206-007)
Titel: So geht‘s mit Ideen-Treffen Tipps für Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung (DGUV Information 206-007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8 – 8 Dialogorientiert unterweisen
gemeinsam mit Hilfe der Ideen-Treffen

Anlass

Unterweisungen müssen ausreichend und angemessen sein und sich der Gefährdungsentwicklung anpassen. Mit den Ideen-Treffen können Sie Unterweisungen mitarbeiterorientiert durchführen. Durch diese Methode kann die Gefährdungswahrnehmung von Führungskräften und Beschäftigten gleichermaßen berücksichtigt werden. Der Umgang mit der Gefährdung wird klar geregelt und mit allen Beteiligten abgestimmt.

Als Unternehmerin oder Unternehmer können Sie die Unterweisung selbst durchführen. Sie können diese auch an eine zuständige Führungskraft oder an fachliche Experten delegieren. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen oder auch empfohlenen Fachinformationen bekannt sind und einbezogen werden. Im Unterweisungsgespräch können dann die Möglichkeiten der Umsetzung an den jeweiligen Arbeitsplätzen mit den Beschäftigten besprochen werden.

Ziel

  • über aktuelle Gefährdungen informieren

  • mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam nach Lösungen im Umgang mit den Gefährdungen suchen

  • ein gemeinsames Vorgehen festlegen

Bausteine des Treffens

  1. 1.

    Thema nennen und begründen

    Was habe ich gesehen? Was habe ich erlebt? Warum ist mir als Unternehmerin oder Unternehmer bzw. Führungskraft das Thema wichtig?

    Die Bedeutung des Themas muss deutlich herausgestellt werden. Daher sollten unter anderem aktuelle Anlässe bzw. unsichere oder unklare Situationen für eine Unterweisung genutzt werden.

  2. 2.

    Gefährdung aus Sicht der Beteiligten beschreiben

    Was kann bei der Tätigkeit passieren? Welche Gefährdungen bzw. Auswirkungen nehmen Führungskraft und Beschäftigte wahr?

  3. 3.

    Fachliche Informationen besprechen

    Was muss aufgrund des Gesetzeslage eingehalten werden? Welche Verhaltensregeln stehen in der Betriebsanweisung? Was ist aus fachlicher Sicht wichtig?

  4. 4.

    Verschiedene Maßnahmen und Verhaltensalternativen sammeln

    Was können wir tun?

    Nutzen Sie für die Lösungssuche die Ideen-Treffen: Da Sie bereits ein zu besprechendes Thema ausgewählt haben, können Sie gleich bei Schritt 3 "Lösungen finden" einsteigen.

    Maßnahmensammlung am Beispiel "Benutzung von Hautschutz"

    • Was ist vorhanden/anders, wenn wir unser Ziel erreicht haben?

      z. B. "Jeder verwendet mehrmals täglich Hautschutzcreme." (positiv formulieren!)

    • Was kann jeder Einzelne heute und morgen tun, um das Ziel zu erreichen?

      z. B. "Ich nehme mir vor, immer nach dem Händewaschen Hautschutz zu benutzen." (Eigeninitiative)

    • Was können wir tun, damit es so bleibt?

      z. B. "Wir überprüfen, ob der verwendete Hautschutz geeignet ist und ob er so gelagert wird, dass er für alle Beteiligten leicht zu erreichen ist." oder "Wir achten aufeinander und erinnern uns gegenseitig an die Benutzung des Hautschutzes." (kurz- und mittelfristige Planung)

    • Welche positive und negative Auswirkung hat das Erreichen des Zieles?

      z. B. positiv: "Alle akzeptieren Hautschutz als wichtige persönliche Schutzmaßnahme."; negativ: "Jeder muss diszipliniert sein." oder "Einzelne fühlen sich beobachtet und kontrolliert."

  5. 5.

    Festlegung von Maßnahmen und Verhaltensregeln

    Die festgelegten Maßnahmen werden nach Zustimmung aller beschlossen. Beim nächsten Treffen werden die Umsetzungserfolge nochmals kurz dargestellt (siehe Schritt "0").

Mögliche Fallstricke

Die fachlichen Informationen treten in den Hintergrund. Die Erfahrungen der Beteiligten werden nicht mit den Empfehlungen der Fachexperten abgeglichen.
Lösungsvorschlag: Durch die Nutzung von empfohlenen Unterweisungsmaterialien können wesentliche Fachinformationen gemeinsam besprochen werden, um daraus Verhaltensmaßnahmen abzuleiten.
Es werden ausschließlich organisatorische Maßnahmen besprochen und festgelegt. Das Verhalten der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird kaum/nicht thematisiert.
Lösungsvorschlag: Es wird festgelegt, dass in jeder Unterweisung mindestens eine Verhaltensmaßnahme festgelegt werden muss. Dadurch kann die Eigeninitiative angeregt werden.
Außerdem sollte deutlich gemacht werden, dass Sicherheit und Gesundheit jedes Einzelnen nur durch die aktive Beteiligung aller zu erreichen sind.

 Verhalten kann man nur
durch Einsicht und Achtung ändern.
 
 Beschäftigte tun nicht das, was man
ihnen sagt, sondern das, was sie denken, was von Ihnen
 erwartet wird.