DGUV Information 214-038 - Gewitter auf dem Vorfeld von Verkehrsflughäfen Gefähr...

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Abschnitt 8, Blitzschutzmaßnahmen auf Flughäfen
Abschnitt 8
Gewitter auf dem Vorfeld von Verkehrsflughäfen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen (bisher: BGI/GUV-I 5144)
Titel: Gewitter auf dem Vorfeld von Verkehrsflughäfen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen (bisher: BGI/GUV-I 5144)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-038
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8 – Blitzschutzmaßnahmen auf Flughäfen

Im Rahmen der Gefährdungsermittlung nach Arbeitsschutzgesetz ist zu überprüfen, ob alle Gebäude und Aufenthaltsbereiche einen ausreichenden Blitzschutz bieten. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass Blitzschutzsysteme auf einen statistischen Mittelwert der Einwirkungen ausgerichtet sind. Daher sind auch zusätzliche Sicherungsmaßnahmen für den Aufenthalt in geschlossenen Gebäuden aufgeführt.

Den sichersten Schutz vor Blitzen bieten Gebäude mit einem umfassenden Blitzschutzsystem. Zu einem Blitzschutzsystem gehören immer mindestens ein äußerer Blitzschutz und ein innerer Blitzschutz.

Zum äußeren Blitzschutz gehören Fangeinrichtung, Ableitungen und Erdungsanlagen. Diese sorgen dafür, dass im Falle eines Einschlages der Blitzstrom vom Einschlagpunkt gefahrlos zur Erde abgeleitet wird.

Als inneren Blitzschutz bei einem Gebäude bezeichnet man den Potenzialausgleich für alle elektrischen Leitungen sowie Metall-Leitungen der Energie- oder Wasserversorgung durch Blitzstromableiter und Überspannungsableiter, die bei Einschlag in das Gebäude oder in dessen Nähe die entstehende Überspannung auf ungefährliche Werte herabsetzen und damit elektronische Geräte und Anlagen schützen.

Ebenfalls Schutz bietet der Flugzeuginnenraum sowie Fahrzeuge und Bodengeräte mit Ganzmetallkarosserie und geschlossener Kabine. Die Kabine wirkt dabei wie ein so genannter "Faradayscher Käfig". In diesen Faraday-Käfig kann kein elektrisches Feld eindringen, da er leitend ist und die Ladung daher nach außen abwehrt. Auch sehr hohe Energiemengen werden auf diese Weise abgehalten. Während die Person innerhalb des Raums unversehrt bleibt, kann dabei aber das Auto oder das Metall des Faradayschen Käfigs stark beschädigt werden.

Daher gilt bei Gewitter auf dem Flughafen grundsätzlich immer:

  • rechtzeitig geschützte Bereiche wie Gebäude oder ein Fahrzeug aufsuchen und Aufenthalt im Freien vermeiden,

  • Kontakt zu metallischen Außenflächen, z.B. von Flugzeugen, Fahrzeugen oder Containern vermeiden, auf keinen Fall unter Tragflächen Deckung suchen,

  • beim Walk-Out oder Schleppen von Flugzeugen auf Kabelverbindungen zum Flugzeug verzichten.

Bei Aufenthalt in festen Gebäuden ist zusätzlich zu beachten:

  • Kontakt mit metallischen Leitungen (Gas-, Wasser-, Heizung-, Telefon-, Fernwärme-, ...) Antennen, Geländern vermeiden,

  • keine Elektrogeräte benutzen,

  • nicht (kabelgebunden) telefonieren,

  • Abstand zu Wänden halten.

Bei Aufenthalt in Unterständen ist zusätzlich zu beachten:

  • Ohne Zusatzmaßnahmen (z.B. metallische Ableitungen) kein ausreichender Blitzschutz,

  • metallische Ableitungen müssen ausreichend stromtragfähig sein,

  • in der Mitte aufhalten und Hockstellung einnehmen,

  • Vorsicht bei offenen oder nicht metallischen Unterständen,

  • Gefahr durch Schrittspannungen,

  • Zusätzliche Gefahr durch Splitterwirkung.

Bei Aufenthalt in Fahrzeugen ist zu beachten:

  • Möglichst frühzeitig einen gesicherten Bereich anfahren, zum Beispiel Gebäude oder Hallen.

  • Wenn das Erreichen eines gesicherten Bereichs nicht möglich ist, muss das Fahrzeug angehalten werden, da durch direkte oder indirekte Gefährdungen (Blendwirkung von Blitzen, Erschrecken) zusätzliche Gefahren bestehen.

  • Im Fahrzeug die Arme am Körper lassen und nichts anfassen, um keine Induktionsschleife zu bilden.

  • Fahrzeug mit Kabine nicht verlassen, wenn keine geschützten Bereiche zur Verfügung stehen.

  • Bei Antennen und Kabeldurchführungen Abstand halten.

  • Fahrzeuge ohne Kabine (High-Loader, Fluggastbrücken) müssen abgestellt und verlassen werden. Es ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 3 m einzuhalten.

  • Kunststoffkarosserien bieten in der Regel keinen ausreichenden Schutz, daher muss ein geschützter Bereich aufgesucht werden.

Bei Aufenthalt in Flugzeugen ist zu beachten

  • Kabinen oder Lagerräume nicht verlassen,

  • Im Laderaum mittig aufhalten,

  • Kontakt zu Kabeln und Leitungen vermeiden.

Bei Aufenthalt im Freien ist zu beachten

  • Nie selbst der höchste Punkt sein,

  • Aufenthalt in der Nähe von Masten, Türmen, Antennen oder in der Nähe von Außenwänden vermeiden,

  • nicht an Wände anlehnen,

  • zu Metallzäunen, Gittern und anderen Metallkonstruktionen Abstand halten,

  • möglichst nicht in geschlossenen Gruppen aufhalten,

  • mindestens 0,5 m Abstand zu anderen Personen halten,

  • mit geschlossenen Füßen hinhocken und Knie mit beiden Armen umfassen (Hinkauern),

  • auf keinen Fall gestreckt hinlegen.