DGUV Information 208-041 - Bewertung der Rutschgefahr unter Betriebsbedingungen ...

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Abschnitt 2, 2 Begriffsbestimmungen
Abschnitt 2
Bewertung der Rutschgefahr unter Betriebsbedingungen (DGUV Information 208-041)
Titel: Bewertung der Rutschgefahr unter Betriebsbedingungen (DGUV Information 208-041)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-041
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2 Begriffsbestimmungen

2.1
Gleitreibungskoeffizient, µ, ist der dimensionslose Quotient aus der horizontalen Reibungskraft und der vertikal wirkenden Kraft während der Bewegung zwischen dem Gleiter und dem horizontal liegenden Fußboden bei konstanter Geschwindigkeit.

µBM ist der Gleitreibungskoeffizient im Betriebszustand, der sich bei einer Messung gemäß DIN 51131 unter Berücksichtigung des Ist-Zustandes, der im Betrieb auftretenden gleitfördernden Stoffe und des Schuhwerks ergibt (BM ist die Abkürzung für Betriebsmessung).

µNM ist der Gleitreibungskoeffizient im Neuzustand, der sich bei einer Messung nach DIN 51131 mit SBR-Gleiter und NaLS-Wasser ergibt (NM ist die Abkürzung für Nullmessung).

µKM ist der Gleitreibungskoeffizient im Betriebszustand, der sich bei einer Messung nach DIN 51131 mit SBR-Gleiter und NaLS-Wasser ergibt (KM ist die Abkürzung für die standardisierte Kontrollmessung).

2.2
Bewertungsgruppe ist der Maßstab für den Grad der Rutschhemmung eines Bodenbelags, die im Rahmen der Baumusterprüfung nach DIN 51130 [4] ermittelt wird. R 9 ist die geringste und R 13 die höchste Bewertungsgruppe, die gemäß ASR A1.5/1,2 der Auswahl des Bodenbelages zugrunde liegt.

2.3
Verdrängungsraum ist der zur Gehebene hin offene Hohlraum eines Bodenbelags unterhalb der Gehebene. Der Verdrängungsraum wird klassifiziert in V 4, V 6, V 8 und V 10. Der Zahlenwert nach dem "V" ist das Mindestvolumen des Hohlraums in cm3/dm2, z. B. bedeutet V 4 ein Volumen von mindestens 4 cm3/dm2.

Anmerkung: Die Messung des Verdrängungsraumes erfolgt nach DIN 51130.

2.4
Gleitmittelsind die bei der Messung eingesetzten gleitfördernden Stoffe wie z. B.: Öle, Fette, Wachse, Stäube, Krümel, Nässe, Abfälle, Lebensmittelreste usw. Sie erhöhen die Rutschgefahr, da sie den Kontakt zwischen Schuh und Bodenbelag verringern.

2.5
NaLS-Wasser ist das nach DIN 51131 [5] standardisierte Gleitmittel für die Messung im nassen Zustand, bestehend aus einer 0,1%igen Lösung von NaLS (Natriumlaurylsulfat) in entionisiertem Wasser.

2.6
Gleiter sind die Kufen des Gleitmessgerätes, die über die Bodenoberfläche gleiten.

2.7
SBR-Gleiter ist der nach DIN 51131 standardisierte Gleiter (Gummi-Material).

2.8
Gleitstrecke ist die Strecke, über die der Gleitkörper bei einer einzelnen Messung gezogen wird.

2.9
Messstrecke ist die Strecke, über die der Gleitreibungskoeffizient ermittelt wird.

2.10
Messreihe ist die Reihe, die aus fünf Einzelmessungen einer Messstrecke besteht.

2.11
Prüfzyklus ist der Zyklus bestehend aus drei Messreihen.

2.12
Bodensystem ist das System der Rutschhemmung im Betriebszustand, bestehend aus den Komponenten Bodenbelag einschließlich möglicher Beschichtungen oder Abnutzungen, gleitfördernden Stoffen, Schuhwerk sowie Umgebungsbedingungen.

2.13
Neuzustand ist der Zustand des nutzungsfertigen Belages entweder ab Werk (d. h. unverlegt) oder, soweit der Belag vor Ort hergestellt wird, im eingebauten Zustand vor der erstmaligen Nutzung.

2.14
Nullmessung ist die Messung des µNM, die nach DIN 51131 (mit SBR-Gleiter und NaLS-Wasser) auf dem Bodenbelag im Neuzustand durchgeführt wird. Das Ergebnis der Nullmessung ermöglicht den späteren Vergleich mit dem eingebauten Bodenbelag.

2.15
Betriebsmessung ist die Messung des Bodensystems gemäß DIN 51131 unter Berücksichtigung des Ist-Zustandes, der im Betrieb auftretenden gleitfördernden Stoffe und des Schuhwerks.

2.16
Kontrollmessung ist die Messung des µKM, die nach DIN 51131 (mit SBR-Gleiter und NaLS-Wasser) auf dem Bodenbelag im Gebrauchszustand durchgeführt wird.