DGUV Information 250-453 - Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsor...

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Anhang 3 , Spezielle Verfahren für komplexere Fragestellunge...
Anhang 3
Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 46 "Belastungen des Muskel- und Skelettsystems einschließlich Vibrationen" (bisher: BGI/GUV-I 504-46)

Teil 1 – Physische Belastungen ohne Vibrationen

Titel: Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 46 "Belastungen des Muskel- und Skelettsystems einschließlich Vibrationen" (bisher: BGI/GUV-I 504-46)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 250-453
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Spezielle Verfahren für komplexere Fragestellungen der Beurteilung von Belastungen des Muskel- und Skelettsystems

Sofern Beurteilungsverfahren nach Anhang 2 noch keine Entscheidung ermöglichen, ob eine arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Grundsatz G 46 angeboten werden sollten, stehen die in Anhang 3 aufgelisteten, auf gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden speziellen Beurteilungsverfahren zur Verfügung. Diese speziellen Beurteilungsverfahren können von arbeitsmedizinischen/ arbeitswissenschaftlichen Experten oder Arbeitsgestaltern/ Konstrukteuren eingesetzt werden.

Die Tabelle des Anhangs 3 bietet in Ergänzung zu Anhang 2 eine systematische Übersicht zu speziellen Beurteilungsverfahren für komplexere Fragestellungen bei Belastungen des Muskel- und Skelettsystems. Diese Zusammenstellung ermöglicht die Auswahl kritischer Tätigkeiten, bei denen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 46 für höher belastete Beschäftigte durchgeführt bzw. angeboten werden können.

Anmerkung:

Belastungen durch Ganzkörper- oder Hand-Arm-Vibrationen werden im Teil 2 der BGI/GUV-I 504-46 behandelt.

Anhang 3 - Tabelle:

Spezielle Verfahren für komplexe Fragestellungen

Art der Gefährdung/BelastungSpezielle Verfahren für komplexe Fragestellungen
1. Manuelle Lastenhandhabung
Heben oder Halten, Tragen
  • Grenzlast: z.B. mit DIN EN 1005-2 [3], NIOSH [24], [26], Mital et al. [27], Ermittlung einer Grenzlast für spezifische Hebe- und Tragevorgänge

  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen z.B. mit CUELA [4], [5], Vergleich Belastung/ Belastbarkeit der Wirbelsäule [28], [29], Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Grenzwerte von Herzschlagfrequenz, Energieumsatz: Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Anmerkung: Dosis: Spezielle Verfahren zur Beurteilung der kumulativen Wirbelsäulenbelastung, z.B. mit dem Mainz-Dortmunder Dosismodell [6] in BK 2108-Feststellungsverfahren, als Zusatzinformation nutzbar.
Ziehen, Schieben
  • Grenzkraft: z.B. mit DIN EN 1005-3 [7], ISO 11228-2 [8], Mital et al. [27], Ermittlung einer Grenzkraft für eine spezifische Kraftausübung, z.B. beim Ziehen und Schieben von Lasten

  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen, z.B. mit CUELA [9],, Vergleich Belastung / Belastbarkeit der Wirbelsäule [28], [29], Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Grenzwerte von Herzschlagfrequenz, Energieumsatz: Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Art der Gefährdung/BelastungSpezielle Verfahren für komplexe Fragestellungen
2. Erzwungene Körperhaltungen
Sitzen
Diese Auswahlkriterien finden keine Anwendung für Tätigkeiten an Bildschirmarbeitsplätzen und sonstigen Büroarbeitsplätzen.
  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen, Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromygraphie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Stehen
  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromygraphie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Rumpfbeuge
  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen z.B. mit CUELA [4], [5], Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Anmerkung: Dosis: Spezielle Verfahren zur Beurteilung der kumulativen Wirbelsäulenbelastung, z.B. mit dem Mainz-Dortmunder Dosismodell [6] in BK 2108-Feststellungsverfahren, als Zusatzinformation nutzbar.
Hocken, Knien, Liegen
  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen, Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Arme über Schulterniveau
  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen, Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Art der Gefährdung/BelastungSpezielle Verfahren für komplexe Fragestellungen
3. Arbeit mit erhöhter Kraftanstrengung und / oder Krafteinwirkung
Schwer zugängliche Arbeitsstellen (Steigen, Klettern)
  • Grenzkraft: z.B. mit DIN EN 1005-3 [7], Ermittlung einer Grenzkraft für eine spezifische Kraftausübung

  • Isometrische Maximalkräfte: z.B. mit DIN 33411-5 [14]

  • Grenzwerte von Herzschlagfrequenz, Energieumsatz: Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Einsatz des Hand-/Arm-Systems als Werkzeug (Klopfen, Hämmern, Drehen, Drücken)
  • Grenzkraft: z.B. mit DIN EN 1005-3 [7], Ermittlung einer Grenzkraft für eine spezifische Kraftausübung

  • Isometrische Maximalkräfte: z.B. mit DIN 33411-5 [14]

  • Risikoindex: z.B. mit der OCRA-Checkliste [15], [16], [23], [32], Ausführliche Checkliste für den erfahrenen Praktiker

  • Differenzierter Risikoindex: z.B. mit DIN EN 1005-5 [17]; OCRA-Verfahren [15], [18], [23], [32], Umfangreiches Risikoindexverfahren für den Experten.

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Kraft-/Druckeinwirkung bei der Bedienung von Arbeitsmitteln
  • Grenzkraft: z.B. mit DIN EN 1005-3 [7], Ermittlung einer Grenzkraft für eine spezifische Kraftausübung

  • Isometrische Maximalkräfte: z.B. mit DIN 33411-5 [14]

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG): Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Art der Gefährdung/BelastungSpezielle Verfahren für komplexe Fragestellungen
4. Repetitive Tätigkeiten mit hohen Handhabungsfrequenzen
Repetitive Tätigkeiten mit hohen Handhabungsfrequenzen
  • Differenzierter Risikoindex: z.B. mit DIN EN 1005-5 [17]; OCRA-Verfahren [15], [18], [23], [32], Umfangreiches Risikoindexverfahren für den Experten

  • Biomechanische Analysen: Kontinuierliche Messung von biomechanischen Belastungsgrößen, z.B. mit CUELA [19], [20], [32], Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Grenzwerte von Herzschlagfrequenz, Energieumsatz: Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Muskuläre Beanspruchung: z.B. Elektromyographie (EMG), Bewertung anhand von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.